München
23.09.2026 - 11:28 Uhr

Auch als Underdog: Bayern heiß auf Euroleague-Revanche

Die Münchner Basketballer starten als Außenseiter und mit einem Trainer-Novizen in die Euroleague. Wie will Bayern mit deutlich weniger Budget gegen Topteams à la Tel Aviv und Athen bestehen?

Zünftig in Tracht und Lederhosen stießen die Bayern-Basketballer gut gelaunt auf dem Oktoberfest an - Nationalspieler Oscar da Silva prostete samt Geburtstagsherz um den Hals grinsend in die Kamera. Drei Tage nach der Wiesn-Gaudi wird es für die Münchner aber richtig ernst in der Saison, wenn das große Kräftemessen in der Euroleague gegen die besten Teams des Kontinents beginnt. „Dafür haben die Spieler hier unterschrieben“, sagte Trainer Anton Gavel. „Wir wollen gleich von Anfang an loslegen.“

Wenn die Bayern am Donnerstag (18.00 Uhr/Magentasport) in Sofia gegen Hapoel Tel Aviv auflaufen, dann startet für sie Teil zwei der dreiteiligen Wiedergutmachungs-Mission nach einer enttäuschenden Vorsaison. Da wurden nicht nur die nationalen Titel in der Bundesliga und im BBL-Pokal verpasst, sondern auch die Qualifikation für die Playoffs in Europas Königsklasse.

Euroleague-Rückkehrer Thiemann: „Hat mir gefehlt“

Das soll diesmal besser werden - dafür wurde im Kader nachgebessert, wie Vereinspräsident Herbert Hainer jüngst unmissverständlich erwähnte. Einer der Neuen ist Welt- und Europameister Johannes Thiemann. Der frühere Center von Alba Berlin freut sich nach zwei Jahren in Japan auf das Euroleague-Comeback. „Das hat mir gefehlt“, unterstrich der 32-Jährige mit einem Leuchten in den Augen. „Unser Ziel ist es, eines dieser Überraschungsteams zu werden.“

Überraschungsteam FC Bayern? Tatsächlich gehören die Münchner - anders als in der Liga und auch anders als ihre Fußballer-Kollegen - international nicht zur Elite. Der Bundesliga-Krösus liegt etwa vom Budget her in der Euroleague nur im unteren Drittel; Teams wie Hapoel Tel Aviv oder auch Panathinaikos Athen haben dank steinreicher Besitzer ein Vielfaches an Geld zur Verfügung.

Auf welche Kadersäulen hofft Coach Gavel?

Das sind seit Jahren die Realitäten im europäischen Vereinsbasketball. Doch die Münchner wollen sich von der Außenseiterrolle anspornen lassen - falls die Profis überhaupt noch einen Extra-Ansporn brauchen. „Wenn sie für die Euroleague keine Motivation hätten, dann wüsste ich auch nicht...“, meinte Gavel. Der Coach kennt die Euroleague als Spieler unter dem alten Format, der XXL-Modus mit 38 Vorrundenspielen und dann der K.o.-Phase ist für ihn neu.

Gavel setzt auf Stars wie Kapitän Vladimir Lucic, Ausnahmeschütze Andreas Obst und den aktuell noch angeschlagenen Duane Washington. Der ein Jahr lang verletzte Rokas Jokubaitis soll langsam auf Top-Level herangeführt werden. Miles Norris will sich nach einem mauen Jahr bei Barcelona beweisen.

Teamchemie vs XXL-Kader

Während die Bayern mit 15 Profis im Kader in die Saison gehen, leisten sich manche Gegner wie Tel Aviv mehr als 20 - teils hochbezahlte - Stars. München will diesen vermeintlichen Nachteil mit einer guten Teamchemie wettmachen. An der werde bei den vielen Reisen über den ganzen Kontinent gearbeitet, wie Sportchef Thorsten Leibenath erzählte. Und gemeinsame Nachmittage wie auf dem Münchner Oktoberfest sollen zum Teambuilding auch nicht verkehrt sein.

© dpa-infocom, dpa:260923-930-730827/1

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