Maxhütte-Haidhof
08.09.2026 - 12:18 Uhr
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Nach Handgreiflichkeiten im Kreisklassen-Derby in Maxhütte: Sportgericht nimmt beide Vereine ins Visier

Nach dem Derby zwischen dem FC Maxhütte-Haidhof und dem TSV Klardorf soll ein Zuschauer einen 21-jährigen Spieler angegriffen haben. Neben der Polizei ermittelt nun auch das Sportgericht des BFV.

Der Fußball und all seine Emotionen: Nach dem Derby in der Kreisklasse Süd im Kreis Cham/Schwandorf stand der Sport nicht mehr im Mittelpunkt. Bild: Philipp Ponader
Der Fußball und all seine Emotionen: Nach dem Derby in der Kreisklasse Süd im Kreis Cham/Schwandorf stand der Sport nicht mehr im Mittelpunkt.

„Rivalität und Emotionen gehören zu einem Derby, Gewalt nicht“ – diese Ansicht teilen der FC Maxhütte-Haidhof und der TSV Klardorf nach dem jüngsten Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Dass die Gäste aus Klardorf die Partie in der Kreisklasse Süd mit 2:1 für sich entschieden, geriet dabei schnell zur Nebensache.

Nach dem Abpfiff kam es am Sonntag zu einer Auseinandersetzung zwischen Spielern beider Mannschaften. Dabei soll sich ein Zuschauer eingemischt, einen 21-jährigen Spieler des TSV Klardorf in den Schwitzkasten genommen und auf ihn eingeschlagen haben. Ein Video, das Oberpfalz-Medien vorliegt, zeigt, wie Spieler beider Teams versuchen, die Beteiligten voneinander zu trennen. In einem gemeinsamen Statement äußerten sich die beiden Vereine zu den Geschehnissen, „in die sich leider auch Personen außerhalb des Spielfelds einmischten. Uns ist wichtig klarzustellen: Die große Mehrheit der Spieler und Verantwortlichen beider Vereine versuchte zu schlichten. Dennoch kam es durch einzelne Personen zu Fehlverhalten und Handgreiflichkeiten. Ein solches Verhalten wird von beiden Vereinen entschieden abgelehnt.“

Die Konsequenzen nach den Vorfällen sind bereits absehbar: Neben der Polizeiinspektion Burglengenfeld beschäftigt sich auch das Sportgericht des Bayerischen Fußball-Verbandes mit dem Geschehen. „Wir befinden uns jetzt tatsächlich in dem Status der Vorermittlungen. Der Sonderbericht des Schiedsrichters liegt auch vor, es wird ein Verfahren gegen beide Vereine eingeleitet“, erklärt Fabian Frühwirth, Pressesprecher des Bayerischen Fußball-Verbandes. Zunächst gehe es darum, den genauen Ablauf und die Hintergründe des Vorfalls zu klären. Dazu werden laut Frühwirth die Stellungnahmen beider Vereine sowie der Sonderbericht des Schiedsrichters geprüft. In besonderen Fällen könne der Verband zudem Akteneinsicht bei der zuständigen Polizeiinspektion beantragen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht dabei auch die Frage, wer für die Geschehnisse welche Verantwortung trägt und wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass ein Zuschauer gegenüber einem Spieler handgreiflich wurde. Zudem sollen, wenn möglich, die Beteiligten ermittelt werden.

Auch die Rolle des Ordnungsdienstes ist Teil der Ermittlungen. Laut Frühwirth ist der gastgebende Verein grundsätzlich dafür verantwortlich, einen Ordnungsdienst zu stellen. Ob dieser im konkreten Fall seinen Pflichten ausreichend nachgekommen ist, müsse nun geprüft werden. „Letztlich sind auch da die Möglichkeiten begrenzt. Das muss man eben abwägen und schauen, liegt da ein Fehler vor, liegt da kein Fehler vor, wie wurde reagiert“, erklärt der Pressesprecher. Die BFV-Spielordnung macht dazu klare Vorgaben. Nach § 60 ist der gastgebende Verein grundsätzlich für die allgemeine Sicherheit sowie für Ruhe und Ordnung vor, während und nach dem Spiel verantwortlich. Bei jedem Verbandsspiel muss er einen Leiter des Ordnungsdienstes benennen und diesem einen ausreichenden Ordnungsdienst zur Verfügung stellen. Zu dessen Aufgaben gehört ausdrücklich der „umfassende Schutz“ der Spieler beider Mannschaften. Ob und in welchem Umfang die Vorgaben im konkreten Fall eingehalten wurden und welche Konsequenzen sich aus den Vorfällen ergeben, ist derzeit noch offen. Wie der Fall letztlich ausgeht, wird sich zeigen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind.

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