Borussia Mönchengladbach braucht nach der Trennung von Trainer Eugen Polanski einen neuen Coach. Über die ersten Kandidaten für den Job wird bereits diskutiert. Wer kommt infrage und was sind die drängendsten Aufgaben für den Polanski-Nachfolger? Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Trainersuche.
Ist Horst Steffen ein Kandidat?
Bei der Suche nach einem Nachfolger für Polanski landet man fast zwangsläufig bei Horst Steffen. Der 57-Jährige machte sich mit jahrelanger erfolgreicher Arbeit bei der SV Elversberg einen Namen als Trainer. Von dort ging es für den früheren Profi nach Bremen. Bei Werder lief es nicht wie gewünscht und schon nach einem halben Jahr musste Steffen gehen. Einen Ruf als kompetenter Fußball-Fachmann, der gut mit jungen Spielern arbeiten und sie entwickeln kann, genießt er trotzdem nach wie vor.
Steffen kennt die Elf vom Niederrhein zudem gut. Er war als Spieler und Nachwuchstrainer für die Borussia tätig, kommt aus der Region. Als klassischer Krisenmanager, der hart durchgreift, ist Steffen allerdings nicht bekannt.
Was ist mit Ole Werner?
Der 38-Jährige führte RB Leipzig in der vergangenen Saison auf Rang drei und musste trotzdem gehen. Seine Expertise und seine besonnene Art könnten der Borussia guttun. Allerdings ist fraglich, ob sich Werner nach der Zeit bei einem Bundesliga-Spitzenteam mit Red Bull als zahlungskräftigem Unternehmen im Hintergrund den Abstiegskampf am Niederrhein antun will. Werner ist vertraglich zudem noch an RB gebunden und könnte Ablöse kosten.
Wer kommt womöglich sonst noch infrage?
Als weiterer Kandidat wird Alexander Blessin genannt. Der 53-Jährige betreute bis zum Sommer den FC St. Pauli. Mit den Hamburgern schaffte er den Klassenerhalt in der vergangenen Saison nicht. Ebenfalls spekuliert wird über Christian Eichner. Der 43-Jährige coachte lange den Karlsruher SC und prägte den Zweitliga-Club. Eine weitere mögliche Option könnte der frühere Mainz-Trainer Bo Henriksen sein, der als Motivator bekannt ist. Sky-Experte Dietmar Hamann brachte am Sonntag bei Sky90 Lukas Kwasniok ins Spiel, der aufgrund seiner Kölner Vergangenheit beim Erzrivalen aber kaum vermittelbar wäre.
Wie ist der Gladbacher Zeitplan?
Einen genauen Zeitplan nannte Sportchef Rouven Schröder öffentlich bislang nicht. Vorerst betreut der bisherige Co-Trainer Jan-Moritz Lichte die Mannschaft. Gut möglich, dass der 46-Jährige die Borussia auch am Samstag im Bundesligaspiel gegen den FSV Mainz 05 coacht. Danach folgt eine längere Länderspielpause. Diese wäre eine gute Gelegenheit, dem neuen Chefcoach Zeit zum Kennenlernen der Mannschaft und für erste Korrekturen zu geben.
Welche Probleme muss Polanskis Nachfolger lösen?
Wie so oft nach Trainerwechseln während der Saison geht es zunächst darum, die Mannschaft zu stabilisieren. In drei Ligaspielen hat die Borussia bereits zwölf Gegentore kassiert. Das 0:5 beim SC Freiburg war eine Demütigung. Eine bessere Defensive ist als Grundlage für Fortschritte und die ersten Punkte zwingend erforderlich. Zudem gilt es, die Qualitäten, die Gladbach in der Offensive mit den Top-Talenten Wael Mohya und Hugo Bolin sowie in Tim Kleindienst, Robin Hack und Franck Honorat zweifellos hat, besser zu nutzen.
Des Weiteren muss der neue Coach ein Gespür für das Mannschaftsgefüge und die Verhältnisse in der Kabine entwickeln. Kapitän Tim Kleindienst sorgte zuletzt mit heftiger verbaler Kritik an den eigenen Mitspielern für Irritationen. Mit ihm wird Polanskis Nachfolger mit Sicherheit das Gespräch suchen. Es wird für ihn auch darum gehen, eine funktionierende Führungsstruktur auf dem Platz zu etablieren.
© dpa-infocom, dpa:260914-930-681021/1

















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