02.09.2018 - 13:41 Uhr
GebenbachSport

Traumtor aus über 60 Metern

Bayernliga-Spitzenreiter DJK Gebenbach gelingt beim 5:2 gegen die SpVgg Ansbach der siebte Sieg in Serie ‒ und Kai Hempel ein ganz besonderer Treffer.

Kämpfer, Rackerer und seit Samstag auch virtuoser Torschütze: Gebenbachs Mittelfeldspieler Kai Hempel (vorne) verblüffte im Spiel gegen die SpVgg Ansbach mit seinem spektakulären Bogenschuss nicht nur den gegnerischen Schlussmann, sondern auch seinen eigenen Trainer.
von Autor LIKProfil

(lik) Die unglaubliche Erfolgsserie der DJK Gebenbach geht weiter: Auch gegen die auswärtsstarke SpVgg Ansbach behielt die Mannschaft von Trainer Faruk Maloku mit 5:2 die Oberhand, blieb zum achten Mal nacheinander ungeschlagen und verteidigte die Tabellenführung in der Fußball-Bayernliga Nord. War die DJK beim 2:1-Sieg gegen den ASV Vach am Mittwoch noch 87 Minuten in Unterzahl, so spielte sie nach einem Platzverweis gegen den Ansbacher Marcel Fürsattel nach einer Tätlichkeit (23.) diesmal über eine Stunde lang in Überzahl.

Für den gesperrten Julian Ceesay brachte Trainer Maloku für die Innenverteidigung Lukas Libotovsky. Wie schon in den beiden Begegnungen des Vorjahres entwickelte sich auch das dritte Aufeinandertreffen der beiden offensivstarken Mannschaften wieder zu einem torreichen und für die Zuschauer äußerst attraktiven Spiel, in dem statistisch gesehen alle 13,5 Minuten ein Tor fällt. Und das obwohl auf beiden Seiten Top-Stürmer wegen Verletzung fehlten. Auf Ansbacher Seite konnten Tom Abadjiew und Sven Landshuter nicht mitwirken, bei Gebenbach fehlte Torjäger Marco Seifert wegen einer Schulterverletzung.

Die Partie begann ohne Abtastphase. Nach 50 Sekunden luchste der in den Angriff beorderte Dominik Haller Gästetorhüter Sebastian Heid den Ball ab, seine Hereingabe vor das leere Tor fand keinen Abnehmer. Auf der anderen Seite war Niklas Seefried nach einem Pass von Hasselmeier auf links frei durch, sein Ball ins Zentrum hatte aber die Grundlinie knapp überschritten, so dass der anschließende Treffer nicht zählte. In der 5. Minute fast das 1:0 für Gebenbach, als Jonas Lindner nach einer Freistoßflanke von Haller am Fünfmeterraum völlig frei zum Kopfball kam, die Kugel aber knapp über Gästegehäuse setzte. Ansbach präsentierte sich weiter selbstbewusst und spielstark. " In den ersten 15 Minuten war Ansbach einen Tick aggressiver als wir, dann haben wir aber von Minute zu Minute besser rein gefunden ins Spiel", so DJK-Trainer Maloku.

Klasse herausgespielt war der Führungstreffer für Gebenbach in der 19. Minute: Jan Fischer schloss eine Kombination mit Dominik Haller aus schwierigem Winkel mit einem Flachschuss ab. Kurz danach ließ sich Marcel Fürsattel nach einem Zweikampf mit Jonas Lindner zu einer Tätlichkeit hinreißen und wurde vom souverän leitenden Schiedsrichter mit "Rot" vom Platz gestellt.

Es ging spektakulär weiter: Sekunden nach der Hinausstellung sah Kai Hempel, dass Torhüter Heid etwas weit vor seinem Kasten stand und mit einem Bogenschuss "Marke Tor des Jahres" überwand er den Gästeschlussmann aus über 60 Metern. "Dieses Traumtor werden wir auch ein bisschen feiern - weil das wird er niemals wieder schaffen", sagte Faruk Maloku bei der anschließenden Pressekonferenz und sorgte damit für Lacher. Das 3:0 von Innenverteidiger Andre Biermeier in der 35. Minute kommentierte Maloku so: "Eine perfekte Ecke von Dominik Haller und ein perfekter Kopfball von Andre, vom Gegner kaum zu verteidigen. Aber dann machen wir das Spiel dummerweise wieder spannend", ärgerte er sich über die verloren gegangene Ordnung nach der klaren Führung.

Die Mittelfranken resignierten trotz des klaren Rückstands keineswegs und spielten weiter munter nach vorne. Der auffällige Niklas Seefried wurde in der 37. Minute nur halbherzig angegriffen und verkürzte auf 1:3. Als dann auch noch Kapitän Christoph Hasselmeier kurz vor der Halbzeit mit einem Freistoß zum 2:3 traf, war die Begegnung plötzlich wieder offen. Und tatsächlich gab es drei Minuten nach Seitenwechsel die Möglichkeit zum Ausgleich. DJK-Torhüter Nitzbon konnte aber den Versuch von Patrick Kroiß klären. Danach fing sich die DJK wieder und hatte jetzt allerbeste Kontermöglichkeiten, aber nur Torjäger Niko Becker nutzte eine davon per Hacke zum 4:2 in der 59. Minute.

Auch jetzt spielten die Mittelfranken unverdrossen offensiv weiter und Gebenbachs Riesenmöglichkeiten, das Ergebnis deutlich höher zu gestalten, häuften sich. Haller, Becker, Lindner und zweimal Kohler gingen aber bei den Eins-zu-Eins-Situationen gegen Torhüter Heid viel zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Und so war es dem 17-jährigen Nachwuchstalent Fabio Pirner vorbehalten, Sekunden nach seiner Einwechslung in der 90. Minute mit dem 5:2 den Schlusspunkt unter eine kurzweilige und unterhaltsame Begegnung zu setzten.

"Wir hatten uns hier viel vorgenommen. Trotz der Rückschläge haben wir permanent versucht, guten, offensiven Fußball zu spielen. Deshalb muss ich der Mannschaft trotz der 2:5-Niederlage ein Riesenkompliment machen", so SpVgg-Trainer Marco Schülein.

DJK Gebenbach - SpVgg Ansbach 5:2 (3:2):

DJK Gebenbach: Nitzbon, Biermeier, Libotovsky, Gorgiev, Haller (90. Pirner), Kohler (90. Keilholz), Lindner, Fischer, Scherm, Hempel, Becker

SpVgg Ansbach: Heid, Fürsattel, Belzner, Meyer (77. Manz), Reutelhuber (61. Lederer), Dietrich, Seefried (69. Karakas), Schmidt, Hasselmeier, Kroiß, Störzenhofecker

Tore: 1:0 (21.) Jan Fischer, 2:0 (24.) Kai Hempel, 3:0 (35.) Andre Biermeier, 3:1 (37.) Niklas Seefried, 3:2 (44.) Christoph Hasselmeier, 4:2 (59.) Niko Becker, 5:2 (90.) Fabio Pirner - SR: Christopher Knauer (Isling) - Zuschauer: 306 - Rot: (23.) Marcel Fürsattel (Ansbach), Tätlichkeit - Gelb-Rot: (86.) Christoph Hasselmeier (Ansbach), wiederholtes Foulspiel

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