Borussia Mönchengladbach bleibt vor eigenem Publikum in der Fußball-Bundesliga sieglos und Tabellenletzter. Das Team von Trainer Alexander Blessin verpasste gegen Aufsteiger SC Paderborn den dritten Pflichtspielsieg in Serie und kam nicht über ein 0:0 hinaus. Für die Ostwestfalen war es das dritte ungeschlagene Bundesligaspiel am Stück. Das hatte es im Oberhaus zuletzt vor über sechs Jahren gegeben.
Mit vier Punkten nach acht Spielen bleiben die Gladbacher nach der zähen Nullnummer Letzter, Paderborn rangiert mit neun Zählern im Mittelfeld. Erneut erwies sich das Team von Trainer Ralf Kettemann als äußerst unangenehm.
Das Spiel brauchte lange, um etwas Begeisterung zu entfachen. Lange egalisierten sich die Teams und beackerten sich zwischen den Strafräumen. Erst nach etwa einer halben Stunde wurde es insbesondere für das Gäste-Tor gefährlich. Gladbachs 17 Jahre altes Supertalent Wael Mohya spitzelte Paderborns Mattes Hansen den Ball vom Fuß, Robin Hack übernahm und lupfte den Ball aus knapp 30 Metern über den weit vor dem Tor stehenden SCP-Keeper Nahuel Noll hinweg, aber auch Zentimeter am Tor vorbei.
Kurz darauf zählte die vermeintliche Führung der Borussia durch Joe Scally nicht, der Noll im Fünfmeterraum ins Tor gedrängt hatte. Warum Schiedsrichter Timo Gerach für diese Entscheidung den Videobeweis benötigte, dürfte nur er wissen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war es erneut Scally, der allein vor dem Tor am gut reagierenden Noll scheiterte. In dem Moment wäre ein Abspiel auf Mohya wohl die bessere Idee gewesen.
Fan-Widerstand gegen Präsident Bonhof
Der größte Aufreger der ersten Halbzeit war da noch der zur Schau gestellte Widerstand gegen Vereinslegende und Präsident Rainer Bonhof. Bereits seit einigen Monaten gibt es in der Fanszene Unmut über die Vereinsführung um Bonhof, den die Ultras während des Spiels auch mit einem Plakat ausdrückten. „Legende ja, Präsident nein: Danke Rainer, es reicht“, stand darauf. Der 74 Jahre alte Weltmeister von 1974 muss sich in den kommenden Monaten entscheiden, ob er sich im Frühjahr 2027 noch einmal zur Wahl stellt.
Auf dem Spielfeld blieb es auch im zweiten Durchgang weitestgehend langweilig. Paderborn tat nur mehr für die Offensive, ohne wirklich gefährlich zu werden. Bei den wenigen Abschlüssen war Daniel Batz im Gladbacher Tor zur Stelle. Batz stand wie beim Pokalsieg am Dienstag gegen Karlsruhe für Moritz Nicolas (muskuläre Probleme) im Tor.
Gladbacher zu eigensinnig
Die Gladbacher selbst blieben auch mit weniger Spielanteilen gefährlicher. Mohya setzte sich nach 70 Minuten klasse gegen mehrere Paderborner durch, agierte dann vor dem Tor aber zu eigensinnig und verpasste das Abspiel auf den mitgelaufenen Hack. Borussen-Coach Alexander Blessin versuchte es zur Schluss-Viertelstunde noch einmal mit einem Dreifachwechsel.
Neben Ko Itakura für Florian Neuhaus kam dabei auch Jens Castrop für Mohya nach seiner Schulterverletzung in der Vorbereitung zum Saisondebüt. Nicolas Kühn für Hack feierte sein Comeback nach einem Muskelbündelriss. Auch diese Maßnahme zeigte aber keine Wirkung mehr. Angesichts der prekären Tabellensituation ist das Unentschieden insbesondere für die Borussen zu wenig.
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