Am Samstag hatte Uli Hoeneß seine komplette Vergangenheit vor Augen. Denn der Präsident des FC Bayern spielte Ende der 1970er Jahre zum Ausklang seiner viel zu kurzen Profikarriere auch für den 1. FC Nürnberg.
Natürlich drückte er seinen Bayern im Derby die Daumen. Den Bayern, die ohne Uli Hoeneß ganz sicher nicht das wären, was sie heute sind: Ein europäisches Schwergewicht, Bundesliga-Rekordmeister, mit Abstand die Nummer 1 hierzulande, daran ändert auch derzeit Platz vier in der Liga nichts.
Es sind aber nicht nur "seine" Bayern, das wurde auf der Jahreshauptversammlung klar. Die Aufregung ist immer noch groß. Verstörend findet es der 66-Jährige, was abgelaufen sei. Dabei war es ein ganz normaler Vorgang: Fans sagten ihre Meinung.
Der FC Bayern hat knapp 300 000 Mitglieder. Laut einer Umfrage des "Spiegels" sollen etwa neun Millionen Deutsche mit den Münchenern sympathisieren. So ein Verein lebt, mit unterschiedlichen Strömungen. Eine Debattenkultur hat es bei den Bayern aber lange nicht geben. Das alles ist keine "One-Man-Show" oder Sache von irgendwelchen Gremien mit ausgewählten Personen.
Hoeneß wirkt seit seiner Haftentlassung ohnehin wie ein Gehetzter. Früher sprach er auch unangenehme Dinge offen an, scheute keinen Konflikt und hatte oft Recht. Mittlerweile scheint Hoeneß das Gespür für die Situation verloren zu haben. Heute bestimmt bei ihm oft Polemik die Szenerie. So ein Desaster wie bei der legendären Pressekonferenz Mitte Oktober wäre ihm früher nicht passiert.
"Das war's noch nicht", hatte Hoeneß Mitte 2014 vor dem Gang ins Gefängnis den Fans entgegengeschmettert. Doch Hoeneß braucht doch niemanden mehr etwas zu beweisen. Er sollte sein Lebenswerk nicht selbst beschädigen. Bei der nächsten Versammlung 2019 sollte es das gewesen sein.













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