Neustadt an der Waldnaab
16.03.2026 - 18:36 Uhr
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Ex-Jahn-Kicker Ben Kippes und sein erstes Pflichtspiel für seine DJK Neustadt/WN

Die Ausbildung beim SSV Jahn Regensburg war bestens, jetzt profitiert die DJK Neustadt/WN davon. Das große Fußball-Talent Ben Kippes wählt einen durchaus ungewöhnlichen Weg. Es gibt viele Gründe dafür. Bei der DJK hofft man.

Bis vor wenigen Wochen hießen die Gegner noch VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, 1. FC Nürnberg oder Greuther Fürth, jetzt heißen sie SV Waldau, TSV Pleystein, SpVgg Windischeschenbach oder wie am vergangenen Sonntag SpVgg Pirk. Ben Kippes feierte da sein Pflichtspieldebüt für "seine" DJK Neustadt/WN. "Es ist schon schön, wenn man wieder heimkommt", sagte der 18-jährige am Montag. Wobei er eigentlich aber nie richtig weggewesen sei. Wann immer es die Zeit zuließ, war er auf dem DJK-Gelände und schaute bei Spielen zu.

Ben Kippes gilt als eines der ganz großen Fußballtalente in der Region, im Winter kehrte er aber vom SSV Jahn Regensburg, bei dem er viereinhalb Jahre in der Jahnschmiede fußballerisch ausgebildet wurde, zu seinem Heimatklub zurück. Die Prioritäten haben sich verschoben. Der tief in seiner Heimatstadt verwurzelte junge Mann konzentriert sich auch auf die Schule. Es hat mächtig geschlaucht, wöchentlich mehrmals, meist mit dem Zug, zum Training und den Spielen nach Regensburg zu fahren. Und natürlich wird die Luft, je näher fußballerisch Hochbegabte dem Seniorenbereich näher kommen, immer dünner. Den Weg zum Profi schaffen auch aus einer U19-Bundesligamannschaft nur ganz wenige, so wie etwa der Kümmersbrucker "Nene" Brown (Eintracht Frankfurt) vor drei Jahren beim 1. FC Nürnberg.

Läuferisch anspruchsvoll

Kippes ist da gut sortiert, kein Träumer. Am Samstag stand er in der Startelf beim ersten Pflichtspiel der Saison. Kreisklasse Ost, Abstiegskampf. Am Ende siegte die DJK mit 4:1, hat sich etwas vom Tabellenkeller entfernt. "Der Sieg war ungemein wichtig", meinte der junge Mann, der noch eineinhalb Jahre in der A-Jugend spielen darf. Allen, die sich abfällig über den Kreisligafußball äußern, entgegnet er schon mal: "Vom Läuferischen her ist der Fußball in der Kreisklasse durchaus anspruchsvoll." Die Zweikämpfe seien aber nicht ganz so intensiv wie in der Junioren-Bundesliga. Und obwohl er top ausgebildet ist, musste sich der Gymnasiast der 12. Klasse umstellen: "Eigentlich spiele ich zum ersten Mal Tabellenfußball." In den Nachwuchsleistungszentren der Profiklubs geht es meist nur um gewisse Themen: um die taktische Ausbildung, um die individuelle Weiterentwicklung der Spieler. In der Kreisklasse geht's nur um Punkte. Und für die DJK jetzt darum, sich schnell in Sicherheit zu bringen.

Da tat das 4:1 ganz gut. Patrick Michl traf drei Mal und es kann schon sein, dass sich die Pirker ein bisschen auf Kippes konzentrierten und so die Mitspieler mehr Platz hatten. Das würde aber Kippes selbst nicht vermuten, er nimmt sich nicht so wichtig. Er nimmt die Tipps der Trainer Sebastian Deml und Enrico Köllner an. Mit Köllner spielt der gelernte Innenverteidiger im defensiven Mittelfeld. "Ich kann da vieles mitgestalten, die Ketten nach hinten und vorne mitverbinden", erklärt er seine Aufgabe. Und natürlich bringt er auch seine Körpergröße von 1,86 Metern ein. Auch die Pirker konzentrierten sich bei Standards schon auffällig arg auf den 18-Jährigen, der dieses mal ohne Tor blieb, aber in der Testspielen regelmäßig traf. Das tat er auch in der A-Jugend, für die er auch weiterhin ebenfalls spielen will. "Da kann ich auch mit Pauli auflaufen." Paul, sein ein Jahr jüngerer Bruder, stürmt da. Aber auch so viele Kumpels, mit denen er aufgewachsen ist, sind im Team.

"Ansteckende Art"

Bei der DJK sind sie froh, dass Ben diesen Weg gegangen ist: "Das macht uns schon ein bisschen stolz", sagt Vorsitzender Achim Neupert, der Kippes mit Jürgen Bayer bei den A-Junioren trainiert. Er kennt den Burschen von kleinauf. "Ben ist bodenständig, hat einfach eine ansteckende Art." Das hatten sie auch schon beim SSV Jahn geschätzt.

Schon in der Vorbereitung auf die Rest-Rückrunde herrschte bei der DJK gute Stimmung. Das hatte sicherlich auch ein bisschen mit dem Rückkehrer aus Regensburg zu tun. Neupert hätte ohnehin den Traum, dass alle die Neustädter Jungs, die auf anderen Plätzen unterwegs sind, wieder heimkommen. So wie es jetzt auch bei Jan Aichinger der Fall war. Bei Ben Kippes weiß der Vereinsboss aber auch, dass höherklassige Teams der Region wie die SpVgg SV Weiden, der SC Luhe-Wildenau oder auch der SV Etzenricht sicherlich über so einen Mann nachdenken. Neupert hofft dennoch, dass Kippes über die Saison hinaus bleibt. Der Begehrte sagt, dass er im Moment nicht den Reiz habe, woanders hinzugehen. Aber natürlich kann er sich auch vorstellen, in Zukunft wieder höherklassig zu spielen. Er ist noch blutjung, die Türen würden ihm offenstehen.

Erst einmal steht aber die Kreisklasse auf dem Plan. Am Sonntag geht es zum ersten Auswärtsspiel 2026. "das ist etwas Neues für mich", sagt er über den Gegner. Kippes war in Stuttgart, Frankfurt, auf den Plätzen des FC Bayern und 1860 München oder in Heidenheim. "Aber Moosbach kenne ich nur vom Weggehen, gespielt habe ich dort noch nie."

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