München
01.05.2024 - 11:01 Uhr
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Laimer teilt gegen Real Madrid aus: Der Bayerische Abend des Salzburger Buam

Der FC Bayern und Real Madrid trennen sich im Halbfinal-Hinspiel der Champions-League 2:2. Konrad Laimer macht sein bisher bestes Spiel für die Münchener. Einen Teamkollegen kritisiert Trainer Thomas Tuchel dagegen heftig.

Konrad Laimer (rechts), hier gegen den Doppel-Torschützen Vinicius Junior, bot gegen Real Madrid eine starke Vorstellung. Bild: Matthias Schrader/dpa
Konrad Laimer (rechts), hier gegen den Doppel-Torschützen Vinicius Junior, bot gegen Real Madrid eine starke Vorstellung.

Die üblichen Verdächtigen, die immer gefragt sind, hatten schon alles gesagt: Manuel Neuer, Thomas Müller, Joshua Kimmich, die Kapitäne und Sprachrohre des FC Bayern hatten die Partie gegen Real Madrid schon genau analysiert und seziert. Alle warteten am späten Dienstagabend aber noch in den Katakomben der Allianz-Arena auf den Mann des Abends. Alle warteten auf ... Konrad Laimer.

Es kommt nicht allzu oft vor, dass der Bua aus Salzburg im Rampenlicht steht. „Ich bin ja auch eher einer der einsteckt und austeilt“, beschrieb er sich am späten Dienstagabend schelmisch lächelnd nach dem 2:2 (0:1) der Münchener im Halbfinal-Hinspiel der Champions-League gegen Real Madrid. Solche Leute fallen normalerweise nur bei Fouls oder harten Zweikämpfen auf. Fürs Filigrane und die Kameras nachher sind andere zuständig.

Ein Auf- und Ab-Spiel

So wie Laimer aber am Dienstagabend (fair) austeilte, musste er zwangsweise auffallen. So wie er die intensiven 93 Minuten im Duell der zwei Weltklubs beschrieb, so war seine Leistung allerdings nicht: „Es war ein Auf- und Ab-Spiel“, sagte Laimer. „Erst haben wir es gut gemacht, dann haben wir es nicht mehr gut gemacht.“ In die zweite Hälfte seien die Bayern wieder gut gestartet und dann hätten sie es wieder nicht so gut gemacht. In der Phase der zweiten 45 Minuten, in denen die Münchener wieder überlegen waren, drehten sie den 0:1-Rückstand aus der ersten Hälfte durch Tore von Leroy Sané und Harry Kane (Elfmeter) in ein 2:1. Dass Vinicius Junior kurz vor Schluss noch für die Spanier ausglich, bestätigte Laimers Meinung über den Gast: „Gefühlt hatten sie drei Chancen und machen zwei Tore.“

Dass die Königlichen aus Madrid nicht mehr Möglichkeiten hatten, lag auch an Laimer. Besonders Jude Bellingham nahm der 26-Jährige immer wieder in die Mangel, so dass das Real-Juwel nicht glänzen konnte. Wenn es was zu grätschen gab, war Laimer schon am Boden. Im bisherigen Saisonverlauf war der Defensivmann, der aus Leipzig gekommen war, eher ein Mitläufer, jetzt zum Ende hin kommt er ins Rollen. Was Thomas Tuchel von dem Abräumer mittlerweile hält, wurde schon am Tag vor dem Spiel klar: „Konni will unbedingt“, sagte der Coach. Am Samstag gegen Frankfurt musste Laimer wegen einer Kapselverletzung im Sprunggelenk noch ausgewechselt werden.“ Am Dienstag konnte Konni, biss auf die Zähne: „Hey, das ist ein Champions-League-Halbfinale“, begründete er nach dem Remis, das den Bayern im Rückspiel am kommenden Mittwoch im Estadio Santiago Bernabéu alle Chancen lässt, seinen Ehrgeiz. Auch die Mitspieler staunten über Laimers Leistung: „Er hat mit und gegen den Ball gute Entscheidungen getroffen“, lobte ihn Joshua Kimmich. Was er nicht sagte: Laimer war in einer guten Mannschaft Bayerns Bester. Der so Geadelte meinte, dass es sicherlich ein gutes Spiel von ihm gewesen sei: „Aber am Ende ist es wurscht, wenn du nur 2:2 spielst.“

Zu gieriger Min-Jae-Kim

Von einem guten Spiel kann man von einem anderen im Münchener Trikot nicht sprechen. Nach dem Ausfall von Matthijs de Ligt rückt der Südkoreaner Min-Jae-Kim in die Innenverteidigung. Eine Entscheidung, die Tuchel wohl bereute: „Er ist manchmal zu gierig“, meinte der Coach. An beiden Gegentreffern war der vom SSC Neapel gekommene und vergangene Saison als bester Innenverteidiger Italiens ausgezeichnete Asiate beteiligt. Beim ersten Tor war es ein übler Stellungsfehler, den Reals Toni Kroos mit einem starken Pass auf den Torschützen Vinicius Junior ausnutzte. Und der Elfmeter, der zum 2:2-Ausgleich führte, nervte Tuchel noch mehr: „Ohne Not gibt er plötzlich die innere Bahn frei für Rodrygo“, moserte der Trainer. Kim säbelte den Brasilianer plump um, obwohl sein Nebenmann Eric Dier noch hätte eingreifen können. Tuchels Fazit: „Er war zwei Mal zu gierig.“

Am Ende, gab der Coach zu, fühle sich das Remis für ihn komisch an. Für Laimer ist derweil die Sache vor dem Rückspiel klar: „Wir müssen alle in Madrid noch eine Schippe drauflegen.“ Wobei man sich nach diesem Abend fragt, wie das beim Österreicher noch gehen soll.

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