10.01.2021 - 10:04 Uhr
NürnbergSport

Nach dem 1:1 gegen Spitzenreiter HSV: Dem Club fehlt noch etwas die Coolness

Am Ende gibt es nur einen Punkt. Der hat für den 1. FC Nürnberg aber mehr als eine rechnerische Aussagekraft. Gegen den HSV gelingt auch ein ganz besonderes Kunststück.

Fabian Nürnberger (vorne) traf zum 1:0 für den 1. FC Nürnberg gegen den HSV.
von Josef Maier Kontakt Profil

Nach diesem Spiel darf man durchaus den Konjunktiv gebrauchen: Was wäre wenn ... Was wäre wenn, der 1. FC Nürnberg immer so engagiert, strukturiert und zielorientiert wie am Samstag gegen den Hamburger SV zu Werke gehen würde. In der derzeitigen Lage bringen den Club eigentlich nur Siege aus dem Zweitliga-Mittelmaß, doch dieses Spiel gegen den Spitzenreiter zeigte, wozu die Franken fähig wären. Das 1:1 (1:1) gegen den Top-Favoriten aus dem Norden war mehr als verdient. Gäbe es auch einen Sieger nach Wertungsnoten und Torchancen, dann wären das dieses Mal die Nürnberger gewesen.

Von der Vorstellung waren wohl selbst die am Samstag Verantwortlichen überrascht: "Wir haben gegen den Ball eine extrem starke Leistung gezeigt und fast alles perfekt umgesetzt", bilanzierte nachher Trainer Tobias Schweinsteiger, der zusammen mit Frank Steinmetz den gesperrten Trainer Robert Klauß vertrat. Fast alles. "Bis auf das Gegentor. Das war sehr ärgerlich", schob der ältere der Schweinsteiger-Brüder nach. Simon Terodde traf quasi aus dem Nichts zum 1:1 (33.) – sein 16. Saisontor – für den HSV. Von Beginn an hatten sich die Nürnberger aber schon extrem fokussiert präsentiert.

Der sehr agile Fabian Nürnberger hatte bereits nach zehn Minuten die Latte getroffen, gut vier Minuten später schloss der Blondschopf den vielleicht besten Konter der bisherigen Club-Saison zum 1:0 ab. Enrico Valentini hatte auf Robin Hack gepasst, der zog auf rechts auf und davon, in der Mitte wartete Nürnberger und jagte den Ball volley ins Tor. "Wir müssen den letzten Ball öfter noch energischer spielen", hatte Club-Stürmer Manuel Schäffler nachher gesagt. In dieser Szene vor dem Führungstor war der letzte Pass perfekt.

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Auch Schweinsteiger gefiel insgesamt der offensive Vortrag, weil der Club oft ballsicher kombinierte. "Wir haben auch mit dem Ball ein gutes Spiel gemacht." Allerdings bremste er dann doch ein bisschen: "Nach Umschaltmomenten hätten wir manchmal noch etwas cooler sein können." Aber dieser Club ist, wie alle Verantwortlichen immer wieder betonen, nach zwei verkorksten Spielzeiten im Entwicklungsprozess. "Wir haben zwar noch viel Arbeit vor uns, aber die Schritte, die wir tun, gehen in die richtige Richtung", meldete sich auch der gesperrte Klauß, der von einer Loge im Stadion aus das Spiel beobachtet hatte.

Die Schritte in die richtige Richtung brachten am Samstag einen mehr als verdienten Punkt gegen den Spitzenreiter. Und obwohl dieser Zähler auch nur plump auf die bisherigen 19 gerechnet wird, sprach Kapitän Enrico Valentini von einem "guten Punkt". Auch er schüttelte sich nach dem Gegentor nur kurz: "Wir können mittlerweile mit Rückschlägen besser umgehen." Was wäre wenn ... dies die Nürnberger schon ein paar Spiele früher gekonnt hätten.

"Wir haben gegen den Ball eine extrem starke Leistung gezeigt."

Tobias Schweinsteiger, eigentlich Co-Trainer und am Samstag Coach im Spiel gegen den HSV

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