Die deutschen Turner haben die Europameisterschaften in Zagreb medaillenlos beendet. Zum Abschluss der Titelkämpfe belegte das Team mit Radomyr Stelmakh, Lucas Kochan (beide Cottbus), Timo Eder (Ludwigsburg), Alexander Kunz (Pfuhl) und Gabriel Eichhorn (Stuttgart) Rang fünf im Team-Finale.
Insbesondere wegen einer unerwartet schwachen Vorstellung am Reck kam die Riege nicht über 240,160 Punkte hinaus, nachdem es in der Qualifikation als Sechste noch acht Zehntel mehr waren. Mit der Final-Teilnahme war jedoch bereits ein Startplatz bei den Weltmeisterschaften im Oktober in Rotterdam sicher.
Mannschafts-Europameister wurde wie 2025 Großbritannien mit 246,728 Punkten vor den Qualifikationsbesten aus Russland (246,158), die nach Intervention der kroatischen Regierung in Zagreb nur ohne Flaggen, Hymne und jegliche nationale Symbole antreten durften. In den offiziellen Angaben werden sie als „World Gymnastics 2“ geführt. Rang drei ging an die Schweiz.
Medaillen bei der Heim-EM 2025
Bei den Heim-EM im vergangenen Jahr in Leipzig hatte es noch vier Medaillen gegeben. Der verletzt fehlende Nils Dunkel (Halle/Saale) konnte seinen Titel am Barren nicht verteidigen. Zudem hatte Timo Eder Gold im Mixed mit Karina Schönmaier (Chemnitz) sowie Bronze am Barren gewonnen. Andreas Toba (Hannover) hatte seine internationale Karriere mit Silber am Reck beendet.
In Zagreb reichte es für die Auswahl des Deutschen Turner-Bunds (DTB) nur zu drei Top-Ten-Platzierungen in den Einzel-Entscheidungen. Bei seiner Premiere für Deutschland belegte der gebürtige Ukrainer Stelmakh im Mehrkampf und am Barren jeweils den achten Rang. Der Essener Artur Sahakyan kam an den Ringen in seinem ersten EM-Finale auf den siebten Platz.
Wie das Team-Finale lief
Einen Schreckmoment musste die DTB-Riege am Reck überstehen. Der deutsche Meister Eichhorn griff beim Fangen nach einem Flugelement neben den Holm und landete hart auf den Matten. Der 21-Jährige brauchte einige Zeit, um sich zu sammeln und seine Übung anschließend fortzusetzen.
Der Sturz aber kostete bei einer Wertung von 12,000 Zählern wichtige Punkte. Da auch Reck-Finalist Stelmakh nicht fehlerfrei durchkam und nur 12,966 Punkte bekam, fiel die Mannschaft von Bundestrainer Jens Milbradt vom fünften Platz nach vier Geräten auf den siebten Rang zurück. Eine solide Vorstellung am Boden brachte das Quintett zurück auf Platz fünf, den das Team zum Abschluss am Pauschenpferd verteidigte.
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