Update 12.05.2019 - 15:13 Uhr
GrafenwöhrSport

SV Grafenwöhr steigt in Landesliga auf

Die Sportvereinigung Grafenwöhr kehrt nach über 30 Jahren zurück in die Landesliga. Am vorletzten Spieltag der Bezirksliga Nord lassen die Gelb-Roten nichts anbrennen und machen ihr Meisterstück.

von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Es war eine klare Sache für die SV Grafenwöhr: Mit einem hochverdienten 3:0 (1:0)-Heimsieg gegen den SV Schwarzhofen räumte die Mannschaft am Samstagnachmittag alle Zweifel am Titelgewinn in der Bezirksliga Nord aus. Markus Kraus eröffnete bereits in der 2. Minute den Torreigen, nach der Pause machte Goalgetter Patryk Bytomski (52./74.) den Deckel drauf. Mit nunmehr 68 Punkten ist die Truppe von Trainer Roland Lang vor dem Saisonfinale (beim FC Amberg) nicht mehr von Verfolger SV Hahnbach (63 Zähler) einzuholen.

Nach dem Schlusspfiff brachen bei Spielern und Fans alle Dämme. Noch auf dem Rasen feierte die Grafenwöhrer Fußballfamilie den überraschenden Direktaufstieg in die Landesliga Mitte. Dieses Kunststück hatte der damalige SV TuS Grafenwöhr letztmals im Jahr 1983 geschafft. Allerdings währte das Landesliga-Glück nur eine Saison. Grafenwöhr stieg in der Spielzeit 1983/84 postwendend wieder ab.

Ein solches Malheur will die Sportvereinigung diesmal vermeiden. "Ich hoffe, dass wir uns in der Landesliga etablieren können", sagte Kapitän Johannes Renner, dem die Freude über den gelungenen Coup ins Gesicht geschrieben stand. Dass die Mannschaft vor einem Jahr noch in der Kreisliga kickte und nun die zweite Meisterschaft in Folge feierte, konnte auch ein gestandener Fußballer wie der 29-jährige Offensivspieler kaum fassen: "Vor Saisonbeginn hätte ich das Ganze nicht für möglich gehalten. Ich wäre froh gewesen, wenn wir nicht absteigen. Wahnsinn, was die junge Truppe geleistet hat." Dem pflichtete der Spartenleiter uneingeschränkt bei. "Es ist Irrsinn, was in dieser Saison passiert ist", stellte Johann Danninger ergriffen fest. "Das ist eine Sache für die Ewigkeit. Es stimmt alles in dieser Truppe."

Wie reibungslos sich ein Rädchen ins andere fügt, zeigten die Grafenwöhrer Spieler auch gegen Schwarzhofen. Nach dem frühen Führungstor von Markus Kraus, der wie zuletzt beim 1:0-Erfolg in Paulsdorf einen enorm wichtigen Treffer erzielte, benötigte die Heimmannschaft zwar eine längere Anlaufzeit. Aber mit Beginn der zweiten Halbzeit drehte die Mannschaft auf und stürzte den SV Schwarzhofen von einer Verlegenheit in die nächste. Die Gäste versuchten zwar mitzuspielen, brachten aber in der Offensive kein Bein auf den Boden. Ein einziger Torschuss durch Stefan Voith in der 35. Minute war alles, was der SVS gegen eine giftige Grafenwöhrer Abwehr zustande brachte. Patryk Bytomski blieb es vorbehalten, dem als Tabellenfünfter angereisten SV Schwarzhofen mit seinen Saisontoren 17 und 18 endgültig den Zahn zu ziehen. Zunächst schloss der Torjäger einen Traumpass von Dominik Sandner mit dem 2:0 ab, dann vollendete der 21-Jährige abgebrüht mit einem Drehschuss zum 3:0. "Ich muss der Mannschaft danken", sagte Bytomski, der vor der Saison von der SpVgg SV Weiden II gekommen war. "Die Integration in das Team hat hier sofort super geklappt. Meine Tore gehen auch auf das Konto meiner Mitspieler."

Bei wem sich die Spieler besonders zu bedanken hatten, war spätestens klar, als sie unter den Sektfontänen der lautstarken Schlachtenbummler ihren Trainer hochleben ließen. "Roland Lang hat einen großen Anteil am Erfolg", lobte Markus Kraus, mit 30 Jahren immer noch einer der Leistungsträger im Team, den Coach. Lang habe neuen Schwung reingebracht, den Zusammenhalt gestärkt ("Wir sind nicht 11, sondern 20 Freunde") und den Verjüngungsprozess eingeleitet. "Er ist ein Glücksgriff. Wir hatten ja auch schon andere Zeiten im Verein."

Der so Gelobte gab das Kompliment prompt zurück: "Teamgeist, Trainingsfleiß, fußballerisches Können und Wille ohne Ende", zählte Lang als Gründe für den unerwarteten Erfolg auf. Dass Meisterschaft und Aufstieg ein Thema sein könnten, hatte Lang, der zu Saisonbeginn 2017/18 vom TSV Erbendorf nach Grafenwöhr gewechselt war, erstmals am 6. April verinnerlicht: "Das war an meinem Geburtstag. Wir haben an diesem Samstag in Schwarzenfeld mit 1:0 gewonnen", erzählte der Aufstiegstrainer. "Ab da habe ich daran geglaubt. Wir haben uns nun für eine super Saison belohnt."

Die Auzfstiegseuphorie soll bei der Sportvereinigung lange anhalten, am besten bis weit in die nächste Saison hinein. "Die Landesliga ist ein extrem großer Schritt", gab zwar Markus Kraus zu bedenken. Das Vertrauen in die eigene Stärke sei jedoch groß: "Wir werden unser Bestes geben." Dass mit dem 1. FC Schwarzenfeld, dem SV Raigering und der SpVgg Pfreimd die Aufsteiger aus der Bezirksliga Nord zuletzt in der Landesliga Mitte mächtig Lehrgeld zahlen mussten, schreckt Lang nicht. "Dann werden wir versuchen, es besser zu machen", kündigte er forsch an. Personelle Veränderungen werde es aber kaum geben. "Wer jetzt glaubt, dass wir einige landesliga- oder bayernligaerfahrene Spieler holen, kann lange warten", erklärte Lang. "Wir vertrauen im Großen und Ganzen auf den Kader, der aufgestiegen ist."

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