10.09.2019 - 16:22 Uhr
Sport

Ganz starke Ghost-Frauen

Was für ein Finish! Vier Sekunden fehlen Anne Terpstra im letzten Saisonrennen zum Sieg. Aber trotzdem jubelt die Ghost-Fahrerin. Denn im Gesamtklassement der Cross-Country-Weltcupserie liegt sie am Ende ziemlich weit vorne.

Konzentriert war Anne Terpstra beim letzten Mountainbikerennen der Saison in den USA unterwegs. Am Ende musste sich die Holländerin nur um Sekunden geschlagen geben.
von Armin Eger Kontakt Profil

Aus Ungarn, der Schweiz, Österreich, Italien und Holland sind die fünf Frauen, die für das Waldsassener Ghost-Factory-Racing-Team im Cross-Country-Weltcup in dieser Saison am Start sind. Am erfolgreichsten war die Niederländerin Anne Terpstra, die in Waldsassen lebt und dort auch trainiert. Mit Platz zwei im abschließenden Rennen in den USA sicherte sie sich in der Gesamtwertung Rang vier. Die Ghost-Mannschaft gewann die letzte Teamwertung und war damit auch im siebten Weltcup der Saison ungeschlagen.

Die Strecke ist ein bisschen wie in den Niederlanden. Es sind relativ wenige Höhenmeter und das ganze Rennen dreht sich darum, die Geschwindigkeit zu behalten und möglichst wenig Energie zu vergeuden.

Ghost-Fahrerin Anne Terpstra

Anne Terpstra (vorne) fuhr beim letzten Weltcuprennen der Saison ein starkes Rennen.

Nach Snowshoe in West Virginia mussten die Mountainbiker zum Saisonabschluss reisen. Der Ort ist das Herzstück eines kleinen Skigebiets und Bikeparks und liegt auf einem Höhenzug in den Appalachen auf fast 1500 Metern Höhe. Die relativ kurze Strecke zeichnet sich durch sehr schnelle Passagen und einige neu gebaute Sektionen aus. Im Vergleich zu den restlichen Kursen des Jahres waren pro Runde relativ wenige Höhenmeter zu absolvieren.

Die 28-jährige Terpstra sorgte zum Saisonfinale noch einmal für ein Highlight und fuhr äußerst knapp hinter der frisch gekürte Weltmeisterin Pauline Ferrand Prevot (Frankreich) über die Ziellinie. "Die Strecke ist ein bisschen wie in den Niederlanden. Es sind relativ wenige Höhenmeter und das ganze Rennen dreht sich darum, die Geschwindigkeit zu behalten und möglichst wenig Energie zu vergeuden."

Jubel bei der Siegerehrung bei Anne Terpstra.

Die Holländerin war von Beginn an in der Spitzengruppe: "Die ersten drei Runden sind wir eigentlich spazierengefahren und ich wollte dann einfach irgendwann etwas versuchen", blickt sie zurück. Sie beschloss, die Konkurrenz zu testen. Die Spitzengruppe reduzierte sich auf vier Fahrerinnen und danach setzten sich Terpstra und die Französin Pervot ab. "Mit nur noch einer halben Runde zu fahren war ich mir vielleicht schon ein bisschen zu sicher und dachte, ich habe es unter Kontrolle. Pauline kam dann auf den letzten Metern noch einmal heran und ich habe wirklich alles gegeben. Es hat dann leider nicht ganz gereicht und ich war zunächst etwas enttäuscht, aber es gibt wirklich keinen Grund dafür", sagt Terpstra, der am Ende vier Sekunden zum Sieg fehlten. "Das Rennen war ein toller Abschluss dieser Saison und ich bin stolz auf die Ergebnisse und besonders stolz auf das ganze Team."

Und wie ging es den anderen Fahrerinnen des Waldsassener Teams? Die Schweizerin Sina Frei (22.) ist Gesamtsiebte geworden, die Österreicherin Lias Pasteiner wurde in Snowshoe Zehnte und verteidigte Gesamtrang-Sieben in der U23. Barbare Benko (Ungarn) hatte nach einer zweiwöchigen Pause wieder ihr erstes Renen und finishte als 33. Nicht dabei war die Italienerin Marika Tovo. Sie muss schon längere Zeit pausieren. Sie hatte sich im Juni beim Rennen in Novo Mesto schwerer verletzt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.