01.12.2019 - 20:14 Uhr
Neustadt an der WaldnaabSport

DJK Neustadt: Kantersieg trotz Aderlass

Mit dem Advent beginnt die stade Zeit. Aber nicht für Basketballer. Denn die Kader beginnen sich auszudünnen. So auch beim Spiel der Neustädter Regiokorbjäger gegen Zwickau. Umso beeindruckender ist der 122: 92 (55:48)-Kantersieg der DJK.

Nachwuchstalent Yannik Stein (am Ball) liefert mit 23 Punkten sein bisher stärkstes Spiel für die Neustädter.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Die Hauptfrage vor dem Spiel am Samstag war für beide Tabellennachbarn: Wer kann auflaufen? Die DJK brachte bei sieben Ausfällen immerhin neun Spieler zusammen, musste aber unter anderem auf Leistungsträger wie Aaron Scott und die Sailerbrüder verzichten. Noch härter traf es den Tabellenfünften aus Westsachsen. Vom ohnehin nicht großen Kader der GGZ Baskets blieben nur sechs Akteure übrig.

Davon war aber zunächst nichts zu spüren: Obwohl Neustadt sehr aggressiv begann, hielten Zwickaus treffsichere Flügelspieler die Begegnung bis zur Halbzeit in etwa ausgeglichen. „Der Start war sehr gut, aber gegen ihre Zonenverteidigung taten wir uns lange schwer“, erklärte Merkl. „Wir haben versucht, den Ball tief zu spielen und über Jonas (Meißner) und Ondrey (Stych) am Brett zu scoren, aber Zwickau hat die Räume dicht gemacht.“

Aus der Not machte Neustadt eine Tugend: „Dadurch waren wir gezwungen, immer wieder von außen zu werfen.“ Hier zeigte sich ein Vorteil des dezimierten Teams – junge Spieler haben die Möglichkeit, sich mit vermehrter Spielzeit in der Vordergrund zu spielen. Yannik Stein etwa gelang mit 23 Punkten, darunter sechs Dreiern, vor allem in der zweiten Halbzeit eine glänzende Partie. „Yannik hat einen echten Sahnetag erwischt. Da zahlt sich das lange Training in den letzten Wochen inklusive eines Lehrgangs in Oberhaching aus“, war Merkl begeistert.

In den Zweikämpfen und im Abschluss stark: Topscorer Jojo Klughardt.

Geduldig wartete der Tabellensiebte auf seine Chancen, die sich gegen die müder werdenden Sachsen zunehmend boten. Die Beharrlichkeit der DJK trug Früchte. Im dritten Viertel lief auch das Centerspiel besser. Aufbauspieler und Topscorer Jojo Klughardt (25 Punkte) variierte die Spielzüge gut, schloss selbst ab oder setzte Big-Man Jonas Meißner ein. Binnen fünf Minuten wuchs der Vorsprung vorentscheidend auf 75:59. „Auch wenn Zwickau nicht so tief besetzt war, ist es nicht unbedingt selbstverständlich, dass wir gegen diese starken Einzelspieler so auftreten. Da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht.“ Ein Sonderlob hatte der Coach auch für Sebastian Fritsch, der sehr stark verteidigt hatte, und an Alex Pöss, der aufgrund der vielen Ausfälle eine sehr ungewohnte Position spielen musste und das souverän gelöst hatte.

Im Schlussviertel (38:19 für die DJK) sorgten Stein und Co. dann für den auch in der Höhe verdienten Erfolg. Damit überholt Neustadt Zwickau in der Tabelle und ist nun Fünfter. Mit 122 erzielen Punkten, dem höchsten Score seit dem Aufstieg in die 2. Regionalliga Nord, setzte die DJK vor den richtungweisenden Begegnungen gegen Leipzig und Litzendorf ein Zeichen. Lediglich die 92 kassierten Punkte wurmen Merkl etwas: „Defensiv müssen wir langfristig noch etwas drauf packen. Ich hoffe, dass sich der Kader wieder füllt und wir dann unberechenbarer sind. Das wäre wichtig in der heißen Phase vor der Winterpause.“

DJK: Klughardt (25 Punkte/0 Fouls), Stein (23/0), Merkl (23/5), Meißner (21/4), Stych (18/3), (11/3), Fritsch (10/4), Faderl (2/0), Pöss und Baier (jeweils 0/1).

Auch Captain Tobias Merkl (links) macht eine starke Partie.

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