06.11.2019 - 23:34 Uhr
MünchenSport

Hansi doch noch im Glück

Das Europa-Ticket fürs nächste Jahr ist gebucht. Doch wenn die Bayern dann auf Reisen gehen, dürfen sie für weitere Tickets schon noch ordentlich etwas drauflegen.

Der FC Bayern München hat durch den 2:0-Erfolg gegen Olympiakos Piräus vorzeitig das Achtelfinale der Champions-League erreicht. Hier bejubeln die Münchener das 1:0 durch Robert Lewandowski (links).
von Josef Maier Kontakt Profil

Neuer Trainer, neue Aufstellung, aber noch nicht viele neue Ideen oder gar total neuer Schwung: Der FC Bayern hat zwar am Mittwochabend vorzeitig das Achtelfinale der Champions-League erreicht, doch beim 2:0 (0:0) gegen Olympiakos Piräus steckten noch einige Unzulänglichkeiten der letzten Wochen in den Klamotten. Die Tore erzielten Robert Lewandowski (69.) und der Sekunden zuvor eingewechselte Ivan Perisic (88.)"Ich bin erst einmal mit dem Auftritt zufrieden", sagte Trainer Hansi Flick und gab zu bedenken: "Die Situation war für die Mannschaft nach dem Trainerwechsel nicht einfach." Für ihn sei vor allem wichtig gewesen, defensiv gut zu stehen und seine Abwehrreihe für das Spitzenspiel am Samstag gegen Dortmund vorzubereiten. "Man kann innerhalb von drei Tagen nicht alles besser machen", meinte Robert Lewandowski, der aber trotzdem viele positive Ansätze sah.

Interimstrainer Hansi Flick hatte die Mannschaft gegenüber dem Debakel von Frankfurt auf drei Positionen verändert: Für Jérôme Boateng verteidigte Javi Martínez, auf die Thiago-Position rückte Goretzka und der dauerschwächelnde Philippe Coutinho wurde durch Kingsley Coman ersetzt. Die Bayern brauchten, ehe sie vor den 70 000 Zuschauern die fünf Watschn vom Samstag zumindest etwas aus den Trikots geschüttelt hatten. Ex-Trainer Niko Kovac dürfte auf der heimischen Couch in Salzburg einiges bekannt vorgekommen sein: Die Flanken waren zu ungenau, Stockfehler gabs auch, das ein oder andere Abspiel war weiter schlampig, das Verlangen nach Sicherheit im Spiel allerorten spürbar.

Eine Super-Chance hatte Kingsley Coman (35.), der endlich mal wieder Tempo aufnahm, doch Piräus-Keeper Jose Sa war zur Stelle. Dass die Bayern zu umständlich agierten, zeigte sich nur Sekunden später, als Thomas Müller erst die fünfte oder sechste Abschlussmöglichkeit der Münchener wahrnahm. Benjamin Pavard hätte die Bayern aber fast mit dem Pausenpfiff doch noch in Führung gebracht, doch das Leder prallte an den Pfosten.

Zu Beginn der zweiten Hälfte stand nicht der Pfosten, sondern Piräus-Keeper Jose Sa nach einem Goretzka-Kopfball im Weg. Doch die Bayern waren weiterhin fahrig. Lewandowski nahm sich kurz den Vier-Tore-Helden von Tottenham, Gnabry, zur Brust, dessen Laufweg passte dem Polen nicht. Automatismen im Spiel? Nur in Spurenelementen vorhanden. Es wurde ein Nervenspiel. Und dann half doch noch ein Glückstreffer: Coman wollte ganz sicher nicht zu Lewandowski flanken, doch der lief in Schusslinie und fälschte den Ball zum 1:0 (69.) ab. Ihre Umständlichkeit konnten die Gastgeber dennoch nicht ablegen, auch wenn Perisic noch zum 2:0 (88.) abstaubte. Die letzten Wochen hängen durchaus noch in den Klamotten.

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