Lionel Messi ist nach seinem magischen Auftritt beim 3:0 Argentiniens gegen Algerien wieder einmal in aller Munde - doch nicht nur wegen seiner Drei-Tore-Gala. Denn nach einem Foul im Auftaktspiel des Titelverteidigers bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist eine Kontroverse entbrannt, ob der 38 Jahre alte Superstar nicht hätte vom Platz gestellt werden müssen. „Für mich ist das eine Rote Karte. Wir haben diverse Beispiele aus der Bundesliga, wo das mit Rot bestraft wurde“, sagte der frühere Bundesliga-Schiedsrichter und TV-Experte Patrick Ittrich bei MagentaTV.
Was war passiert? In der 31. Minute trat Messi seinem algerischen Gegenspieler Aissa Mandi von hinten in Wade und Achillessehne. „Das ist mindestens eine Gelbe Karte. Da hat er deutlich überzogen, das war ein Tritt in die Wade, da hätte er schon Gelb verdient gehabt“, sagte ARD-Experte Thomas Hitzlsperger. Doch der polnische Referee Szymon Marciniak beließ es bei einer Ermahnung und auch die Videoassistenten griffen nicht ein.
MagentaTV-Experte Thomas Müller sprach sich gegen eine Rote Karte aus. „Mir fehlt für Rot sowohl die Absicht als auch die Intensität und die Dynamik“, sagte der Weltmeister von 2014. Er sei „aber auch nicht der Regelhüter“.
Ittrich: „Regeltechnisch eine Rote Karte“
Nach Meinung von Ittrich waren in der Szene zwei von drei Kriterien für Rot gegeben: Messi hatte „nullkommanull“ die Chance, an den Ball zu kommen, und das Trefferbild habe „übel“ ausgesehen. „Das Einzige, was fehlt, ist die Dynamik“, sagte der 47-Jährige. Deswegen habe wohl auch der VAR sich nicht gemeldet. „Das ist aber eigentlich regeltechnisch eine Rote Karte. Wenn ich das so auf dem Platz wahrgenommen hätte, hätte ich Rot gegeben. Wenn der Schiedsrichter Rot gezeigt hätte, wäre das safe nicht zurückgenommen worden“, betonte Ittrich.
Ex-Weltmeister Christoph Kramer sagte im ZDF, dass auch das Verhalten von Mandi eine Rolle gespielt haben könnte. „Es gibt auch immer noch die Wahrheit, was der Gegenspieler daraus macht. Also bei einem WM-Spiel, wenn Messi mich so trifft, dann lasse ich Sanitäter kommen“, sagte Kramer. Mandi sei relativ schnell wieder aufgestanden. „Also wenn da Sanitäter kommen, das sieht alles ein bisschen schlimmer aus. Das gehört leider, leider, leider auch mit zum Fußball. Dann bin ich sicher, dass es eine andere Entscheidung gibt.“
Bei einem Platzverweis hätte Messi nach seinem ersten Tor in der 17. Minute nicht mit noch zwei weiteren Treffern glänzen können. So aber traf Argentiniens Kapitän auch noch in der 60. und der 76. Minute und stellte dadurch den WM-Rekord von 16 Toren von Miroslav Klose ein.
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