24.12.2018 - 11:11 Uhr
Neustadt an der WaldnaabSport

Pokalspiel am Rande eines Skandals

Zwei Derbys, zwei bittere Niederlagen. Die Neustädter Basketballer verlieren im Liga-Duell gegen die Fibalon Baskets Neumarkt (60:69) und scheiden gegen den TSV Schwandorf (58:67) aus dem Bayernpokal aus. Letzteres wird gar fast zum Skandalspiel.

Tobias Merkl schied in Schwandorf mit Verdacht auf Rippenbruch aus.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Denn der Bayernligist Schwandorf verlegte sich gegen die höherklassigen, technisch überlegenen Neustädter von Beginn an auf pure Härte. „Wir sind schlicht und einfach vermöbelt worden“, erzählte ein sichtlich angefressener DJK-Coach Stefan Merkl nach der Begegnung in der 3. Pokalrunde am Sonntag. „Vor allem Toby (Merkl) und Jonas (Meißner) waren von den Verteidigern nicht zu halten. Wenn sie vorbei waren, wurden sie meist unfair gestoppt. Da hätte man sich mehr Pfiffe gewünscht.“ Das schwache Schiedsrichter-Duo ließ die meisten Aktionen ungeahndet.

„Das geht gar nicht. Der Spielverlust ist mir nicht so wichtig, denn der Pokal hat für uns keine Priorität“, so Merkl, der bereits in der 8. Spielminute offiziell Protest einlegte. „Ich habe mir das lange überlegt. Aber ich muss meine Spieler schützen.“ Das gelang nicht: Anfang des Schlussviertels musste Tobias Merkl nach einer rüden, nicht gepfiffenen Attacke mit Verdacht auf Rippenbruch vom Platz. Auch Jonas Meißner und Ondrej Stych, die jeweils ihre fünften Fouls kassiert hatten. Nach dem Spielverlauf auffällig: Kein Schwandorfer erreichte diese Foulgrenze. Damit konnten in der entscheidenden Phase drei der nur fünf etatmäßigen Regiospieler im - mit Jugendspielern gemischten - Kader nicht eingreifen. „Ich kann meinem Team kaum einen Vorwurf machen. Es war dominant genug, um eine Runde weiterzukommen“, sagte der Trainer.

Wesentlich mehr schmerzte die Niederlage im vorgezogenen Rückrundenspiel der 2. Regionalliga Nord bei den Fibalon Baskets Neumarkt am Tag zuvor. Der Tabellenachte hatte jedoch ebenfalls eine Taktik gewählt, die die Neustädter vor Probleme stellte. „Es war ein schwieriges Spiel für uns. Neumarkt stand kompakt und erlaubte uns kaum zum Korb zu ziehen“, erläuterte Merkl.

Auch trug der Erfolg der Pfalzgrafenstädter einen Namen: Maximilian Richter. Das Eigengewächs und Captain der Baskets (31 Punkte, 5 Dreier) war an diesem Nachmittag aus der Distanz einfach zu treffsicher. Nach dem ersten Viertel (17:13 für die DJK) sorgte der Topscorer mit 13 Punkten in Folge, darunter 3 Dreiern nacheinander, für einen 28:17-Vorsprung. Dieser wuchs nach dem einzigen Korb Neustadts in sechs Minuten von Jonas Meißner, durch eine weitere Serie Neumarkts sogar auf 35:19. Ein Katastrophen-Viertel, das früh für eine Vorentscheidung sorgte.

„In der ersten Halbzeit hat vor allem Maxi Richter von außen ungeheuer stark getroffen“, lobte Merkl, der dadurch sein Defensiv-Konzept gegen das verjüngte, fitte Baskets-Team anpassen musste. „Sonst hätten wir Zone spielen können, die uns gegen die schnellen Guards mehr Stabilität gebracht hätte.“ Der Tabellenvierte, dem unter anderem drei verletzte Flügelspieler fehlten, kämpfte und entschied die zweite Hälfte insgesamt für sich. Doch näher als zeitweise auf vier Punkte (43:47) kam die DJK nicht an die souveränen Neumarkter heran. „Wir haben uns wacker geschlagen, hatten außerdem etwas Wurfpech.

Am Ende fehlte vielen einfach die Kraft“, erläuterte Merkl, der über die Woche wegen Verletzungen und Grippefällen teilweise nur fünf Spieler zur Verfügung hatte. „Toll war, wie uns unsere mitgereisten Fans unterstützt haben.“ Aber fügte der Coach hinzu: „Die beiden Niederlagen sitzen tief. Da hatten wir uns den Weg die Winterpause etwas anders vorgestellt.“

Gegen Neumarkt: Meißner (18 Punkte/3 Fouls), Merkl (15/2), Krýsl (9/1), Stych (7/5), Sailer (5/2), Kurth (2/2), Archer (2/1), Pöss (2/0) und Baier (0/2).

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