14.10.2019 - 17:17 Uhr
Neustadt an der WaldnaabSport

DJK Neustadt lässt Punkte liegen

Jeder der 300 DJK-Fans hat das gleiche Gefühl: Die Goldbacher Basketballer führen vor dem Schlussviertel mit einem "belasteten" 64:54-Vorsprung. Nur zu siebt angetreten, spielen drei Aktivposten mit vier Fouls. Doch dies sehr clever.

Goldbachs Luan Pereira (links) im Duell mit DJK-Aufbauspieler Aaron Scott. Oft hat der Brasilianer die Nase vorne.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Die sich förmlich ankündigende Aufholjagd der DJK, die dann auch folgen sollte, kommt zu spät. Mit 77:82 (38:50) unterliegen die Neustädter letztlich dem Regio-Absteiger und weiter ungeschlagenen Tabellenzweiten der 2. Regionalliga Nord und müssen sich fragen, wie sie die Punkte liegengelassen haben. Ein frustrierter Coach Stefan Merkl hat da mehr als eine Ahnung: "Man kann gegen diese Mannschaft in dieser Besetzung zu Hause gewinnen. Wir haben aber verdient verloren. Obwohl ich frühzeitig, da wir die schnellen Guards nicht vor uns halten konnten, auf Zone umgestellt habe, haben wir trotzdem zu viele Dreier zugelassen."

Insgesamt zehn Dreier treffen die sehr ökonomisch agierenden Unterfranken, die bereits Ende des ersten Viertels zweistellig vorne liegen und den Vorsprung über weite Phasen verteidigen. Aber auch auf Kosten von Fouls. Ausnahmespieler Luan Pereira (17 Punkte), Leonard Sattler (19) und Kilian Strecker (17) dürfen sich in der spannenden Schlussphase nichts mehr viel erlauben und nur noch dosiert verteidigen.

"Leider ging auch der Plan nicht auf, dass wir die Schlüsselspieler mit ihrem jeweils fünften Foul bestrafen. Aber daraus können wir lernen. Unser Konzept, in dieser Phase den Ball unter den Korb zu bringen, wurde leider auch nur halbherzig umgesetzt." Eigentlich sei Merkl mit den Plays zufrieden gewesen, "weil sie funktionierten, wenn wir sie denn gespielt haben." Dennoch wird es am Ende noch spannend: Mit einem späten 12:0-Lauf verkürzt Neustadt den zwischenzeitlich sogar auf 17 Punkte angewachsenen Vorsprung der Gäste auf 5 Punkte. Da sind aber nur noch zwei Minuten zu spielen. Pereira, Sattler und Strecker bringen mit Routine den Erfolg nach Hause. Das Positive dabei: Neustadt hält mit dem Favoriten und Aufstiegsaspiranten auch spielerisch mit. Am Ende sind es zwei Schwächephasen Neustadts, die ein unterhaltsames Spiel entscheiden.

"Ich kann niemandem im Team eine positive Bilanz ausstellen. Jeder muss sich deutlich steigern. Es geht darum, 40 Minuten von der Bank und auf dem Feld Konzentration und zielgerichtet Energie aufs Spielfeld zu bringen. Das hat niemand geschafft", sagt Merkl. Nachlässig beim Defensivrebound, viele Ballverluste und verlegte Abschlüsse am Brett - auf das Team wartet laut dem Coach eine Menge Arbeit. Und doch drängt sich vielen DJK-Fans eine - natürlich obsolete - Frage auf: Was wäre gewesen, hätte das Spiel nur zwei, drei Minuten länger gedauert?

DJK: Aßheuer (15 Punkte/5 Fouls), Scott (15/3), Merkl (13/5), Meißner (10/2), Fritsch und Stych (je 8/1) C. Sailer (3/3), Mötsch (3/0), J. Sailer (2/1), Stein (0/1), Archer und Baier.

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