16.12.2019 - 13:11 Uhr
NürnbergSport

1. FC Nürnberg: Willkommen im Abstiegskampf

Seit zehn Spielen wartet der Club wettbewerbsübergreifend bereits auf einen Sieg. Auch das Remis gegen Holstein Kiel war wieder eine gefühlte Niederlage. Für Trainer Jens Keller und sein Team kann es nur mehr um ein Ziel gehen.

Wer hätte das gedacht: Der 1. FC Nürnberg und Trainer Jens Keller stecken zur Halbzeit in der zweiten Bundesliga mitten im Abstiegskampf.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Auch der himmlische Beistand des Nürnberger Christkinds blieb letztendlich wirkungslos. Das 2:2 des Clubs gegen Holstein Kiel fühlte sich wie eine weitere Niederlage an. Eine 2:0-Führung (mal wieder) verspielt, den Ausgleich (mal wieder) mit der allerletzten Aktion in der allerallerletzten Sekunde kassiert – die Profis des 1. FC Nürnberg strapazieren die Leidensfähigkeit ihrer Anhänger derzeit (mal wieder) aufs Äußerste. Dabei war gegen die Kieler "Störche" alles auf einen so dringend benötigten und herbeigesehnten "dreckigen Dreier" zur Beendigung der nun schon zehn Spiele andauernden Sieglos-Serie hinausgelaufen.

Die Nordlichter waren das überlegene Team, agierten spielerisch viel gefälliger, hatten über 66 Prozent Ballbesitz – doch Asger Sörensen und Lukas Mühl in der Nürnberger Innenverteidigung hatten alles im Griff und ließen kaum Chancen zu. Bis zum Anschlusstreffer 13 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit, der das fragile Nürnberger Mannschaftsgefüge doch wieder zum Einsturz brachte. "Das ist Wahnsinn. Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht. Nur hintenraus waren wir zu mutlos nach vorne und haben den Ball nicht mehr in den eigenen Reihen gehalten", haderte Notnagel-Keeper Felix Dornebusch, der – anders als in den Spielen zuvor – diesmal an den Gegentoren von Janni Serra (77.) und Stefan Thesker (90.+3) schuldlos war.

Dass es um das Selbstvertrauen und das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten nach einer derartigen Negativserie nicht gerade zum besten bestellt ist, ist der eine Aspekt der Club-Misere. Dass Teams wie Kiel oder Wehen-Wiesbaden – bei allem Respekt – aber in puncto Ballsicherheit, Passspiel, Mut sowie mannschaftlicher Geschlossenheit dem Bundesliga-Absteiger überlegen sind, wirft kein gutes Bild auf die Arbeit der Sportlichen Leitung. Weder Robert Palikucas Wunschtrainer Damir Canadi noch dessen Nachfolger Jens Keller ist es (bislang) gelungen, aus einem bunt zusammengewürfelten (Palikuca-)Kader, der individuell besser besetzt ist, als in der vergangenen Bundesliga-Spielzeit, eine homogene und funktionierende Einheit zu formen. An der kämpferischen Einstellung hatte Keller gegen Kiel nichts auszusetzen: "Die ist aktuell – das Wehen-Spiel ausgenommen – in Ordnung. Die müssen wir auch gegen Dresden aufs Feld bekommen und uns endlich mit einem Sieg belohnen." Kapitän Hanno Behrens gab vor dem Kellergipfel gegen das Schlusslicht aus Sachsen am Freitagabend (18.30 Uhr) im eigenen Stadion die Devise aus: "Aufgeben gibt es nicht."

Für den Club geht es in den verbleibenden 17 Rückrunden-Spielen nur mehr darum, den Super-Gau zu verhindern: den "Durchmarsch" in Liga drei. Ähnlich, wie es dem FC Ingolstadt in der vergangenen Saison ergangen ist. Mit welchem Trainer? Richtig, Jens Keller. Allmächd na!

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