Diesem Club ist derzeit nicht zu helfen – und er lässt sich auch nicht helfen. Magdeburgs Keeper Dominik Reimann brachte am Sonntag die Nürnberger mit einem Slapstick-Eigentor wieder ins Spiel. Doch selbst dieses Geschenk konnten die Gastgeber nicht nutzen. Mit 1:2 (0:0) verlor der 1. FC Nürnberg die Zweitligapartie gegen die Gäste aus Sachsen-Anhalt und fiel dadurch auf einen Abstiegsplatz zurück. Der Sieg des Aufsteigers war völlig verdient. Zwei Mal Cristiano Piccini (58./76. per Elfmeter) machte den Erfolg perfekt und sorgte für eine Riesenparty bei den rund 5000 mitgereisten Anhängern unter den gut 30000 Besuchern.
Auf der anderen Seite stand ein trauriges Häuflein an Club-Spielern. Mittendrin Torwart Christian Mathenia, der ungläubig den Kopf schüttelte: „Wenn ich auf die Tabelle gucke, ist klipp und klar, dass wir im Abstiegskampf sind." Vorn mitspielen wollte der Club, jetzt droht ein Szenario, das wirklich keiner erwartet hatte. Vor etwa vier Wochen hat Markus Weinzierl als Trainer die Mannschaft übernommen. Mit einem 1:0-Sieg in Düsseldorf war alles gut losgegangen, längst ist völlige Ernüchterung eingekehrt. "Wir sind nicht gut ins Spiel hineingekommen. Das war definitiv einfach zu wenig", analysierte der Coach die so wichtige Partie, die eigentlich für Aufbruchstimmung sorgen sollte.
In er ersten Hälfte präsentierten sich die Gastgeber fast schon in einem jämmerlichen Zustand. Angriff auf Angriff rollte auf das Nürnberger Tor. Die quirligen Magdeburger schafften immer wieder Überzahlsituationen und schnappten sich auch die zweiten Bälle. FCN-Kapitän Christopher Schindler war deswegen fast schon ein bisschen fassungslos: "Vor allem die erste Halbzeit war sehr enttäuschend. Für ein Heimspiel waren wir viel zu passiv." Schon da hätte der FCM führen müssen, doch Connor Krempicki (33.) traf bei der besten Möglichkeit nur die Unterkante der Latte. Hitzige Diskussionen hatte es um eine Szene nach 16 Minuten gegeben. FCN-Außen Jens Castrop war nach einem Foul im Strafraum zu Boden gegangen. Schiri Nicolas Winter entschied nach VAR-Hinweis und Sichtung der Bilder auf Eckball. "Heute gab es zwei solcher Situationen, die beide strittig waren und jeweils gegen uns entschieden wurden", klagte Weinzierl. Bei einer unübersichtlichen Situation eine Viertelstunde vor dem Ende im FCN-Strafraum entschied der Unparteische auf Strafstoß, den Piccini zum 2:1-Siegtreffer verwandelte.
In der zweiten Hälfte war der Club zwar etwas besser ins Spiel gekommen. Doch mit Piccinis Führungstor war der Schwung abrupt dahin. Selbst das Eigentor von Magdeburgs Keeper Reimann, dem der Ball bei einem Rückpass unter der Sohle ins Tor rutschte, brachte keinen Aufschwung. Schon allein die Körpersprache der Spieler zeigte, in welchen Trikots an diesem Tag die enagierteren Spieler stecken. Einen der ganz wenigen Abschlüsse des Clubs hatte in der Nachspielzeit ausgerechnet Keeper Mathenia. Doch er köpfte den Ball nach einer Ecke übers Tor. Der Torwart als Torjäger – beim Club stimmt derzeit fast gar nichts.













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