05.09.2026 - 19:07 Uhr

Medien: Kein neutraler Status für Eiskunstlauf-Star Walijewa

Eiskunstlauf-Star Kamila Walijewa aus Russland wird offenbar der Status als neutrale Athletin aberkannt. Für die 20-Jährige könnte es zum nächsten juristischen Tauziehen kommen.

Darf offenbar nicht als neutrale Athletin an den Start gehen: Kamila Walijewa. (Archivbild) Bild: Peter Kneffel/dpa
Darf offenbar nicht als neutrale Athletin an den Start gehen: Kamila Walijewa. (Archivbild)

Dem russischen Eiskunstlauf-Star Kamila Walijewa ist einem Bericht zufolge die Erlaubnis entzogen worden, international als neutrale Athletin zu starten. Die US-Nachrichtenagentur Associated Press beruft sich dabei auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Person.

Walijewa war zunächst für diese Saison der Status einer neutralen Athletin zuerkannt worden. Der Status sei Walijewa anschließend wegen Bedenken, dass sie möglicherweise gegen die Kriterien verstoßen habe, wieder entzogen worden.

Trotz des seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dürfen russische Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer unter neutralem Status - also ohne staatliche Symbole wie Nationalflaggen, Nationalkleidung und Nationalhymnen - bei Weltmeisterschaften und Grand-Prix-Wettbewerben grundsätzlich wieder starten.

Gang vor den Cas?

Voraussetzung ist, dass die Athletinnen und Athleten „zu keinem Zeitpunkt seit Februar 2022 diesen Krieg aktiv und öffentlich unterstützt haben“, hatte die ISU im Sommer erklärt. Der Weltverband hob damit das seit Februar 2022 bestehende Verbot für Aktive sowie Offizielle auf.

Die ISU wird voraussichtlich bis Mitte kommender Woche über einen Einspruch Walijewas entscheiden. Sollte die Entscheidung unverändert bleiben, könnte die 20-Jährige nach AP-Angaben vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) Berufung einlegen.

Im Dezember 2021 positiv getestet

Die Aberkennung des neutralen Status wäre der nächste Wendepunkt in der Karriere von Walijewa. Nach dem Team-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 war eine positive Dopingprobe der Sportlerin bekanntgeworden. 

Sie war im Dezember 2021 bei den nationalen Meisterschaften positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet worden. Walijewa hatte als Erklärung angeführt, dass sie aus demselben Glas wie ihr Großvater getrunken habe. Der Cas sperrte sie daraufhin rückwirkend für vier Jahre.

Da Walijewa zu dem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, galt sie gemäß Welt-Anti-Doping-Code als „geschützte Person“, deren Identität hätte nicht genannt werden dürfen. Die Geheimhaltung misslang. Walijewas juristisch durchgesetzter Start im olympischen Einzel endete als Skandal - und mit einer Kür unter Tränen, die Favoritin landete nach einer völlig verpatzten Vorstellung nur auf dem vierten Platz. Inzwischen ist die Dopingsperre von Walijewa abgelaufen.

© dpa-infocom, dpa:260905-930-638895/1

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.