München
25.01.2026 - 11:41 Uhr

Bayerns Superserie dahin - „Der neue Nullpunkt“

Wird der Titelkampf in der Bundesliga doch nochmal spannend? Dafür spricht nichts, aber zumindest ist der FC Bayern wieder besiegbar. Die Stars kündigen eine „Wut“-Reaktion an.

Bier in der Kabine? Die Frage nach dem Augsburger Siegerbierchen verwirrte Bayern-Trainer Vincent Kompany kurz. Einen Scherz ließ sich der Münchner Erfolgscoach trotz der ersten Münchner Pleite nach 322 Tagen dann aber nicht nehmen. „So tief sind wir noch nicht, dass wir jetzt Bier brauchen in der Kabine“, sagte Kompany nach der ersten Bundesliga-Niederlage seit dem 8. März 2025. „Wenn wir jetzt wieder zehn Monate ungeschlagen bleiben, dann ist alles in Ordnung für mich.“

„Dann sind wir eben nicht top, top“

Die gefühlte Ewigkeit von 27 Spielen lag die letzte Bundesliga-Niederlage des immer noch mit acht Punkten Vorsprung an der Spitze thronenden FC Bayern zurück. Bis dem abstiegsbedrohten FC Augsburg das gelang, was in der Beletage des deutschen Fußballs mittlerweile fast unmöglich schien. Erstaunt setzte sich Ehrenpräsident Uli Hoeneß auf der Ehrentribüne die Brille auf die Stirn, zerknirscht registrierte Sitznachbar Karl-Heinz Rummenigge die Überraschung.

Die Stars rückten bei ihrer Analyse des 1:2 schnell die Reaktion auf die erst zweite Pflichtspielpleite der Saison in den Fokus. „Dieses Spiel heute wird uns nicht in eine Krise stürzen“, sagte Mittelfeldchef Joshua Kimmich. Ohne „harte Arbeit“ und „unsere Spielprinzipien“ sei man halt besiegbar. „Wenn wir da nachlassen, dann sind wir eben nicht top, top“, sagte der Nationalmannschaftskapitän. „Die Reaktion ist jetzt sehr wichtig.“

Tah kündigt „Wut“-Reaktion an

Eine Saison ohne Niederlage wie sie Bayer Leverkusen im Doublejahr 2024 feierte, ist nicht mehr drin. „Der Fokus lag nie auf irgendwelchen Rekorden“, sagte der frühere Leverkusener Jonathan Tah. „Die Wut, die jetzt in uns steckt, wollen wir im nächsten Spiel auf den Platz bringen - und wieder unsere Qualität und Energie zeigen.“ 

Die PSV Eindhoven kann sich auf einen stressigen Champions-League-Abend am Mittwoch einstellen, wenn die Münchner den zweiten Platz in der Liga-Phase hinter dem bis Samstag einzigen Bayern-Bezwinger FC Arsenal sichern wollen. Der würde das wichtige Heimrecht für alle Rückspiele der K.o.-Runden garantieren.

Immer wieder diese Augsburger

„Am Ende gewinnst du auch Preise und Titel, was wichtig ist für den Verein. Dann kann ich auch ohne dieses invincible (unbesiegbar) leben“, ordnete Kompany ein. „Wir werden immer weiterhin versuchen, alles zu gewinnen. Das hört nicht auf. Das ist der neue Nullpunkt, der neue Start.“ Nachdem die Augsburger im April 2014 die längste Ungeschlagen-Serie der Münchner nach 53 Bundesliga-Partien ohne Niederlage gestoppt hatten, beendeten sie nun auch die zweitlängste Serie der Bayern.

Über den Führungstreffer von Abwehrspieler Hiroki Ito (23. Minute) sprach nach der Augsburger Wende durch den erst vor wenigen Tagen aus Hoffenheim geholten FCA-Debütanten Arthur Chaves (75.) und Han-Noah Massengo (81.) keiner mehr. 

Unglücklicher Neuer-Vertreter Urbig

„Der Trainer hat in seiner Ansprache von einem Day to remember gesprochen. Den haben wir auf jeden Fall geschafft“, sagte der überzeugende Augsburger DFB-Torhüter Finn Dahmen. Sein Gegenüber Jonas Urbig, der wegen der Verschnaufpause von Manuel Neuer Spielpraxis sammeln durfte, sah dagegen bei seinem missglückten Rettungsversuch nach einer Ecke vor dem Chaves-Treffer sehr unglücklich aus. 

„Jonas weiß, dass er das vielleicht besser machen kann. Aber das ist jetzt für mich keine Schuld von Jonas Urbig. Wir als Kollektiv, wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Als Grund machte er anderes fest. „Wir müssen an unser Limit gehen. Das haben wir heute nicht getan“, sagte der 52-Jährige. Das stramme Januar-Programm mit 7 Spielen in 21 Tagen sowie einige Ausfälle geht zudem selbst am erlesenen Star-Kollektiv der Bayern nicht spurlos vorbei.

Bochum als Warnung für Augsburg

„Wir haben einen guten Kader, wir haben eine gute Mentalität. Wir werden nicht in Panik geraten“, versicherte der diesmal torlose Stürmerstar Harry Kane. Die Tabelle führen die Münchner ohnehin weiter mit einem komfortablen Vorsprung an. „Das übergeordnete Ziel ist natürlich, Meister zu werden“, sagte Tah. „Das ist jetzt eine Niederlage, die uns nicht vom Weg abbringt.“ 

Die Augsburger setzten sich nach dem wichtigen Erfolg im Abstiegskampf zufrieden in den Bus - und mit einer Warnung. Der letzte Bayern-Bezwinger Bochum stieg am Saisonende ab. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht übermütig werden, aber mutig bleiben“, sagte Gäste-Coach Manuel Baum.

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© dpa-infocom, dpa:260125-930-593431/1

 
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