Der langjährige FIFA-Referee und TV-Experte Patrick Ittrich sieht die Schiedsrichter durch den Fall Balogun bei der Fußball-WM für lange Zeit beschädigt. „Der Vertrauensverlust, der da passiert ist, der zieht sich durch das Turnier durch und der zieht sich vielleicht auch durch die weiteren Jahre durch. Und das ist das größte Problem“, sagte der 47-Jährige in der TV-Sendung „Doppelpass“ von Sport1.
Der US-Stürmer Folarin Balogun hatte beim 2:0-Sieg im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen und war damit für die Achtelfinal-Partie gegen Belgien gesperrt worden. Die FIFA hob die Sperre aber überraschend wieder auf. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben mit einem Anruf bei FIFA-Präsident Gianni Infantino um eine Überprüfung der Sperre gebeten.
Ittrich sicher: „Der wird kein Spiel mehr pfeifen“
Der Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien sei nach diesem Eingriff „für sein Leben lang angegriffen“, sagte Ittrich. „Dem wird irgendwas nachgesagt, was er nicht gemacht hat. Der wird kein Spiel mehr pfeifen.“ Der Referee sei von Trump „öffentlich diskreditiert“ worden.
Der nächste Kritikpunkt ist für Ittrich: „Felix Zwayer hat nach der Gruppenphase kein weiteres Spiel mehr gepfiffen. Keiner weiß, warum. Ich finde das schon merkwürdig.“ Die Eingriffe der FIFA und im Fall Balogun sogar des US-Präsidenten würden „auf dem Rücken der Schiedsrichter ausgetragen“, sagte Ittrich.
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