13.03.2019 - 23:00 Uhr
MünchenSport

Klopp beendet Bayern-Traum

Endstation Achtelfinale: Die Champions-League-Saison des FC Bayern endet früher als erwartet. Die Münchener unterliegen daheim dem FC Liverpool und können sich nun ganz auf den Kampf um die deutsche Meisterschaft konzentrieren.

von Fabian Leeb Kontakt Profil

Schluss, aus, vorbei. Nach dem torlosen Remis an der Anfield Road unterlag der FC Bayern München im Achtelfinal-Rückspiel der Champions-League dem FC Liverpool mit 1:3 (1:1). Damit scheiterten alle drei verbliebenen deutschen Vertreter an Teams aus der englischen Premier League - ab dem Viertelfinale bleibt die Bundesliga in Europas Königsklasse wieder einmal nur in der Zuschauerrolle.

In der ausverkauften Allianz-Arena enttäuschten die Bayern am Mittwochabend auf ganzer Linie. Vor allem im Angriff brachten Lewandowski, Gnabry, Ribéry und Co. kaum etwas zustande und unterlagen völlig verdient. Sadio Mané (26./84.) mit einem Doppelpack und Abwehrkante Virgil van Dijk (69.) besiegelten das Bayern-Aus. Ein Eigentor von Joel Matip (39.,) hatte kurzzeitig die Hoffnung aufs Weiterkommen genährt, die im enttäuschenden zweiten Durchgang schnell wieder abflaute.

"Das ist eine große Nacht für uns", schwärmte Liverpools Coach Jürgen Klopp auf der anschließenden Pressekonferenz. "Wir haben kaum gefährliche Situationen in unserem Strafraum zugelassen. Das war der erste Schritt für unseren Sieg in München." Sein Pendant Niko Kovac war ob des Ausscheidens enttäuscht. "Wir haben es nicht geschafft, unseren Plan der schnellen Seitenverlagerung oft genug umzusetzen. Dann wird es gegen eine solche Spitzenmannschaft eben ganz schwer."

Die Bayern kamen gut in die Partie, verzeichneten rund 70 Prozent Ballbesitz und gewannen 65 Prozent aller Zweikämpfe. Was fehlte? Offensiver Mut, Kreativität und Esprit. Sicherheit war Trumpf, keine Mannschaft ging unnötig ins Risiko. Ribéry wirbelte über die linke Flanke engagiert, aber Trent Alexander-Arnold war doch ein anderes Kaliber an Rechtsverteidiger als ein gewisser William vom VfL Wolfsburg, den selbst der 35-Jährige am Wochenende noch nach Belieben eindrehen konnte. Lewandowski lag bei Matip und van Dijk an der Kette und Gnabry fand über rechts fand lange Zeit quasi nicht statt.

Und nach der einzigen Unachtsamkeit in der bayerischen Hintermannschaft passierte das, was unter keinen Umständen hätte geschehen sollen: Die Klopp-Truppe ging in Führung. Rafinha verlor nach einem langen van-Dijk-Ball die Orientierung und Mané aus den Augen. Neuer wollte als "Manu der Libero" eingreifen, eilte völlig unnötig aus seinem Gehäuse, und der Senegalese chippte die Kugel gefühlvoll ins Netz (26.). Dieser Treffer verfehlte seine Wirkung nicht. Die vorherige Bayern-Dominanz war plötzlich wie weggeblasen. Erst kurz vor dem Pausenpfiff kochte die Allianz-Arena wieder hoch. Gnabry vernaschte Linksverteidiger Robertson und drosch den Ball scharf vors Gästetor. Der Ex-Schalker Matip wollte vor dem einschussbereiten Lewandowski klären und lenkte die Kugel zum Ausgleich ins eigene Tor (39.).

Nach der Pause hofften die Zuschauer auf ein Bayern-Feuerwerk und eine Aufholjagd - und wurden bitter enttäuscht. Nach vorne fanden die Bayern kaum mehr statt. Zu langsam, zu einfallslos, zu wenig Ideen stellten die Hintermannschaft des FC Liverpool kaum vor Probleme. Die Bayern hatten im zweiten Durchgang bezeichnenderweise nicht eine Torchance. Anders die Gäste: Nach einer Milner-Ecke köpfte van Dijk, obwohl bedrängt von Hummels und Martínez, zum vorentscheidenden 2:1 ein. Der dritte Treffer von Mané hatte nur mehr statistischen Wert.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.