Nürnberg
12.05.2019 - 09:35 Uhr

Der etwas andere Abstieg beim Club

Der Club ist am Ende - am Tabellenende. Der 1. FC Nürnberg muss wieder runter in die zweite Liga. Doch dieser Abstieg macht auch etwas Mut, meint unser Sportredakteur Josef Maier.

Kommentar von Josef Maier
Georg Margreitter applaudiert den Fans: Auch die Spieler wurden nach dem Abstieg von den Anhängern gefeiert. Bild: Daniel Karmann/dpa
Georg Margreitter applaudiert den Fans: Auch die Spieler wurden nach dem Abstieg von den Anhängern gefeiert.

Randale, Beschimpfungen, Riesenwut auf die Absteiger: All das gab es am Samstag in Nürnberg - nicht. Es gab Zeiten beim FCN, da trauten sich die Spieler nach einem Abstieg - und der Club ist oft abgestiegen - nicht mehr in die Fankurve. Am Samstag wurden die Absteiger, weil sie immer alles gaben, von den Anhängern gefeiert. Ganz neue Töne in Nürnberg.

Zuerst einmal muss freilich festgehalten werden, dass der 1. FC Nürnberg nach einem Jahr erste Liga völlig verdient wieder abgestiegen ist. Die Analyse ist ganz, ganz simpel: Die Qualität hat für das deutsche Fußball-Oberhaus einfach nicht gereicht. Da braucht man im Nachhinein auch keine Debatten über Spielsysteme zu führen. Auch wenn die Grundstruktur in den letzten Wochen um einiges besser war, nach vorne war der Club ähnlich harmlos, wie im Herbst oder Winter.

Eigentlich ein vernichtendes Urteil, doch dieser Abstieg ist anders. Nicht nur die Fans verbreiteten nach der Gladbach-Pleite Aufbruchstimmung. Der Club hat erstmals seit langem die Lizenz ohne Auflagen erhalten, es herrscht Ruhe im Verein. Ein, zwei Spielerverkäufe, etwa von Eduard Löwen, dürften ordentlich Geld in die Kasse spülen. Das Grundgerüst des Teams, das für Liga eins noch nicht gewappnet war, wird stabiler werden. Wenn der Club auch endlich einen Stürmer bekommt, sind die Voraussetzungen viel besser als nach dem letzten Abstieg 2014.

Die Wunden des Versagens waren freilich noch zu frisch, als dass es schon erste Kampfansagen gegeben hätte. Demut - auch das ist ein neuer Charakterzug dieser Mannschaft. Aber freilich wissen sie alle in Nürnberg, dass es in der kommenden Saison nur ein Ziel geben kann.

 
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