30.08.2019 - 21:19 Uhr
NürnbergSport

1. FC Nürnberg lässt sich Sieg in zwei Minuten aus der Hand nehmen

Innerhalb von nur zwei Minuten hat sich der 1. FC Nürnberg einen sicher geglaubten Dreier aus der Hand nehmen lassen. Nach einer überzeugenden Leistung gegen den FC Heidenheim zeigte die Anzeigentafel ein ernüchterndes 2:2.

Fassungslos: Club-Keeper Christian Mathenia konnte es nicht glauben, dass er und seine Kollegen noch eine 2:0-Führung verspielten.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Das gibt es selten im Max-Morlock-Stadion: Nach dem Schlusspfiff war es für einen Moment still. FCN-Keeper Christian Mathenia warf verärgert eine Flasche in die Luft, vereinzelt waren Pfiffe von den Rängen zu hören. 80 Minuten zeigten die Franken die beste Leistung dieser Saison. Was war da in den letzten Minuten dieses Freitagabendspiels bei Flutlicht passiert?

"Zwei viel zu leichte Tore haben wir kassiert", sagte ein zerknirschter Asger Sörensen. "Drecktore." Nach jeweils einem Einwurf brachte sich der 1. FC Nürnberg in der 82. und 84. Spielminute um den verdienten Lohn eines überzeugenden Heimspiels. Die Spielverderber für den Club waren die Heidenheimer Niklas Dorsch und Stefan Schimmer. "Da hätten wir unseren Mann nehmen und mitgehen müssen", klagte Sörensen. "Wir haben nicht geglaubt, dass das passieren kann. Wir hatten doch alles unter Kontrolle."

FCN-Trainer Damir Canadi ging mit einer zufriedenen Miene in die Halbzeitpause. "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen", lobte er. Der Club zeigte ein völlig anderes Gesicht als gegen den VfL Osnabrück. Couragiert gingen die Franken zu Werke, setzten den Gegner in der eigenen Hälfte unter Druck, agierten leidenschaftlicher im Zweikampf. Auch das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Mittelfeld klappte deutlich besser.

Was zunächst fehlte, war ein Tor. Robin Hack ließ die Clubfans jubeln (18). Der 21-Jährige drosch den Abpraller von Torwart Kevin Müller recht humorlos in die Maschen. Doch zu früh gefreut: Schiedsrichter Florian Heft entschied nach Absprache mit dem Video-Assistenten auf Abseits.

Dann sollte die Führung eben der Ex-Heidenheimer Nikola Dovedan wenige Minuten später regelkonform mit dem Kopf besorgen (30). Bejubeln wollte der 25-Jährige seinen Treffer gegen den ehemaligen Arbeitgeber nicht. Und der Club blieb weiter dran. Die Heidenheimer machten es den Franken auch oft leicht, weil sie den Club nicht konsequent genug angriffen. Vor allem über links konnten sich Fabian Nürnberger und ein quirliger Robin Hack durchsetzen. Es waren die besten 45 Minuten, die der Club in dieser Saison bislang gezeigt hat. "Wir hatten gute Ballstafetten, haben uns gut durchkombiniert", sagte Canadi.

Den Druck nahm der Club mit in den zweiten Durchgang. Nürnberg spielte sich weiter - meist ungehindert - munter durchs Mittelfeld der Heidenheimer. In der 70. gelang dem Club dann mit Johannes Geis "ein überragendes Traumtor", wie Canadi bescheinigte. Der Club führte hochverdient zu diesem Zeitpunkt. Die kalte Dusche für die Franken folgte trotzdem: "Wer uns kennt, weiß, dass wir nie aufgeben", sagte Heidenheims Trainer Frank Schmidt.

"Wie man eine 2:0-Führung nach Hause bringt, daran müssen wir arbeiten", erklärte Canadi. Das habe es in Nürnberg halt schon länger nicht mehr gegeben. Der Mannschaft habe er im Kreis nach dem Spiel trotzdem zur Leistung gratuliert. "Auch wenn wir mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden sind."

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