12.03.2020 - 11:49 Uhr
KemnathSport

Reinhold Beyerlein erfüllt sich WM-Titeltraum

Endlich Weltmeister: Für Eisstock-Weitschütze Reinhold Beyerlein hat sich im Alter von 40 Jahren das Comeback gelohnt.

Die deutschen Eisstock-Weitschützen sind endlich wieder Mannschafts-Weltmeister: Der Kemnather Reinhold Beyerlein jubelt mit seinen Teamkollegen Peter Rottmoser, Markus Schätzl und Michael Späth (von links).
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Lang ist's her, dass die deutschen Eisstock-Weitschützen den Mannschaftstitel bei einer Weltmeisterschaft errungen haben. Vor 22 Jahren gelang dieses Kunststück letztmals, seitdem triumphierten ausnahmslos die schier übermächtigen Österreicher. Am Mittwochabend drehten nun die Deutschen bei den Welttitelkämpfen im niederbayerischen Regen den Spieß um."Wir haben zwar nicht so gut begonnen, aber am Ende war es ein verdienter Sieg", sagte Reinhold Beyerlein am Tag nach dem nicht nur von ihm herbeigesehnten Triumph. Der 40-Jährige aus Kemnath hatte extra für die Heim-WM sein Comeback gegeben und sich in monatelanger Trainingsarbeit auf den Tag X vorbereitet. Die Schinderei hat sich gelohnt. "Ich bin glücklich, dass wir es geschafft haben", freut sich Beyerlein. "Wir haben danach ordentlich gefeiert." Und wie ging das Team Österreich mit der ungewohnten Rolle des Zweitplatzierten um? "Die waren faire Verlierer und haben uns den Titel gegönnt."

Allerdings trübt ein Schatten den tollen Erfolg. Denn die Verbreitung des Coronavirus macht auch vor dem Eisstocksport nicht Halt. "Es gab laufend neue Meldungen zu dem Thema. Bis zuletzt stand nicht fest, ob und wie viele Zuschauer zum Mannschaftsfinale zugelassen werden", erzählt Beyerlein. Am Ende drückte der Veranstalter noch einmal ein Auge zu und gewährte rund 500 Zuschauern, darunter auch die Ehefrau und Kinder von Reinhold Beyerlein, den Zutritt. Dies war dann aber auch zugleich der letzte Wettbewerb mit Beteiligung von Publikum. Von Donnerstag bis Sonntag finden die restlichen Wettkämpfe ohne Zuschauer statt.

Auch beim Einzel-Finale der Weitschützen am Freitagabend müssen die Athleten ohne Fan-Unterstützung auskommen. Im Mannschafts-Wettkampf belegte Beyerlein den siebten Platz mit einer Bestweite von 90,26 Metern. Eine Verbesserung hält der Oberpfälzer durchaus für möglich. "Die Plätze vier bis sechs liegen in Reichweite. Wenn ich am Ende aber Achter werde, bin ich auch zufrieden." Leid tut es ihm um die italienische Mannschaft. "Die italienischen Weitschützen wollten ausreisen, durften dann aber nicht wegen der Sperrzonen in Italien", berichtet Beyerlein. "Dann sind ihre Kollegen vom Mannschaftsspiel im Weitenwettbewerb eingesprungen. Und die hatten natürlich keine Chance." Eisstock-WM

Mannschafts-Finale:

1. Deutschland (Markus Schätzl, Peter Rottmoser, Michael Späth, Reinhold Beyerlein) 290,30 Meter; 2. Österreich 282,27; 3. Slowenien 213,61.

Einzel-Ergebnisse:1. Markus Schätzl 99,55 Meter, 2. Peter Rottmoser 99,03, 3. Philipp Baumgartner 98,73, 4. Markus Bischof (beide Österreich) 92,67, 5. Michael Späth 91,72, 6. Markus Weichinger (Österreich) 90,87, 7. Reinhold Beyerlein, Manuel Wildhölzl (Österreich) beide 90,26.

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