11.05.2020 - 09:09 Uhr
NabburgSport

Nach Abbruch: Oberpfälzer Handballer meckern nicht

Diese Saison wird auch den Handballern noch ewig in Erinnerung bleiben. Die Entscheidungen des Verbandes haben fast alle Akteure sportlich fair mitgetragen. Noch ist ungewiss, wie es weitergeht.

Kerstin Schill (Mitte) steigt mit ihren Teamkolleginnen von der HSG Nabburg/Schwarzenfeld in die Landesliga auf. Die Meisterfeier fiel natürlich wegen Corona aus, soll aber nachgeholt werden. In diese Szene setzt sie sich im Lokalderby gegen zwei Spielerinnen des HV Oberviechtach durch.
von Josef Maier Kontakt Profil

Keine Sektdusche, kein ausgelassener Jubel, kein Bad in der Menge der Fans - stattdessen ein schnöder Blick auf die Internetseite des Handballverbandes. Seit einigen Tagen stehen die Abschlusstabellen der einzelnen Spielklassen auch in Ostbayern fest. Und somit auch die Meister und Aufsteiger. Der Spielbetrieb in allen Handball-Ligen wurde wegen der Corona-Pandemie wenige Spieltage vor Schluss abgebrochen. "Wir haben immer gesagt, wir in Bayern machen das, was der Deutsche Handballbund vorschlägt", sagt Ostbayerns Bezirkschef Lothar Rauscher. Die Vereine seien nicht gefragt worden. Man habe das Quotientensystem (Erklärung unten) zur Ermittlung der Tabellenstände vom DHB übernommen. "Das war ein deutschlandweiter Vorschlag vom Verband", erklärt der Forchheimer.

Dass sich Vereine über diese rechnerischen Abschluss beschwert hätten, hat Rauscher, der Mitte Februar den Amberger Werner Guzik als Bezirksvorsitzenden abgelöst hatte, nicht gehört: "Von Einsprüchen oder Gemecker habe ich nichts mitbekommen." Der Verband sei bei seinen Regelungen ja auch sehr großzügig gewesen. Absteiger gibt es ohnehin keine. So bleiben auch die Frauen der HG Amberg als Schlusslicht trotzdem in der BOL. Und aus allen Bezirksligen und Bezirksklassen steigen jeweils die ersten Zwei auf. Relegationsspiele gibt es natürlich nicht. In den Bezirksoberligen geht jeweils nur der Spitzenreiter hoch.

Bei den Frauen war in der BOL nach der Rechnerei ohnehin klar, dass das nur die HSG Nabburg/Schwarzenfeld Abschluss-Spitzenreiter sein kann. Bei den Herren war es in der BOL etwas knifflig. Nach dem Quotientenmodell steigt die SG Regensburg II auf, wobei der ESV Regensburg bei Abbruch der Saison bei einem Spiel mehr auch einen Pluspunkt mehr auf dem Konto hatte. Doch nach der Rechnerei ergaben sich ei der SG II 162,5 Punkte, beim ESV 158,8 Punkte. Rauscher sagt, dass sich aber der ESV wohl an den bayerischen Handballverband gewandt habe, um eventuell auch noch in die Landesliga aufsteigen zu können.

Wo die Regensburger dann nächstes Jahr spielen werden, steht noch nicht fest, und wann die Saison losgeht auch noch nicht. Den Coronavirus wird es auch noch im Herbst geben. "Zwischenzeitlich war ich da sehr pessimistisch, jetzt bin ich zumindest etwas optimistischer", sagt Rauscher. Es könne aber viele Unabwägbarkeiten geben: Etwa, wenn in einzelnen Regionen wegen der Infektionen die Sporthallen geschlossen bleiben, an anderen Orten die Spielstätten aber geöffnet sind. Einen Fleckenteppich könnte es auch im Handball geben. "Da wäre es natürlich schwierig, einen einheitlichen Spielbetrieb zu organisieren", meint Rauscher, der dann doch wieder pessimistischer wird: "Ich habe schon die Sorge, dass wir nicht so starten können, wie wir wollen." Freudentänze und ein Bad in der Fan-Menge - darauf muss man womöglich noch länger warten.

Tabellenletzter bei Abbruch: Dennoch spielen Torfrau Katharina Bar und die Frauen der HG Amberg in der kommenden Saison in der BOL.
Abschluss der Handball-Ligen 2019/2020:

BOL Männer

1. SG Regensburg II 162,5

2. ESV 27 Regensbg. 158,8

3. SG Auerbach/Pegnitz 156,3

4. TV 1881 Altdorf 112,5

5. HC Sulzb.Rosenb. 105,9

6. HSG Erl/Niederl. 88,2

7. TV Erlangen-Bruck III 87,5

8. HC Forchheim 81,3

9. HG Amberg 62,5

10. SV Buckenhofen 52,9

11. SV Obertraubling 31,3

Bezirksliga West Männer

1. TS Herzogenaurach 193,8

2. HG Eckental 173,3

3. SG Auerbach/Pegnitz II 150

4. HC Hersbruck 125

5. HG Hemau/Beratzhausen 106,7

6. TV Wackersdorf 75

7. C Forchheim II 68,8

8. HSG Erl./HC Nied. II 62,5

9. SV Buckenhofen II 50

10. SG Erlangen/Baiersdorf 0

Bezirksliga Ost Männer

1. Nabburg/Schwarzenfeld 185,7

2. TB 03 Roding 178,6

3. HC Weiden 121,4

4. HV Oberviechtach 106,7

5. ESV 27 Regensbg. II 100

6. FC Neunburg v.W. 78,6

7. ATSV Kelheim 73,3

8. ASV 1863 Cham II 53,3

9. TS Regensburg 7,1

Landesliga Nord Frauen

1. ESV 27 Regensbg. II 170,0

2. Post SV Nürnberg 140,0

(direkten Vergleich gewonnen)

3. SC 04 Schwabach 140,0

4. HSG Mainfranken 130,0

5. HSG Pleichach 110,0

6. TS Herzogenaurach II 105,0

(direkten Vergleich gewonnen)

7. SV Obertraubling 105,0

8. SG DJK Rimpar 95,0

(direkten Vergleich gewonnen)

9. TV Marktsteft 95,0

10. HC Sulzb.Rosenb. 85,0

11. SG Kunstadt-Weidhausen 68,4

12. 1.FCN Handball 65,0

13. HC Forchheim 57,9

14. TSV Wendelstein 30,0

BOL Frauen

1. Nabburg/Schwarzenfeld 172,2

2. SG Naabtal 161,1

3. TV 1881 Altdorf 147,1

4. SG Regensburg 138,9

5. Mintraching/Neutr. II 116,7

6. HG Eckental 105,9

7. HV Oberviechtach 94,7

8. TV Erlangen-Bruck 72,2

9. HC Weiden 61,1

10. SG Rohr/Pavelsbach 55,6

11. HSG Pyrbaum/Selig. 50

12. HG Amberg 31,6

Bezirksliga Ost Frauen

1. HG Hemau/Beratzhausen 163,6

2. FC Neunburg 141,7

3. ASV 1863 Cham 100

(direkten Vergleich gewonnen)

4. Mintraching/Neutr. III 100

5. SG Regensburg II 84,6

6. HC Sulzb.-Rosenb. II 83,3

7. TS Regensburg 76,9

8. TV 77 Lauf 61,5

Aus den Bezirksoberligen steigt jeweils der Erste auf, bei den Bezirksligen und Bezirksklassen jeweils die ersten beiden Mannschaften.

In der Bezirksklasse West Männer sind das der TS Herzogenaurach II und der TSV Winkelhaid. Aus der Bezirksklasse Ost der HC Sulzbach-Rosenberg II und der HC Tirschenreuth und aus der Klasse Süd der TSV Neutraubling II und Schierling/Langquaid. Aus der Bezirksklasse West der Frauen gehen der TV Erlangen-Bruck II und der HC Hersbruck II hoch. Aus der Klasse Ost der ESV Regensburg III und Schierling/Langquaid. In allen Ligen gibt es in dieser Spielzeit keine Absteiger. Dementsprechend groß werden die Spielklassen kommende Spielzeit.

Ermittlung der Quotienten für die Endplatzierung

Die Anzahl der erreichten Pluspunkte wird durch die Anzahl der ausgetragenen Spiele dividiert und dann mal 100 genommen. Der daraus ermittelte Summe wird hergenommen und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Bei Quotientengleichheit zählt der direkte Vergleich der Spiele zwischen den Kontrahenten. Hat je eine Mannschaft gewonnen, werden die erzielten und kassierten Tore aus beiden Spielen herangezogen.

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