27.08.2018 - 15:22 Uhr
KonnersreuthSport

Wochenende der Wahrheit

Nach sechs Spielen noch immer ungeschlagen und die mit Abstand beste Defensive der Liga: Beim TSV Konnersreuth läuft es in der Kreisliga Süd derzeit wie am Schnürchen. Doch Trainer Tilo Scharnagl tritt auf die Euphoriebremse.

Der TSV Konnersreuth ist derzeit kaum zu stoppen in der Kreisliga Süd. In dieser Szene versucht der Kondrauer Spielertrainer Jakub Ryba (links) den TSV-Angreifer Max Hecht aufzuhalten. Mit der bitteren Konsequenz, dass Ryba mit Gelb-Rot vom Platz flog.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

(fle) Das war deutlich: Wenn es noch einer Bestätigung bedurfte, dass mit dem TSV Konnersreuth in dieser Spielzeit in der Kreisliga Süd zu rechnen ist, genügt ein Blick auf den 4:0-Erfolg vom Sonntag. Im Duell der bis dato noch ungeschlagenen Teams, ließ die Truppe von Tilo Scharnagl den Sportfreunden aus Kondrau nicht den Hauch einer Chance. "Wir waren schon überlegen, ein derart deutliches Endresultat war nach der ersten Halbzeit aber noch nicht absehbar. Kondrau hat gut gepresst und sich vehement gewehrt", sagte Tilo Scharnagl.

Für den Konnersreuther Coach folgte kurz nach Beginn der zweiten Hälfte eine Schlüsselszene. "Die Gelb-Rote Karte für Jakub Ryba hat uns in die Karten gespielt. Danach war es eine Frage der Zeit, bis die Tore fallen, und wir hätten auch noch höher gewinnen können." Doch Scharnagl wehrt sich dagegen, dass die Partie mit Ryba auf dem Feld noch hätte kippen können. "Wir hätten die Begegnung auch so gewonnen."

Nach sechs Partien hat der TSV erst zwei Gegentreffer kassiert und bis auf das magere Remis zum Auftakt gegen TuS Förbau ausnahmslos Siege gefeiert. Scharnagl warnt davor, die kommenden Aufgaben allzu euphorisiert anzugehen. "Zum einen glaube ich, dass die Liga durch den Aufstieg von Kickers Selb nicht mehr so stark besetzt ist. Zum anderen hatten wir bislang ‒ bis zum Kondrau-Spiel ‒ nur Kontrahenten, die im hinteren Drittel der Tabelle angesiedelt sind." Für den Coach, der im Laufe der vergangenen Saison das Zepter übernommen hat, steht erst nach dem kommenden Doppelspieltag fest "wo wir stehen". Am Freitag, 31. August, gastiert die Scharnagl-Truppe beim Sechstplatzierten SV Mitterteich II, ehe am Sonntag, 2. September, mit dem FC Rehau (3.) einer der Titel-Favoriten im Konnersreuther Sportzentrum gastiert.

Und genau dort liegt für den TSV-Trainer ein weiterer Grund für den derzeitigen Höhenflug. "Während andere Vereine aufgrund des außergewöhnlichen Sommers über verdörrte Rasen und Wüsten-Plätze klagen, spielen wir zu Hause auf einem traumhaften Teppich", lobt Scharnagl das sechs- bis achtköpfige Rentner-Team, das sich täglich um den Zustand des Geläufs kümmert. Dieser Einsatz ist für Scharnagl sinnbildlich für das harmonische Vereinsleben, das seinen Niederschlag in den Darbietungen auf dem Platz findet. "Wir haben ein junges Vorstandsteam, ich erfahre viel Unterstützung in der Organisation und in der Trainingsarbeit und zudem verfügen wir über eine talentierte Truppe", spart Scharnagl nicht mit Lob.

Die Neuzugänge Felix Lippert (vom SV Mitterteich) und Max Hecht (aus Steinmühle) hätten sich nahtlos eingefügt und die Qualität des Kaders in der Breite weiter verstärkt. Von ambitionierten Saisonzielen wie Meisterschaft oder Aufstieg hält Scharnagl nichts. "Wenn's passieren sollte, bin ich der letzte, der es nicht annehmen würde. Aber der Sprung auf die Bezirksebene ist anspruchsvoll."

Bei derart perfekten Rahmenbedingungen juckt es den ehemaligen Torhüter der SpVgg SV Weiden und des SV Neusorg selbst manchmal noch: "Gegen Kondrau passten das Wetter, die Zuschauerzahl und die Leistung. Da wollte ich gerne noch einmal selbst mit auflaufen. Aber jeder sollte selbst wissen, wann er seinen Zenit überschritten hat."

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