24.07.2019 - 16:26 Uhr
NabburgSport

"Ich würde Philipp Lahm als Nachfolger bevorzugen"

Am Tag nach nach dem Personal-Beben beim FC Bayern München, machen sich die Fans des Rekordmeisters in der Oberpfalz Gedanken, welche Folgen der Rückzug von Uli Hoeneß hat. Wir haben uns in drei Fanclubs umgehört.

Uli Hoeneß' vermutlicher Rückzug als Präsident des FC Bayern München bewegt auch die Fans in der Oberpfalz.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Der von der "Bild" angekündigte Rückzug von Bayern-Präsident Uli Hoeneß bewegt auch die Fans in der Oberpfalz. Oberpfalz-Medien hat bei den Vorsitzenden der Fanclubs in Nabburg, Floß und Wildenau nachgefragt, wie sie diese Personalie einschätzen und welche Folgen sich für sie daraus ergeben.

Bernd Hofmann, Vorsitzender des Bayern-Fanclubs Nabburg

Bernd Hofmann, Vorsitzender des Bayern-Fanclubs Nabburg.

"Wenn Uli Hoeneß diesen Schritt vollzieht, dann hat er das Feld so gut bereitet, dass er ruhigen Gewissens ins zweite oder dritte Glied zurücktreten kann", sagt Hofmann, der Hoeneß als Mitglied im Fanrat sowie vom Traumspiel 2008 persönlich kennt. Zwar hinterlasse der langjährige Manager und Präsident eine Lücke, doch Hoeneß habe bereits richtigerweise erkannt: "Niemand ist unersetzlich." Hofmann spricht von einem "Wahnsinn, was Hoeneß in seinem 40-jährigen Wirken aufgebaut hat". 350 000 eingetragene Vereinsmitglieder und etwa 4400 Fanclubs sowie Millionen von Sympathisanten weltweit seien allein das Werk Hoeneß'. "Wenn es wirklich so kommt, ist es schade, aber bei einem Verein mit diesem Netzwerk wird es immer weitergehen. Ein neuer Mann bringt auch immer neue Ideen mit. Und wenn der dann auch bereit ist, Tipps von alten Hasen anzunehmen, ist mir um die Zukunft des FC Bayern nicht bange", zeigt sich Hofmann zuversichtlich. Da auch Kahn als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge bereitsteht, ist für Hofmann der Moment gekommen, der für so viele Bereiche im Leben gilt: "Irgendwann ist es an der Zeit, dass die Jüngeren übernehmen."

Gerhard Stadler, Vorsitzender des Bayern-Fanclubs Floß

Gerhard Stadler, Vorsitzender der Bayern-Fanclubs Floß.

"Ich verbinde den FC Bayern München mit dem Namen Uli Hoeneß. Eine Zukunft ohne ihn, ist für mich im Moment nur schwer vorstellbar", sagt Stadler, der aber zunächst abwarten will, ob der Rückzug auch tatsächlich vollzogen wird. Der Flosser Vorsitzende hält auch einen Bluff für denkbar, um von der aktuellen Debatte wegen des Transferstaus der Münchener abzulenken. "Dass der Rückzug jetzt so abrupt vollzogen werden soll, verstehe ich nicht ganz, aber Hoeneß wird gewiss nicht mit ungeordneten Verhältnissen abtreten." Stadler vermutet, dass die Unmutsäußerungen seitens der Fans auf der Jahreshauptversammlung im letzten Jahr Hoeneß "sehr bewegt" und "bei diesem Schritt beeinflusst" haben könnten. "Alles, was der FC Bayern gewonnen hat, ist auf die Verdienste von Uli Hoeneß zurückzuführen." Und so hofft Stadler auch, dass der scheidende Präsident den eingeleiteten Umbruch noch mit vollziehen wird, wenngleich er einschränkt: "Mit seinem Satz ‚Wenn Sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben‘ hat sich Uli Hoeneß vielleicht etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt."

Marcus Fritsch, Vorsitzender des Bayern-Fanclubs Wildenau

Marcus Fritsch (links), Vorsitzender des Bayern-Fanclubs Wildenau, mit Uli Hoeneß.

"Irgendwann ist eben der Zeitpunkt gekommen", sieht Fritsch die bevorstehende Zäsur pragmatisch. "Uli Hoeneß hat genug für den Verein getan. Irgendwann will jeder seine Ruhe haben und sich um seine Familie kümmern." Oliver Kahn als Rummenigge-Nachfolger hält Fritsch für eine "gute Lösung", an Hoeneß' Stelle hätte er aber lieber jemand anderes als Herbert Hainer gesehen: "Da würde ich Philipp Lahm bevorzugen, weil er sportliche und wirtschaftliche Kompetenzen vereint. Außer ihm sehe ich wenig Alternativen und fast nur Mitläufer." Doch von einem Rückschritt will Fritsch nicht sprechen, denn "im internationalen Vergleich wird es immer schwieriger mitzuhalten". Da müssten einige Transfers folgen, und so hofft der Wildenauer Vorsitzende: "Vielleicht geht mit einem neuen Mann auch ein Ruck durch den Verein, der sogar noch einmal einen Schritt nach vorn ermöglicht."

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.