21.09.2019 - 15:41 Uhr
NürnbergSport

1. FC Nürnberg enttäuscht auf ganzer Linie

Der zweite Heimsieg der Saison sollte es werden, am Ende brachte der Club die dritte Führung in Folge nicht über die Zeit. Gegen den Karlsruher SC stand nach enttäuschenden 90 Minuten lediglich ein Zähler zu Buche.

Nicht nur Michael Frey (vorne, im Zweikampf mit Daniel Gordon) machte in dieser Szene keine gute Figur. Der 1. FC Nürnberg enttäuschte im Heimspiel gegen den Karlsruher SC auf ganzer Linie.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Der zweite Heimsieg der Saison sollte es werden, am Ende brachte der Club die dritte Führung in Folge nicht über die Zeit. Gegen den Karlsruher SC stand nach enttäuschenden 90 Minuten lediglich ein Zähler zu Buche.

Das war ein ganz zähes Zweitligaspiel für die über 30000 Zuschauer im Nürnberger Max-Morlock-Stadion. Der Club kam gegen den Aufsteiger Karlsruher SC nicht über ein 1:1 hinaus. Das Duell der beiden Traditionsmannschaften bot kaum Torraumszenen, dafür waren Abspielfehler und Ballverluste nur allzu präsent. Johannes Geis schoss den Club per Foulelfmeter in Führung (24.), doch noch vor Pause bestrafte Manuel Stiefler die Nürnberger Passivität mit dem Ausgleich (40.). "Der Club hat kein Tempo in sein Spiel bekommen, musste viel quer und nach hinten spielen", analysierte Alois Schwartz, der als KSC-Coach an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war. "Wir waren dem 2:1 fast näher, hatten gute Umschaltmomente. Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht und verdient einen Punkt aus Nürnberg mitgenommen." Sein Gegenüber war naturgemäß in einer etwas anderen Gemütslage: "Wir haben einfach zu wenig Lösungen nach vorne gefunden. Unser Kombinationsspiel hat schlicht zu lange gedauert", haderte Club-Trainer Damir Canadi. "Nach dem 1:0 waren wir viel zu passiv, haben nur quer- und zurückgepasst. Das gefällt mir nicht, weil wir uns so kaum Chancen kreieren konnten." Der Club verharrt aktuell mit neun Zählern auf Rang zehn. Der Rückstand auf den Relegationsplatz drei könnte am Ende dieses Spieltages bereits auf sieben Punkte anwachsen.

Nach dem turbulenten 3:3 in der Vorwoche beim SV Darmstadt tauschte Club-Coach Damir Canadi die Startelf auch – wie sollte es anders sein – auf drei Positionen. Jäger, Handwerker und Kerk rückten für Erras, Margreitter und Nürnberger ins Team. Taktisch hatten diese Änderungen eine Abkehr vom bislang praktizierten 3-4-3-System zur Folge. Canadi schickte den Club in einer 4-2-3-1-Anordnung aufs Feld. Jäger und Mühl verteidigten zentral, flankiert von Handwerker (links) und Sorg (rechts) sowie davor die Doppel-Sechs Geis und Behrens. Offensive wirbelten Hack, Kerk und Dovedan, die ihre Rollen sehr flexibel interpretierten, und Frey besetzte das Sturmzentrum.

Die Begegnung gestaltet sich in den ersten 20 Minuten äußerst zäh. Die Gäste setzten auf eine sehr destruktive Spielweise, verriegelten den eigenen Strafraum und wagten sich kaum bis gar nicht aus der Deckung. Und der Club? Der FCN hatte meistens den Ball und suchte zumindest eine spielerische Lösung. Nur fand er oft keine, um den Karlsruher Abwehrriegel zu knacken. Im Aufbauspiel war zu oft der Faktor Zufall mit von der Partie oder das eigene Passspiel aus der Defensive bereits zu schludrig. Der "Hallo-wach-Effekt" war ein Foul an Nikola Dovedan, der von Dirk Carlson im Strafraum zu Fall gebracht wurde, nachdem Robin Hack den Ball wohltemperiert in den Lauf gepasst hatte. Johannes Geis wuchtete den fälligen Strafstoß ins – vom Schützen aus gesehen – linke Eck zur Nürnberger Führung (24.). Doch es passt zum Club der Saison 2019/20, dass eine Führung keineswegs Sicherheit verleiht, geschweige denn beflügelt. Lukas Fröde hätte umgehend den Ausgleich für den KSC erzielen müssen, doch den besorgte noch vor der Pause Manuel Stiefler. Aus spitzem Winkel hob er die Kugel an Christian Mathenia im Club-Kasten vorbei in den Knick (40.). Erst nach dem Gegentreffer fühlte sich der Gastgeber bemüßigt, wieder mehr ins Offensivspiel zu investieren. Und Kapitän Hanno Behrens hätte fast mit dem Pausenpfiff die erneute Führung besorgt, zielte nach einem traumhaften Pass von Dovedan allerdings knapp am langen Pfosten vorbei.

Die zweite Hälfte geriet zum Spiegelbild der Anfangsphase. Karlsruhe stand defensiv sehr kompakt, bei einigen Kontermöglichkeiten blieb es jedoch beim Ansatz. Beim Club erreichte die Fehlerquote astronomische Höhen: Abspiel- und Stockfehler sowie völlig unnötige Ballverluste prägten den unterdurchschnittlichen Auftritt nach der Pause. Auch eine Systemumstellung Canadis verpuffte wirkungslos. Patrick Erras kam unter anderem als zentraler Kopf der neuen Dreierkette ins Spiel. Ein einziger Nürnberger Abschluss war auf dem Chancenzettel zu vermerken. Frey prüfte Uphoff per Volleyschuss. Doch der KSC-Keeper lenkte den Schuss des Schweizers bravourös über die Latte (61.). Höhepunkt der Nürnberger Unzulänglichkeiten in den zweiten 45 Minuten war der Fehlversuch des zuletzt so treffsicheren Robin Hack. Der U21-Nationalspieler traf freistehend aus zehn Metern den Ball nicht richtig und vergab das mögliche 2:1 (67.). Viel Mehr kam vom Club im zweiten Durchgang nicht mehr.

Statistik:

1. FC Nürnberg – Karlsruher SC 1:1 (1:1)

1. FC Nürnberg: Mathenia – Geis, Handwerker (58. Nürnberger), Dovedan, Kerk (58. Erras), Frey, Hack, Behrens (73. Gnezda Cerin), Jäger, Sorg, Mühl

Karlsruher SC: Uphoff – Gordon, Fröde, Pisot, Lorenz, Stiefler, Pourie (90. Hofmann), Wanitzek, Thiede, Carlson, Grozurek (82. Camoglu)

Tore: 1:0 (24./Foulelfmeter) Johannes Geis, 1:1 (40.) Manuel Stiefler – SR: Marco Fritz (SV Breuningsweiler) – Zuschauer: 30332

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