23.01.2019 - 14:53 Uhr
Kastl bei KemnathSport

Einigkeit Hubertus Kastl schießt um den Aufstieg in die 1. Bundesliga

Jetzt wird's spannend: Die Gewehrschützen von Einigkeit Hubertus können in der 1400-Einwohner-Gemeinde Kastl bei Kemnath Sportgeschichte schreiben. Die Mannschaft muss nur möglichst genau zielen.

Mit dieser Aufstellung wollen die Schützen von Einigkeit Hubertus Kastl den Aufstiegswettkampf in Angriff nehmen: (von links) Simona Bachmayer, Michael Buchbinder, Christine Schachner, Sandra Raps, Maria Kausler und Lukas Haberkorn.
von Wolfgang RapsProfil

Nach einer starken Saison mit der Meisterschaft in der 2. Bundesliga Süd wartet am Sonntag, 27. Januar, eine Premiere auf die Gewehrschützen von Einigkeit Hubertus Kastl. Dann findet in Ostfildern bei Stuttgart, im Schulungszentrum des Württembergischen Schützenbundes, der Aufstiegskampf zur 1. Bundesliga Süd statt. Zu dieser Ausscheidung sind jeweils die Erst- und Zweitplatzierten der beiden Zweitliga-Südgruppen geladen.

Da geht noch mehr

"Wir sind noch nie so weit gekommen. Das ist für uns ein absoluter sportlicher Höhepunkt", sagt Mannschaftsführer Lukas Haberkorn beinahe ehrfürchtig. "Unser Ziel in der 2. Bundesliga war ja eigentlich der Klassenerhalt. Aber dann haben wir im Saisonverlauf gemerkt, dass es mehr werden könnte." Erst die Zweitliga-Meisterschaft, jetzt der Aufstiegskampf - für Haberkorn ist das Erreichte das Ergebnis einer starken Teamleistung: "Jeder hat bei seinen Ergebnissen immer wieder ein bisschen mehr draufgesetzt. Das hat den Ausschlag gegeben."

Neben Kastl als Meister der Gruppe Süd hat sich auch Eichenlaub Unterstall (Nähe Ingolstadt) für den Aufstiegswettkampf qualifiziert. Aus der Gruppe Südwest nehmen die starken Teams SV Fenken (Ravensburg) und SSV Kronau (Speyer) teil. Letzterer gehörte vor zwei Jahren bereits der 1. Bundesliga an. Die Rollen sind klar verteilt, der Ausgang dennoch offen: Die Mannschaften des Württembergischen Schützenbundes gehen als Favorit in die Ausscheidung, denn beide Teams haben deutsche Nationalkader- und Weltklasseschützen aus Übersee in ihren Reihen. Dennoch haben die beiden bayerischen Vertreter eine Chance.

"Wir fahren ohne Druck dorthin und schauen, was dabei rauskommt", gibt Haberkorn die Marschroute vor. Auch wenn Fenken und Kronau von ihren Schnittergebnissen her favorisiert sind, glauben die Kastler aus gutem Grund an ihre Chance. "Wir verspüren keinen Zwang zum Aufstieg. Das könnte uns in die Karten spielen", sagt Haberkorn, für den eines sicher ist: "Es wird die Tagesverfassung den Ausschlag geben."

Der Modus sieht so aus: Beim Aufstiegswettkampf müssen von allen Mannschaften zwei Wertungsdurchgänge auf volle Ringzahlen bestritten werden. Die zwei ringbesten Mannschaften steigen in die 1. Bundesliga Süd auf.

So manch einer aus dem Kastler Lager sieht der Qualifikationsrunde zur 1. Bundesliga aber auch mit gemischten Gefühlen entgegen. Das Oberhaus ist im Vergleich zu den ruhigen Zweitliga-Gewässern eher ein Haifischbecken. Alle Erstligateams sind mit nationalen Top-Schützen gespickt, zudem stehen in allen Mannschaftskadern gleich mehrere ausländische Weltklasseathleten unter Vertrag. Eigengewächse, wie bei den Kastler Sportschützen, sucht man dort fast vergebens.

Nur geringe Chancen

Bei einem möglichen Aufstieg würden die Hubertus-Schützen, da gibt sich niemand Illusionen hin, vom ersten Wettkampf an gegen den Abstieg kämpfen. "Vielleicht könnten wir den einen oder anderen Kampf gewinnen. Insgesamt hätten wir aber nur geringe Chancen auf den Klassenerhalt", weiß auch Haberkorn. Für ihn wären jedoch "alleine die Erfahrungen, die man dort als Schütze sammeln kann, bereits Gold wert".

Neben der sportlichen Herausforderung ist aber auch die finanzielle Seite ein Thema. Da die 1. Bundesliga Süd neben Bayern auch noch Baden Württemberg umfasst, würden sich die Reisezeiten verlängern, was den Schützen und Betreuern zusätzlich einiges abverlangen würde. In der 2. Liga werden an einem Wettkampftag immer zwei Partien ausgetragen, in der 1. Bundesliga wird am Samstag und Sonntag jeweils ein Wettkampf bestritten. Obendrein kommen noch die Auflagen seitens des Deutschen Schützenbundes hinzu, was einen weitaus höheren finanziellen Aufwand ergibt.

Dennoch will der Verein die sportlichen Ambitionen seiner Schützen natürlich unterstützen. "Wir sind uns einig: Wenn wir es schaffen, wagen wir den Sprung auf jeden Fall", betont Haberkorn. Die Vorbereitung läuft auf jeden Fall schon mal professionell ab: Die Kastler reisen bereits am Samstag an. Am Sonntagvormittag ist dann Training am Schießstand, ehe um 11.30 der erste Durchgang beginnt.

Folgende Schützen werden an den Start gehen: Christine Schachner (Ligaschnitt 393), Maria Kausler (392), Lukas Haberkorn (389), Michael Buchbinder (389) und Simona Bachmayer (386). Als Ersatzschützin ist Sandra Raps mit von der Partie.

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