16.02.2020 - 18:36 Uhr
Neustadt an der WaldnaabSport

Klarer Sieg für unberechenbare DJK

Ganze vier Punkte, allesamt durch Freiwürfe, lassen die Neustädter Regiobasketballer im furiosen ersten Viertel zu. Zu diesem Zeitpunkt sind die Niners Chemnitz fast schon geschlagen. Doch das Spiel hat noch einige Geschichten zu erzählen.

Jonas Meißner ist gegen Chemnitz im Zug zum Korb nicht zu stoppen. Hier hat Auswahlspieler Eduard Roschnafsky gegen den Neustädter Center das Nachsehen.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

„Unberechenbar“ nannten Niners-Akteure nach dem deutlichen 86:58 (51:23)-Erfolg der DJK die variable Spielgestaltung der Neustädter. Diese gingen hochmotiviert ins Spiel und dominierten die ProA-Reserve der Chemnitzer sofort. „Und das, obwohl mit Liam Archer und Alex Pöss Spieler aus der zweiten Reihe in die Startformation hineingeworfen wurden. Damit habe ich sie für ihre harte Trainingsarbeit belohnt. Und sie haben es tausendfach zurückgezahlt“, sagte Co-Trainer Marco Campitelli stolz, der den beruflich verhinderten Stefan Merkl vertrat. „Das erste Viertel war traumhaft.“ 27:4 ging der erste Abschnitt vor knapp 300 begeisterten Fans in der Gymnasiumhalle an Neustadt. Eine frühe Vorentscheidung gegen den abstiegsbedrohten Tabellenelften nicht zuletzt wegen einer unorthodoxen Offensive.

In einer Liga der Shooter blieb Neustadt aus der Distanz zwar vor allem durch Captain Tobias Merkl (19 Punkte) gefährlich, forcierte aber zugleich das Centerspiel. Mit Ondřej Štych, der offensiv seit Wochen Topleistungen abruft, und mit Jonas Meißner. „Jonas hat heute sein Potenzial voll ausgespielt. Er hat sich harte Zweikämpfe mit Niners-Center Nagler geliefert und war ein echter Leader“, lobte Campitelli.

Apropos Führungsspieler: Zum Saisonendspurt feierte Lukas Bieber, der beruflich zeitweise in Ulm war, sein Comeback. „Lukas war sofort eine Bank, hat wenig Fehler gemacht. Er und Tobi sind vorangegangen und haben dem Team, den Bankspielern aber auch mir viel Feedback gegeben“, meinte der Coach. „Alle Jungs sind mit einem Energielevel hineingegangen, den wir uns eigentlich für jedes Spiel wünschen. Es war eine riesen Teamleistung, auch weil Chemnitz keineswegs schwach war.“

Die jungen, talentierten Niners – ohne Topscorer Leon Hoppe angetreten – hatten drei Spieler im Team, die auch im Kader des Zweiligatabellenführers stehen. So blieben die Sachsen, auch wenn sie keinen echten Zugriff zum Spiel fanden, wegen der individuellen Klasse ihres Shooting-Guards Yannick von Hain (16 Punkte/4 Dreier) oder des erfahrenen Mario Nagler in der Begegnung. Indes – zu einer Aufholjagd reichte es aber nicht.

Das Zusteuern auf einen ungefährdeten Erfolg verleitete die DJK in einer unterhaltsamen Begegnung jedoch, die Zügel phasenweise lockerer zu lassen. In gefährlichen Situationen war der neue Tabellenfünfte der 2. Regionalliga Nord aber wieder voll da. „Wir müssen darauf hinarbeiten, nach der Halbzeitpause konzentrierter, giftiger und mit mehr Energie wieder reinzukommen. Damit wir nicht in Situationen geraten, in denen es zum Schluss noch brenzlich werden könnte. Das war heute aber nicht der Fall“, betonte Campitelli. „Wenn wir das abstellen, ist im Saisonendspurt noch einiges möglich.“

DJK: Merkl (19 Punkte/1 Foul), Meißner (17/4), Štych (14/2), Bieber (10/3), Scott (9/0), Aßheuer (6/2), Fritsch (4/3), Archer (3/1), Pöss (2/1), Sailer (2/2), Baier und Faderl.

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.