Deutschland und die Welt
30.08.2019 - 23:01 Uhr

"King" Kahn: FC Bayern weiter mit richtig Biss

Früher oft übermotiviert und überehrgeizig, heute seriös und ein Mann mit großer Ausstrahlung. Oliver Kahn ist der optimale neue Bayern-Chef, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

Kommentar von Josef Maier
Oliver Kahn. Bild: Matthias Balk/dpa
Oliver Kahn.

Der Mann hat Biss: Das hat er schon gezeigt. Im April 1999 knabberte Oliver Kahn bei einem Scharmützel auf dem Spielfeld am Hals des damaligen BVB-Angreifers Heiko Herrlich. Der entfernte sich schnell, ehe Olli richtig zubiss.

Der Mann rüttelt wach: Das musste Kahns Teamkollege Andi Herzog erfahren. Der Bayern-Keeper schubste 1996 den Österreicher nach dessen Fehler durch den Strafraum.

Der Mann hat bald bei den Bayern das Sagen: Wenn es so etwas wie das i-Tüpfelchen auf die Karriere des Uli Hoeneß gibt, dann ist es die Verpflichtung von Oliver Kahn in den Vorstand des Rekordmeisters ab 1. Januar 2020.

Was wurde dieser Mann früher oft belächelt: Bananen schmissen sie in Kahns Strafraum, Fans beleidigten ihn übelst. Sein ständig angespannter Gesichtsausdruck vermittelte auch nicht den Eindruck, als habe der Badener richtig Spaß. Ab und an stand ihm zu Spielerzeiten auch sein Überehrgeiz im Weg. Aber wahrscheinlich trieb ihn dieser Wesenszug zu sportlichen Höchstleistungen und zu großen Erfolgen.

Der Mann hat sich aber noch nie um das Gerede anderer geschert. Er ist nach der Karriere seinen Weg gegangen. Er hat studiert, eine Fußballfirma mit mehr als 20 Angestellten aufgebaut, gilt als Top-TV-Experte im ZDF. Kahn ist seriös und doch nie langweilig. Kahn ist einer wie Matthias Sammer – strebsam, zielgerichtet, erfolgsbesessen.

Nach elf Jahren kehrt der Vize-Weltmeister von 2002 zu seinem Herzensverein zurück. Bei all den edlen Neuzugängen, die der FC Bayern zuletzt präsentiert hat, der wichtigste Neue kommt erst im Winter.

 
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