09.04.2026 - 08:18 Uhr

„Informelle Zwischentöne“: Zäsur wirkt in Augsburg nach

Manuel Baum will mit dem FC Augsburg den Klassenerhalt quasi schon jetzt klarmachen. Das Flutlichtheimspiel gegen Hoffenheim weckt Erinnerungen an eine Zeit, die den Verein noch heute beschäftigt.

Die Zäsur aus der Hinrunde beschäftigt den FC Augsburg noch immer. Nach einem 0:3 am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei der TSG 1899 Hoffenheim wurde das Experiment mit Sandro Wagner beendet. Manuel Baum, eigentlich Leiter Entwicklung und Fußballinnovation bei den Fuggerstädtern, übernahm als Trainer. Nun treffen die Augsburger an diesem Freitag (20.30 Uhr/Sky) zuhause erneut auf den Champions-League-Kandidaten aus dem Kraichgau.

Das Hinspiel sei schon noch ein Thema gewesen, räumte Baum vor seinem persönlichen Hinrundenende mit dem dann 17. Bundesligaspiel als Wagner-Nachfolger ein. Er habe bei ein oder zwei Spielern „informelle Zwischentöne“ beim Gegner-orientierten Training unter der Woche wahrgenommen.

Kontrolle oder nicht?

Im Hinspiel den Raum nicht zugekriegt, da den Raum überladen, da kein Zugriff: Bei solchen Aussagen mache man sich „schon Gedanken. Hängt noch etwas in den Klamotten drin oder nicht?“, erzählte Baum, der das Thema aufarbeiten wollte. „Es ist wichtig, dass wir am Freitag auf dem Platz ein Gefühl haben, dass wir das Spiel gewinnen und wir die Sachen, die im Hinspiel vielleicht nicht so funktioniert haben, kontrollieren können.“

Diese Gewissheit hat Baum der Mannschaft in den vergangenen Monaten wieder eingeflößt. Aus einem Abstiegskandidaten ist ein Verein mit der bald greifbaren Perspektive Klassenerhalt geworden - auch wenn die Augsburger aus den vergangenen vier Spielen nur einen Punkt holten.

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Dafür sollen nun mit einem Heimsieg im „nächsten Kracher“, wie Baum das Kräftemessen voller Vorfreude titulierte, die 35 Zähler vollgemacht werden. Für Baum wäre das ein „erster Schritt zum Klassenerhalt“.

Sind 35 die neuen 40?

Tatsächlich dürfte ein Dreier aber mehr als das sein. Letztmals reichten nur dem VfL Wolfsburg in der Saison 2016/17 sogar 37 Zähler nicht zum sicheren Klassenerhalt nach dem 34. Spieltag. Sonst waren 35 Punkte genug, auch wenn man zuvor lange in der Branche darüber gesprochen hatte, dass die magische Grenze bei 40 Zählern liegen würde. „Es scheint so, dass man 35 Punkte zwingend erreichen muss, um mit einer hohen Wahrscheinlichkeit die Klasse zu halten“, sagte Baum.

Auf seinen Gelb-gesperrten Abwehrchef Keven Schlotterbeck muss er aber im Flutlichtspiel verzichten. Der lange am Knie verletzte Jeffrey Gouweleeuw (34) und dessen jungen Herausforderer Noahkai Banks (19) sind seine Optionen. Beide saßen beim 1:1 gegen Hamburg vor einer Woche auf der Ersatzbank.

Gouweleeuw, der während seiner Abwesenheit von Schlotterbeck als Kapitän vertreten wurde, komme seinem „Leistungsstand, den er vor seiner Verletzung“ hatte, „immer näher“, befand Baum vor dem 29. Spieltag. Im defensiven Mittelfeld sind zudem Han-Noah Massengo und Kristijan Jakic wieder Start-Optionen. Man habe ein „bisschen ein Luxusproblem“, meinte Baum sogar.

Baum hat weiter „Lust“

Ähnlich verhält es sich mit seiner beruflichen Situation. Seine Anstellung beim FC Augsburg über den Sommer hinaus ist als Innovationsboss gesichert. Oder will Baum lieber doch auf der Trainerbank bleiben?

„Lust habe ich weiter in Augsburg zu arbeiten. Es ist klar abgemacht, dass es bis zum Sommer in dieser Rolle ist. Dann geht es darum, das Beste für den Verein zu finden“, sagte Baum und ließ alle Optionen offen.

© dpa-infocom, dpa:260409-930-921787/1

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