29.10.2020 - 15:56 Uhr
Köfering bei KümmersbruckSport

Elf Fragen an Tomasz Halucha (SV Köfering)

Der Torhüter des Fußball-Kreisklassisten verrät in unserer Rubrik, warum er vor dem Spiel Pfosten und Latte abklatscht und welcher Zuruf von Zuschauern ihn so richtig nervt.

Drei Faustschläge auf das Vereinswappen gehören für Tomasz Halucha zum festen Ritual vor jedem Spiel. Der 30-Jährige ist Torhüter des SV Köfering, dem Tabellenzweiten der Kreisklassse Süd.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Sein Talent als Torhüter entdeckte ein Trainer der Schulmannschaft: "Ich habe einen Schuss aus drei Metern Entfernung Richtung Gesicht einfach gefangen. Da hieß es dann, ,du wärst ein guter Tormann'", erinnert sich Tomasz Halucha. Zwei Mitschüler überredeten den damals Zwölfjährigen, der bei der DJK Amberg als Verteidiger spielte, zum Wechsel. Seitdem ist der gebürtige Amberger mit polnischen Wurzeln Torhüter beim Fußball-Kreisklassisten SV Köfering. Mit Unterbrechung, denn der heute 30-Jährige war während seines BWL-Studiums einige Jahre in Helsinki, Washington, Madrid und Wien. Als der SV Köfering von der A-Klasse ausgestiegen war und in der Kreisklasse erneut um den Aufstieg spielte, kam Halucha aus Österreich zu wichtigen Spielen gefahren. Letztlich reichte es nicht zum Sprung in die Kreisliga. Seit 2017 ist Tomasz Halucha zurück in der Heimat, wo er in Amberg wohnt und als Einkaufsmanager bei der Firma Grammer arbeitet.

ONETZ: 1. Wegen der Coronakrise ruhte monatelang der Spiel- und Trainingsbetrieb. Konnten Sie die viele „Freizeit“ sinnvoll nutzen?

Tomasz Halucha: Durch Corona war der zeitliche Aufwand in der Arbeit sehr hoch, deshalb hatte ich gar nicht mehr Freizeit. Ein neues Hobby habe ich nicht entdeckt, aber seit Corona gehe ich öfter mal abends eine Runde um den Block spazieren.

ONETZ: 2. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Tomasz Halucha: Ich klatsche die beiden Torpfosten und die Latte ab, um das Glück zu erzwingen, dass der Ball ans Aluminium geht statt ins Tor. Danach schlage ich dreimal Mal mit der Faust auf das Vereinswappen auf dem Trikot.

ONETZ: 3. Welche Fußballregel würden sie abschaffen?

Tomasz Halucha: Die neue Regel, dass Torhüter beim Elfmeter zwingend auf der Linie stehen müssen. Das hat meine Quote an gehaltenen Elfmetern nachhaltig negativ beeinflusst. Ich schätze, ich hatte davor eine Quote von 70 Prozent gehaltenen Elfmetern. Wahrscheinlich bin ich da jedes Mal eineinhalb Meter nach vorne gegangen und habe dadurch den Winkel verkürzt (lacht).

ONETZ: 4. Haben Sie einen Spitznamen? Warum gerade diesen?

Tomasz Halucha: Tom, Tommy oder Tommy-Boy. Viele tun sich schwer, meinen polnischen Vornamen Tomasz richtig auszusprechen, da kommen ihnen meine Spitznamen entgegen.

ONETZ: 5. In welcher anderen Sportart hätte aus Ihnen ein "Profi" werden können?

Tomasz Halucha: Ich sehe bei mir großes Potenzial als Tight End beim American Football in der NFL oder als Power Forward beim Basketball in der NBA. Wer mich kennt, muss jetzt sicherlich schmunzeln.

ONETZ: 6. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Tomasz Halucha: Das war ein hitziges Derby gegen unseren Lokalrivalen ASV Haselmühl. In der Aufstiegssaison 2012/13, als wir in der A-Klasse Meister wurden. Wir lagen bis zur 78. Minute 0:2 hinten. Endstand nach 93 Minuten war 3:2 für uns. Das war wichtig. Das tat gut.

ONETZ: 7. Welchen Zuruf von Zuschauern können Sie überhaupt nicht leiden?

Tomasz Halucha: „War der nicht haltbar?“ Wir haben hinter dem Tor besonders kritische Zuschauer, da bekomme ich schon einiges mit. Ich habe mich umgedreht und zu dem Zuschauer gesagt: "Bei deinem Bauch sicher nicht!"

ONETZ: 8. Mit welchem Vergehen bereichern Sie die Mannschaftskasse?

Tomasz Halucha: Ich bin absolut diszipliniert und somit straffrei. Tatsächlich: Ich bekomme keine Gelbe Karten wegen Meckerns, komme nicht zu spät oder sonst was ...

ONETZ: 9. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten, zu welchem überhaupt nicht gerne?

Tomasz Halucha: Meine Lieblingsgegner sind der FC Amberg und der SV Inter Bergsteig. Wenn man gegeneinander gespielt hat, waren das sowohl im Jugend- als auch Herrenbereich tolle und spannende Spiele gegen starke und respektvolle Gegner. Eine richtige Antipathie pflege ich für keinen speziellen Verein.

ONETZ: 10. Ihre Rückennummer ist die 1. Warum?

Tomasz Halucha: Das ist klassisch für einen Torhüter. Und: Zugegebenermaßen mag ich es, die Nummer 1 in jeglicher Hinsicht zu sein.

ONETZ: 11. Ein Erlebnis in Ihrer Karriere, das Ihnen heute noch stinkt

Tomasz Halucha: Die verpassten Aufstiege in die Kreisliga. Und das verlorene Toto-Pokal-Finale 2019 gegen die DJK Utzenhofen. Die spielte danach gegen die SpVgg Unterhaching. Für uns wäre es das erste Spiel gegen eine Profimannschaft gewesen.

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