31.01.2019 - 18:40 Uhr
Neustadt an der WaldnaabSport

Befreiungsschlag gegen Gotha

Es ist eine Szene, die die Neustädter Fans nicht oft zu sehen bekommen: Vladimir Krýsl schließt einen Fastbreak ab, den er mit Ondra Stych gelaufen war. Nur eine Aktion aus einer außergewöhnlichen Teamleistung gegen die Big Rockets Gotha.

DJK-Routinier Ondrej Stych (am Ball) in Aktion.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Der Einsatz der beiden Routiniers – eher für ihre Physis und Scorerqualitäten als für Schnellangriffe bekannt – zeigt, dass das Team bereit war, an seine Grenzen zu gehen. Mit einem souveränen 88:68 (39:37)-Erfolg befreien sich die DJK-Regiobasketballer aus ihrer Krise. Nach drei Niederlagen in Folge hatte das Trainerteam um Stefan Merkl intensiv mit der Mannschaft gearbeitet und das nicht nur an den Systemen. "Ich war einfach begeistert vom Spiel. Wir hatten unter der Woche mit Spielern einzeln gesprochen und vor dem Spiel auch ein kleines Krisengespräch mit dem gesamten Team", erzählt der Head-Coach. Mit Erfolg: Alle kämpften und brachten ihre Überlegenheit in der zweiten Hälfte auch auf die Anzeigentafel. Allen voran Krýsl, der in der Vorwoche ohne Treffer blieb und gegen die Rockets mit 32 Punkten, darunter 7 Dreiern, nicht zu halten war.

Vladimir Krýsl von 0 auf 32

"Bei Vlady war es eine regelrechte Leistungsexplosion. Sein Spiel kann man nicht genug loben", so Merkl, der sichtlich mit der Umsetzung der Vorgaben auf dem Spielfeld zufrieden war: "Das war erste Sahne. Insgesamt haben wir deutlich disziplinierter gespielt, was wir auch im Training geübt haben. Der Ball lief ruhiger durch die Reihen - trotzdem mit guter Geschwindigkeit." Mit über 80 erzielten Punkten könne man auch mit der Offensive endlich wieder zufrieden sein.

Letztlich brachte die Defensive die Wende in einem bis zur Halbzeit ausgeglichenem Spiel. "Gerade am Anfang haben wir uns noch einige Schwächen geleistet." Sprich: Zu leichte Turnovers und zu viel Platz für Lorenz Schiller (25 Punkte, 7 Dreier). 20 Punkte machte Gothas bester Werfer in der ersten Hälfte. Merkl schob dem einen Riegel vor: Lukas Bieber, Alex Pöss und Tobi Baier beackerten den Schlüsselspieler abwechselnd in einer Mannverteidigung, das restliche Team spielte Zone, um den Top-Center der Rockets, Andreas Kassiumis, zu stoppen.

"Als wir ihn (Schiller) aus der Partie genommen haben, hat uns das das Spiel gerettet", sagt Merkl. Der Small Forward, der wie einige weitere Mitspieler auch im Kader des Zweitligisten Basketball Löwen Erfurt steht, kam in den beiden restlichen Vierteln nur noch auf 5 magere Zähler. Kassiumis, der das Hinspiel dominierte, biss sich an Ondrej Stych, Jakob Sailer, und Jonas Meisner die Zähne aus und war nicht der erwartete Faktor.

Nachteil: Direkter Vergleich

Der Erfolg hätte noch höher ausfallen können, doch Merkl riskierte in den Schlussminuten etwas zu viel. Er wollte den direkten Vergleich, der bei Punktgleichheit über den Tabellenplatz entscheidet, gewinnen. Nach der Hinspiel-Niederlage mit 29 Punkten Differenz war dies aber kaum zu schaffen. Da die DJK alles nach vorne warf, konnten die Thüringer etwas Ergebniskosmetik betreiben.

"Es ist zwar schade, dass es nicht mehr ganz zum direkten Vergleich gereicht hat, aber die Leistungssteigerung der Mannschaft war enorm", so der Trainer. "Jetzt können wir positiv auf die schwere Partie in Bayreuth schauen."

DJK: Krýsl (32 Punkte/2 Fouls), Merkl (19/3), Meißner (16/2), Bieber (12/2), Stych (5/4), Hawes und Pöss (jeweils 2/0), Sailer (0/2), Baier und Archer (jeweils 0/1).

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