19.01.2020 - 23:07 Uhr
Neustadt an der WaldnaabSport

Genialer Abend mit Schönheitsfehler

Wo liegt der Fehler? Coach Stefan Merkl hadert auch am Tag danach mit den fünf Punkten, die zum Sensationserfolg gegen Tabellenführer TG Veitshöchheim fehlen. Das 81:85 (51:38) vor 340 Fans markiert eine neue Qualität im Neustädter Spiel.

Beim explosiven Antritt von DJK-Aufbau Aaron Scotts (am Ball) kommt auch Veitshöchheims Bester, Christian Gabold (rechts), nicht mehr hinterher. Beide Spieler prägen beim Duell auf Top-Niveau das Spiel ihrer Teams.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Stefan Merkl kostet die Fehlersuche nach dem atemberaubenden Top-Spiel eine ruhige Nacht. "Ich hab kaum geschlafen, weil mir das Spiel immer noch im Kopf rumgeistert", erzählt der Trainer des Tabellenvierten am Sonntag. Nur eine Antwort hat er immer noch nicht. "Die Mannschaft hat ihr Herz auf dem Spielfeld gelassen. Jeder hat seine Aufgabe erfüllt. Am Ende habe ich vielleicht einmal zu wenig gewechselt und die Kraft war im intensiven Spiel nicht mehr da, oder wir haben einen Wurf nicht getroffen, einen Gegner nicht vor uns gehalten."

Dabei haben die Neustädter Regiobasketballer aus dem ersten Treffen mit der TG-Truppe aus Ex-Profis um Spielertrainer Christian Gabold, das mit einer deutlichen Niederlage endete, gelernt. "In die ersten beiden Viertel sind wir jeweils super gestartet. Wir haben uns auf ihren Mix aus Zonenverteidigungen wie 2:1:2 oder 1:3:1 und Mannverteidigung eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch Gabold sehr gut im Griff."

Franken feiern auf Facebook

Der Tempobasketball der erste Hälfte, der die Fans in der Gymnasiumhalle begeisterte, lässt sich kaum besser beschreiben, als es die glücklichen Unterfranken auf Facebook taten: "Was ein Spiel! Neustadt bockstark mit einem kaum zu verteidigenden Amerikaner und sicheren Distanzschützen führt uns in der ersten Halbzeit vor und führt verdient mit 51:38." Der überragende Aaron Scott glänzte mit 30 Punkten (4 Dreier) in einem DJK-Team, das stark verteidigte.

Der Tabellenführer war sichtlich überrascht und zunehmend angespannt, verlor aber nicht die Nerven. Während Neustadt durch die Halbzeitpause etwas den Rhythmus verlor, holten die "Veits" Punkt für Punkt auf. "Im dritten Viertel sind wir etwas eingebrochen", erläuterte Merkl. Die TG, allen voran der ehemalige Erstligaspieler Christoph Hackenesch, nutzte ihre Größenvorteile und Ex-ProA-Spieler Michael Javernik (22 Punkte/6 Dreier) schoss sich warm. "Hackenesch hat uns unglaublich weh getan, weil er unseren beiden bis dahin sehr starken Großen Fouls angehängt hat", so der Coach. "Javernik war leider unglaublich treffsicher von Außen."

Profihaft zurückgekämpft

Am Ende waren die ehemaligen Profis einfach abgezockter. Wie beim Wendepunkt der Partie, als die DJK noch 72:68 führte: Gabold schlängelt sich an der Grundlinie an Verteidiger Jonas Meißner vorbei, taucht unter dem Korb durch, trifft im Fallen einen Wahnsinnswurf. Und hängt in einem Dreipunktspiel dem DJK-Center das fünfte Foul an (72:71). Nach einem Dreier (74:74) gelingt Gabold das Gleiche bei Lars Aßheuer. Die TG führt 78:76, die DJK ist ohne Center. Veitshöchheim bringt das Spiel mit 6/6 Freiwürfen (von 32; DJK: 15) nach Hause. Die DJK-Fans feierten trotzdem. "Die Niederlage ist bitter, aber das Spiel war definitiv große Werbung für den Basketballsport in der Region", sagte Merkl.

DJK: Scott (30 Punkte/2 Fouls), Merkl (16/4), Stych (8/3), Fritsch (7/3), Krysl (6/2), Aßheuer (6/5), Meißner (5/5), Archer (3/0), J. Sailer (0/2), Baier, Mötsch und Lederer.

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