15.09.2019 - 16:32 Uhr
Deutschland und die WeltSport

Müller nach 1:1 des FC Bayern sauer: Geschenk mit Schleifchen drum

Die Bayern sind nette Gäste. Sie verschonen ihre Gastgeber aus Leipzig am Samstagabend, lassen sie ins Spiel kommen. Thomas Müller regt so ein Verhalten richtig auf.

Auch das noch: In dieser Szene hat sich Thomas Müller (rechts) richtig weh. Und dann fehlten am Ende auch noch zwei Punkte.
von Josef Maier Kontakt Profil

Wohin mit den Händen? Mal vors Gesicht geschlagen, mal auf den Kopf gelegt, mal ratlos in die Hüften gestemmt. Niklas Süle konnte das alles nicht fassen.

Wohin mit den Händen? Peter Gulacsi wusste es ganz genau. Der Keeper von RB Leipzig wischte mit seinen Fingern in letzter Minute den Ball um den Pfosten. Bayerns Niklas Süle hatte nach seinem Kopfball die Hände schon zum Jubeln bereit. Ein paar Minuten später klopfte Süle Gulacsi in den Katakomben der Red-Bull-Arena anerkennend auf die Schulter. Der ungarische Torwart grinste: "Ja, ja, meine Hände."

Die letzte Aktion in der Nachspielzeit hätte das Bundesliga-Spitzenspiel am Samstagabend doch noch zugunsten der Bayern entscheiden können. Nachher sprachen viele von einem gerechten 1:1 (1:1). Doch für die Münchener war dieser eine Punkt doch zu wenig. Sie waren der gefühlte Verlierer. "Das fühlt sich heute nicht gut an", murrte Thomas Müller.

Es war eines jener dieser Fußballspiele, an denen eigentlich schon alles klar sein müsste, bevor auch der Gegner zu spielen beginnt. Die Leipziger sahen in den ersten 45 Minuten in ihrer Stadt kein Land. "Sensationell gut", fand Bayern-Trainer Niko Kovac die erste Hälfte der Seinen. "Wir haben super gespielt", formulierte es Torwart Manuel Neuer nur geringfügig anders. Robert Lewandowski (3.) hatte die Gäste früh in Führung gebracht. Ein Wirkungstreffer, der den RB-Himmelstürmern die Flügel stutzte. Mehr als 400 Pässe spielten die Bayern in der ersten Hälfte. Die Einschätzung von Leipzigs Kapitän Willi Orban war noch völlig untertrieben: "Es hat doch jeder gesehen, dass die Bayern besser im Spiel waren." Doch irgendwie waren diese Bayern auch fahrig. "Wir müssen das ein oder andere Tor nachlegen", bemängelte Neuer die Chancenverwertung. Über Thiago sagte er besser nichts: Nicht zum ersten Mal spielte der Spanier einen katastrophalen Fehlpass in der eigenen Hälfte, der am Ende einer Fehlerkette zu einem Foulelfmeter für Leipzig führte. "Wenn man so ein Geschenk bekommt, dann muss man es annehmen." Emil Forsberg konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und verwandelte den Elfer zum 1:1 (45.+3). Müller war völlig bedient: "Das war ein Geschenk mit Schleifchen drum."

Auch wenn die Leipziger in Hälfte zwei ihr Tempo und Pressing gefunden hatten. Auch wenn Timo Werner, Marcel Sabitzer und Nordi Mukiele drei tolle Chancen hatten, wobei Neuer drei Mal glänzte. Mit nur einem Punkt aus Leipzig abzureisen, wird die Münchener noch mehr wurmen, als sie hinterher zugaben.

Für die Leipziger war diese Partie gegen den Deutschen Rekordmeister vorher zum großen Tauglichkeitstest ausgerufen worden. Kann der Brauseklub, der vor gut sechs Jahren noch in der Regionalliga gekickt hatte, sogar Meister werden? Müller meckerte: "Also, ich hätte ein schwierigeres Spiel für uns erwartet." Egal, meinte RB-Coach Julian Nagelsmann: "Wir brauchen uns für diesen Punkt nicht zu schämen."

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