07.11.2019 - 17:44 Uhr
MünchenSport

Grummeln und Mosern: Noch viel Redebedarf beim FC Bayern

In den vergangenen Spielzeiten wäre ein Spiel gegen Piräus für die Bayern nur ein Häppchen vor dem großen Hit gegen Borussia Dortmund gewesen. In diesen Tagen macht selbst so eine Partie Mühe. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Thomas Müller ist aufgebracht. Es lief gegen Piräus nicht viel zusammen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Da war mal so richtig Leben in der Mannschaft: Thomas Müller nahm sich Benjamin Pavard zur Brust, Robert Lewandowski war ohnehin ständig am Mosern und machte Serge Gnabry klar, was ihm nicht passte. Gnabry selbst war auch des Öfteren frustriert, winkte verärgert ab. Der FC Bayern München schoss am Mittwoch gegen Olympiakos Piräus nicht nur zwei Tore in der zweiten Halbzeit, sondern die Spieler demonstrierten auch öffentlich ihre derzeitige Unzufriedenheit. Die Krönung des internen Grummelns: Nach einem einfachen Fehlpass in der 79. Minute beschimpfte Thomas Müller - sich selbst.

"Eine gute Leistung"

Nur eine gute halbe Stunde überwog dann schon wieder der Optimismus: "Ich bin fröhlich, weil wir dominant gewonnen haben, so wie wir uns den FC Bayern vorstellen." Nach all dem, was die Bayern und vor allem Thomas Müller die letzten Wochen durchgemacht haben, sei es ihm verziehen, dass er eine eher magere Leistung so hochlobte. Und man darf auch bei Kapitän Manuel Neuer nachsichtig sein: "Wir haben eine gute Leistung gezeigt und unser Spiel 90 Minuten durchgezogen."

Suche nach sich selbst

Der FC Bayern im Herbst 2019. Der deutsche Rekordmeister ist weiter auf der Suche nach sich selbst, auf der Suche nach der Normalität, die da Dominanz und Siegesgewissheit heißt. Aber schon kleine positive Ansätze machen in diesen Tagen und Wochen Mut. Gegen die biederen Griechen gab es das erste Zu-null-Spiel seit acht Partien. Javi Martínez gab einen passablen Innenverteidiger. Und die neue Viererkette mit Alphonso Davies und n Pavard außen sowie Martínez und David Alaba innen ist nicht die schlechteste Variante. "Es ist für unser Selbstverständnis in der Defensive wichtig, dass wir zu null geblieben sind", sagte Trainer Hansi Flick. Auch der Interimscoach sammelte gute Nachrichten. "Für uns ging es vor allem darum, uns in der Defensive für Dortmund einzuspielen."

Gegen Olympiakos Piräus zeigten gerade die Jüngsten, dass sie das Bayern-Schiff wieder auf Kurs bringen wollen. Joshua Kimmich, dieses Mal wieder auf der Sechs eingesetzt, war der Passsicherste. "Joshua war immer präsent, immer da", lobte Flick den ehrgeizigen Blondschopf. "Und Alphonso hat das in der Defensive sehr gut gemacht." Demnach ist Davies von Flick fürs Spiel am Samstag schon gesetzt. Gegen die schnellen Dortmunder Stürmer wird die Sprintstärke des jungen Kanadiers gefragt sein. Flick erwartet vom 19-Jährigen aber noch mehr Offensivpower. "Er hat einen enormen Speed, den müssen wir mehr ins Spiel bringen."

Bayern gegen Dortmund, der Hit am Samstagabend interessierte natürlich bald mehr als das Pflichtprogramm gegen Piräus. "Der BVB ist toll in Form", lobte Lewandowski seinen Ex-Klub. Er weiß, dass man das von den Bayern auch nach dem Trainerwechsel noch nicht sagen kann. Allzu sicher sollten sich die Dortmunder dennoch nicht fühlen. "Da können wir ein weiteres Zeichen setzen", verspricht Flick höchstes Engagement der Bayern. Mit einem Sieg könnten die in nur 90 Minuten alles Negative der letzten Wochen ins Positive drehen.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.