11.11.2019 - 13:20 Uhr
MünchenSport

Köllners Appell an 1860-Streithähne: "Ich bin Trainer für alle"

Ex-Club-Trainer Michael Köllner wurde am Montag offiziell als neuer Trainer von 1860 München vorgestellt. Seine Vertragsdauer verrät er nicht. Aber die ganze Geschichte hat viel mit Spaß zu tun.

Günther Gorenzel, Sportlicher Leiter von 1860 München, legt während der Pressekonferenz zu Köllners Vorstellung als Cheftrainer den Arm um Michael Köllner, Trainer des TSV 1860 München.
von Josef Maier Kontakt Profil

Die erste Kontaktaufnahme war schwierig: "Ich hatte seine Nummer nicht." Der erste Eindruck war bestens: "Ich glaube, das ist genau der Mann, den wir brauchen." Als "Löwen"-Ikone Daniel Bierofka am vergangenen Dienstag überraschend seinen Dienst quittierte, war Sportlicher Leiter Günther Gorenzel gefragt: "Wir wussten, wir brauchen eine schnelle Lösung und wir brauchen eine überzeugende Lösung", erklärte der Österreicher. Diese "überzeugende Lösung" wurde am Montag als neuer Trainer des Drittligisten 1860 München vorgestellt. Michael Köllner ist künftig der Boss in der Löwengrube. Und für wie lange? "So lange es mir hier Spaß macht", grinste der Trainer aus Fuchsmühl (Kreis Tirschenreuth), der in wenigen Wochen 50 Jahre alt wird. Vertragslaufzeiten werden bei den "Löwen" nicht publik gemacht.

Es ist ja so, dass viele meinen, der Spaß bei einem Verein wie 1860 könne nicht lange anhalten. Das "Löwen-Rudel" ist seit Jahren tief zerstritten. Die beiden Gesellschafter - der eingetragene Verein und Investor Hasan Ismaik - führen einen Privatkrieg. "Das ist nicht meine Baustelle", sagte Köllner dazu. Er sei dafür zuständig, was auf dem Platz passiere. Aber der Oberpfälzer betonte auch: "Ich bin ein Trainer für alle. Alle müssen hier an einem Strang ziehen."

Gorenzel berichtete, dass Investor Ismaik immer über die Details der Trainersuche informiert worden sei. Köllner sagte, er habe noch keinen Kontakt zum Jordanier gehabt. Auch aktuell nicht zu Daniel Bierofka. "Wir werden uns sicherlich mal wieder sehen und plaudern, aber ich rufe ihn jetzt nicht an." Als Ziel für die restliche Spielzeit hat der Ex-Club-Coach ausgegeben, man wolle eine stabile Saison spielen. Der Klassenerhalt soll so schnell wie möglich gesichert werden. Klar sei aber auch, so Köllner: "Ein Verein, der schon einmal Bundesliga gespielt hat, will nicht auf Dauer in der dritten Liga spielen."

Der Fuchsmühler, der vor einigen Jahren in München ganz in der Nähe des Grünwalder-Stadions gewohnt hat, erklärte, dass bei der Wahl für die Sechziger auch das Herz mitentschieden habe: "Aber ich laufe jetzt auch nicht planlos durch die Gegend."

Zu dem Gerücht, dass er bedeutend weniger als der zurückgetretene Bierofka verdienen soll, meinte Köllner grinsend: "Keine Sorge, zwei, drei warme Mahlzeiten täglich kann ich weiter in Anspruch nehmen." Aber: ich mache das nicht, ich schaue ja auf meine Figur."

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