Acht Tage nonstop über den Goldsteig

Malerische Seen, epochale Berglandschaften: Klingt eigentlich nach Erholung. Doch beim jährlichen "Ultrarace" geht es alles andere als erholsam zu. Den einzelnen Teilnehmern wird alles abverlangt.

Die drei Gewinner des Ultrarace sind erschöpft, aber glücklich.
von Redaktion ONETZProfil

„Es gibt noch so viel mehr in Bayern als nur Neuschwanstein und die Zugspitze. Beim Goldsteig braucht man auch nicht anstehen“, freut sich Michael Frenz. Er hat dieses Jahr zum siebten Mal das "Goldsteig Ultrarace" organisiert. Acht Tage waren die 56 Teilnehmer aus neun Nationen über den Goldsteig von Marktredwitz bis nach Gütenland unterwegs. In den drei verschiedenen Streckenlängen 166km, 488km und 665km konnten die Läufer verschiedenste Landschaften über Seen, Wälder, Steinlandschaften bis hin zu Städten bewundern. Manche der Teilnehmer sind bereits zum wiederholten Male dabei. Auch Thomas Schmid aus Dieterskirchen hat erneut teilgenommen, diesmal auf der Kurzstrecke von 166 km. Er belegte mit einer Zeit von 26 Stunden und 23 Minuten den zweiten Platz.

Vor allem die Langstrecke von 665 km forderte die Teilnehmer besonders heraus. Der Sieger der Herren in diesem Jahr, der Rumäne Adrian Toma, schlief zu Beginn des Rennens nur zwei Stunden am Tag, danach nur noch mehrmals 15 Minuten über den Tag verteilt. Er legte die Strecke bei wechselhaftem Wetter innerhalb von etwa 165 Stunden zurück, im letzten Jahr musste er das Rennen verletzungsbedingt abbrechen. Die Gewinnerinnen bei den Frauen Sachiko Tokoro aus Japan und Daphné Derouch aus Frankreich brauchten 191 Stunden und 45 Minuten für die 665km.

Tausende verfolgten das Rennen per Livetracking im Internet. In den Orten, durch die die Teilnehmer laufen, wird immer öfter Hilfe angeboten. Auch untereinander unterstützen sich die Teilnehmer. Adrian Toma betont: „Obwohl wir Gegner sind, helfen wir einander.“ Er habe des Öfteren Support von Mitstreitern angeboten bekommen, da er ohne Unterstüzungsauto teilnahm. Die Läufer müssen sich selbst versorgen, einzig allein ein Arzt kümmert sich um den Gesundheitszustand.

„Das „Ultrarace“ ist ein Top-Werbeträger für die Region geworden.“, ist Neunburgs Bürgermeister Martin Birner überzeugt. Durch die Präsenz des Rennens würden Touristen in die Gegend gelockt werden, die den Goldsteig bewandern wollen. Im nächsten Jahr wird es noch mehr Aufmerksamkeit geben. Dann wird nämlich die Langstrecke auf 1001km zum „Megarace“ ausgedehnt werden. Erwartet werden etwa 150 Teilnehmer aus 20 Nationen, gestartet wird in Mauth in Tschechien. Auch Filmteams werden zu dem Ereignis erwartet. Ziel wird wieder das Panoramahotel am See in Gütenland sein. Organisator Frenz hofft im nächsten Jahr auch auf Hilfe von Personen oder Vereinen aus der Region. Manche, die in den letzten Jahren dabei waren, haben in diesem Jahr pausiert oder nur eine der kürzeren Strecken gelaufen, um für das nächste Jahr fit zu sein. Für eine derart lange und herausfordernde Strecke braucht es etwa eineinhalb Jahre Vorbereitung. Für die diesjährigen Läufer geht es nun darum, sich von den Anstrengungen der letzten Tage zu erholen. Der diesjährige Gewinner Adrian Toma hat sich bereits für das „Megarace“ im nächsten Jahr angemeldet. Er freut sich darauf die bayerische Landschaft wiederzusehen.

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