23.12.2019 - 15:24 Uhr
NürnbergSport

Erras-Bilanz beim 1. FC Nürnberg: "Klar, damit bin ich nicht zufrieden"

Er wird wieder gebraucht. Im letzten Spiel 2019 bekam Patrick Erras beim Club noch ein paar Spielminuten. In den nächsten Monaten geht es beim Raigeringer auch um seine persönliche Karriere-Planung. Er ist hin - und hergerissen.

Club-Trainer Jens Keller (Mitte) bedankt sich bei Patrick Erras (Nummer 29). Am Freitag gegen Dresden wurde der Raigeringer elf Minuten vor Schluss eingewechselt. Ein Zeichen, dass der Trainer trotzdem auf Erras setzt?
von Josef Maier Kontakt Profil

Er stoppte sogar einen Weltmeister. Als der 1. FC Nürnberg Ende Juli in einem Testspiel gegen Paris St. Germain spielte, nahm Patrick Erras auch dem französischen Weltmeister Kylian Mbappé den Ball ab. Erras war Chef einer Dreier-Abwehrkette, der Raigeringer schien beim Zweitliga-Mitfavoriten aus Nürnberg gesetzt. "Ja, anfangs ist es gut gelaufen", sagte Erras am Freitagabend nach dem 2:0-Sieg gegen Dynamo Dresden, der den rapiden Absturz des Clubs in den letzten Wochen etwas stoppte.

Aber so wie der Club in die Krisen schlitterte, so erging es auch dem Oberpfälzer im Team der Franken. Seinen letzten Startelf-Einsatz hatte der 24-jährige Defensivmann Ende Oktober beim 1:1 gegen den SSV Jahn. "Es gab irgendwann mal den Punkt, an dem man nicht mehr auf mich gebaut hat", blickt Erras enttäuscht zurück. Bei nur 8 von 18 Zweitligaspielen war er dabei. Meist saß er untätig auf der Bank. Und so ist seine persönliche Bilanz der letzten Monate nur logisch: "Klar, dass ich damit nicht zufrieden bin."

Auch nach dem Trainerwechsel von Damir Canadi zu Jens Keller schien sich nicht viel zu ändern. Zudem war Erras in den letzten 14 Tagen leicht angeschlagen. Gegen Dresden am Freitag wechselte ihn der Trainer aber elf Minuten vor Schluss ein. "Das hat gut getan", sagt Erras, weil es zeigt, dass Keller vielleicht doch auf den Oberpfälzer baut. Gegen Dynamo half der Defensivmann seinen Nebenleuten vor allem mit seiner Kopfballstärke und räumte hinten richtig mit ab.

Es wurde schon spekuliert, dass Erras vielleicht sogar im Winter an einen Vereinswechsel denkt. "Ich habe hier noch ein halbes Jahr Vertrag. Ich will mich dem Trainer in der Wintervorbereitung anbieten", erteilt er solchen Gerüchten eine Absage. Aber was ist im Sommer, wenn der Vertrag ausläuft? Wenn er ablösefrei ist? "Das wird sich die nächsten Monate entscheiden."

Noch hätten Club-Verantwortlichen mit ihm wegen einer möglichen Vertragsverlängerung nicht gesprochen. Lose Anfragen von anderen Vereinen gebe es immer wieder, bestätigt der lange Schlaks. Aber diese Entscheidung über seine Zukunft wird besonders schwer. Seit 2007 spielt Erras für den Club, seit der D-Jugend. "Obwohl ich zuletzt wenig gespielt habe, fühle ich mich beim Club sehr wohl. Nürnberg ist meine Heimat geworden." Erras ist hin- und hergerissen. Was Neues wagen? "Ich weiß es nicht."

Jetzt will er erst einmal die paar freien Tage genießen. "Manchmal muss man auch abschalten." Die nächsten Tage ist er dann aber trotzdem voll im Einsatz und dann auch unersetzlich. Mit seiner kleinen Tochter geht es aufs erste Weihnachten zu. Sieben Monate ist Emilie alt. An Heiligabend feiert die Kleine mit Mama und Papa in Nürnberg. Am ersten Weihnachtsfeiertag geht es dann zu Oma und Opa von Nürnberg nach Raigering. Ob nächstes Jahr die Anreise dann auch noch so kurz ist?

Patrick Erras räumte in luftiger Höhe ab.
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