9 gegen 9: Mehr laufen, mehr schnaufen

Es ist eine neue Errungenschaft im Fußball, die sich durch eine gewisse Leere auszeichnet. Und doch sind alle zufrieden, auch wenn die Leere auf die Puste geht: Es geht um den Notfallplan bei den Reserven, wenn es heißt: 9 gegen 9.

9 Spieler des TuS Kastl II (links) begrüßen 9 Spieler des SV Etzelwang II. Die neue Spielform macht's möglich.
von Autor WFOProfil
Laufduelle werden in der zweiten Halbzeit immer seltener, so die Erfahrung bei den bisherigen Spielen. Hier ein enger Zweikampf zwischen Max Strobel vom SV Etzelwang II (rechts) und dem Kastler Maximilian Schuller (hinten).

Dieser Notfallplan ist nun vier Wochen alt und kann auf Antrag eines Vereins bei Spielen der B-Klasse eingesetzt werden. Der Antrag stellende Verein darf dann nur elf Spieler aufbieten und maximal zweimal einwechseln - Rückwechseln ist natürlich erlaubt. Der Gegner darf 14 Akteure aufbieten, fünfmal einwechseln und natürlich auch zurückwechseln.

Und die bisherige Ergebnisstatistik sieht diesen Gegner bisher auch klar im Vorteil, aber nicht nur aus diesem Grund: "Das Spiel 9 gegen 9 ist klar laufintensiver als 11 gegen 11, und vor allem die Außenbahnspieler müssen mehr laufen", so erlebte es Martin Kunz, der beim SV Etzelwang II als Spielertrainer in der Verantwortung steht. "Taktisch ist es nicht so einfach, das Feld zu verdichten und die weiteren Wege funktionieren, wenn der Spieler regelmäßig trainiert: Der Fitte hält es durch, der nicht so Fitte schnauft." Nicht wenige Spieler beider Mannschaften waren nach 80 Minuten platt - in der Partie TuS Kastl II gegen den SV Etzelwang II.

Die um zweimal fünf Minuten verkürzte Spielzeit falle nicht so sehr ins Gewicht, und auch Coach Mario Engelhardt vom SV Etzelwang I pflichtet seinem Mannschaftskameraden und Spielern bei: "Das Spiel wird vor allem in der ersten Hälfte schneller, da mehr Platz ist und einem technisch versierteren Spieler kommt diese Gabe da besonders zu Gute." Im zweiten Abschnitt merken die B-Klassen-Kicker dann die Größe des Platzes, und das Ganze wird deutlich langsamer.

Sonst gibt es Lob vom Übungsleiter: "Diese Option erleichtert den Verantwortlichen die Organisation und Planung für den Spieltag und Spiele müssen nicht abgesagt werden." Mit 6:1 hat der SV Etzelwang II am Sonntag beim TuS Kastl II gewonnen und die Führung der B-Klasse 4 erklommen, während die Lauterachtaler im Mittelfeld der Tabelle herumhinken.

"Prinzipiell gut", findet auch Chris Hondl vom TuS Kastl, der Spartenleiter, diese Möglichkeit. "Wir waren am Sonntag gegen Etzelwang nur zu Zehnt, einer ist dann noch gekommen. Da kannst Du dann auf alle Fälle spielen, auch wenn das für die Spieler bei der großen Hitze ziemlich anstrengend war." Dazu hat der TuS auch ein paar ältere Spieler, die er im Notfall für Heimspiele zur Aushilfe motivieren kann, auswärts ist das schwieriger, weil diese Spielangebote natürlich zeitintensiver sind.

Spieler Herbert Blaha vom TuS Kastl II findet diese Idee "auch gut und da wir vom TuS zunächst nur zehn Spieler waren, motiviert das auch mehr, als wenn klar ist, dass man sowieso in Unterzahl spielen müsste. Zustellen ist läuferisch kaum machbar und man braucht schon 10 bis 20 Prozent mehr Kondition bei 9 gegen 9."

"Dieses Projekt wurde mit den Funktionären des BFV Im Vorfeld besprochen. Möglichst wenig Ausstand und möglichst wenig Umrüstung war das Ergebnis", erklärt Karl Vollmer. Der Spielleiter der B- Klassen 2 und 4 hat bisher fünf Anträge dieser Art bekommen. "Ich bin von der Idee überzeugt, sie vermeidet Spielausfälle und bisher hat Alles gut geklappt," so der Funktionär.

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