Ein Traum in Weiß – so kommentierten die Oberpfalz-Medien im Juli 2018 den Wimbledon-Triumph von Angelique Kerber. Aus dem Traum ist wieder ein Albtraum geworden. Das Erst-Runden-Aus bei den US Open markiert einen weiteren Tiefpunkt in der Karriere der hochveranlagten Tennisspielerin. Es gibt kaum einen Profisportler, der in den vergangenen Jahren so hohe Hochs und so tiefe Tiefs erlebt hat.
Im Januar 2016 holte sie ihren ersten Grand-Slam-Titel, in Australien. Olympia-Silber in Rio folgte im Herbst der Sieg in New York. Das Jahr 2017 war völlig enttäuschend: kein Turniersieg, Scheitern in Auftaktmatches. Die Wiederauferstehung 2018 hatten ihr nicht viele zugetraut, gekrönt vom Turniersieg auf dem Heiligen Rasen von Wimbledon.
Jetzt ist die 31-Jährige wieder unten. Aus in Runde zwei in Wimbledon als Titelverteidigerin. Erst-Runden-Aus in New York. Ob es daran liegt, dass sie ohne Trainer auf Tour ist, lässt sich nicht seriös beurteilen. Kerber scheint aber nicht das stabilste Nervenkostüm zu haben. Ihr wird schnell alles zu viel. Vergessen wird bei der Analyse aber, dass auch Boris Becker früher immer wieder katastrophale Auftritte hatte, in Erinnerung geblieben sind nur die Siege.
Die rasante Achterbahnfahrt von Kerber taugt aber sehr gut, um andere Leistungen herauszuheben: Seit mehr als zehn Jahren dominieren Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic das Herren-Tennis. Physisch stark, psychisch stark, kaum Wackler. Über all die Jahre ein solch’ hohes Niveau zu halten, ist eine unglaubliche Leistung. Federer, Nadal, Djokovic – die „großen drei“ sind längst „die grandiosen drei.“













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