London
Update 09.07.2026 - 19:31 Uhr

Muchova nach Achterbahnfahrt erstmals im Wimbledon-Finale

Die neue Wimbledon-Siegerin wird aus Tschechien kommen. Karolina Muchova trifft auf Linda Noskova. Eine von beiden wird zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier triumphieren.

In einem Nervenspiel hat die tschechische Tennisspielerin Karolina Muchova den Wimbledon-Erfolgslauf von US-Star Coco Gauff denkbar knapp gestoppt und ist erstmals ins Endspiel eingezogen. Mit einem Kraftakt setzte sich die Bad-Homburg-Siegerin in einem bis zum Schluss spannenden Halbfinale mit 6:2, 1:6, 7:6 (12:10) durch.

In ihrem zweiten Grand-Slam-Finale spielt die Top-Ten-Spielerin am Samstag gegen ihre Landsfrau Linda Noskova um den Titel beim Londoner Rasenklassiker. Berlin-Siegerin Noskova setzte sich im zweiten Halbfinale mit 6:4, 6:4 gegen die ukrainische French-Open-Halbfinalistin Marta Kostjuk durch und spielt erstmals um den Triumph bei einem der vier wichtigsten Tennis-Turniere. Nach dem Ausscheiden von Gauff wird es eine Grand-Slam-Premierensiegerin geben.

Muchova: „Nervenaufreibend“

Besonders spannend wurde es am Ende im Duell von Muchova mit Gauff. Im entscheidenden Tiebreak entwickelte sich ein Tennis-Krimi, in dem beiden Kontrahentinnen die Anspannung deutlich anzumerken war. Gauff hatte bei 9:8 den ersten Matchball, verschlug aber eine Vorhand. Die US-Amerikanerin wehrte den ersten Matchball Muchovas noch ab, nach ihrem zweiten konnte die Tschechin nach 2:35 Stunden jubeln.

„Es klingt wirklich schön, im Finale zu sein. Um ehrlich zu sein, es war ein großer Kampf, eine Achterbahnfahrt. Es war nervenaufreibend“, sagte die 29-Jährige. „Ich zittere und versuche das alles zu begreifen.“ Die zweimalige Grand-Slam-Turniersiegerin Gauff hatte die Partie nach dem verlorenen ersten Satz zwischenzeitlich gedreht und deutlich aggressiver gespielt. 

Die frühere French-Open-Finalistin Muchova schien bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius am Ende des Matches etwas müde. Körperlich sei sie aber okay, meinte die Tschechin. „Ich habe nur versucht, wieder zu Atem zu kommen.“

https://x.com/Wimbledon/status/2075236759114305552

 

Finalistin verdient Rekordpreisgeld 

Noskova sparte bei ihrem Sieg Kräfte. Nach nur 79 Minuten ging sie nach dem Matchende in die Knie und schüttelte ungläubig den Kopf. „Ich habe versucht, geduldig und cool zu bleiben“, sagte die 21-Jährige und hoffte, dass ihr das Finale nicht den Schlaf rauben werde. „Ich schlafe immer gut. Ich hoffe, das ändert sich nicht.“ Im Endspiel geht es um ein Wimbledon-Rekordpreisgeld für die Siegerin von rund 4,2 Millionen Euro.

© dpa-infocom, dpa:260709-930-360877/2

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