26.08.2019 - 14:56 Uhr
NürnbergSport

Michael Frey - der Bulle vom 1. FC Nürnberg

Da kommt einer mit Wucht: Der Club präsentiert am Sonntag gegen Osnabrück erstmals seine neue Sturmspitze. Der Trainer ist zufrieden. Ein Kollege findet gleich den passenden Begriff.

Michael Frey (rechts) feierte beim Club gegen Osnabrück einen ordentlichen Einstand.
von Josef Maier Kontakt Profil

Solche Wandervögel im Profifußball haben einen unschätzbaren Vorteil: "Ich bin es gewohnt, dass ich schnell funktionieren muss." Michael Frey hat, obwohl erst 25 Jahre alt, schon einige Klubs in seinem Lebenslauf stehen.

Keine lange Anlaufzeit

Der neue Stürmer des 1. FC Nürnberg war zuletzt beim türkischen Traditionsclub Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag. Der Schweizer spielte in seinem Heimatland schon für Young Boys Bern, den FC Zürich und den FC Luzern. Auch das Trikot des französischen Spitzenklubs OSC Lille hat er getragen. Da kommt jede Menge Erfahrung beim Mann aus Münsingen zusammen und deswegen sagte er am Sonntag, nach dem 1:0-Sieg des Clubs gegen den VfL Osnabrück, auch: "Ich brauche nicht lange, um mich in ein Team einzufinden."

Unglückliche Situationen

Darauf hatte auch Club-Trainer Damir Canadi gehofft. Ganz zufrieden sei er mit dem Schweizer gewesen, sagte der Österreicher nach Freys Debüt im deutschen Fußball-Unterhaus. "Michael ist technisch gut, es schaut freilich nicht immer elegant aus", charakterisierte Canadi den Stürmer. Bei 1,90 Metern und 86 Kilogramm wirkt der Bewegungsablauf oft ein bisschen ungelenk, auch gegen Osnabrück war die ein oder andere unglückliche Situation dabei.

Im Team kommt Frey mit seinem unermüdlichen Arbeiten gut an. "Er ist ein Bulle", sagte der schmächtige Robin Hack lachend. Der Ex-Hoffenheimer, selbst nur 68 Kilogramm schwer und gegen Osnabrück oft federleicht unterwegs, bewunderte, wie Frey seinen Körper in jeden Zweikampf gegen die "Innenverteidiger-Schränke" des VfL haute. "Und er macht die Bälle vorne richtig gut fest", meinte Hack.

Diesen Punkt schätzt auch Canadi: "Er kann die Bälle halten, da können wir nachrücken." In letzter Zeit habe man doch viel arbeiten müssen, "weil wir da oft vorne die Bälle verloren haben". Frey soll ein Fixpunkt im Sturm des Clubs werden. An den zuletzt glücklosen Mikael Ishak glauben sie in Nürnberg nicht mehr so richtig. Wunderdinge erwartet sich der Trainer von seinem wuchtigen Neuzugang aber nicht: "Er wird seinen Teil dazu beitragen, aber er ist sicher kein Allheilsbringer."

Eine tolle Stimmung

Als solchen sieht sich Frey auch selbst nicht. Eher als harten Arbeiter. Die Mentalität beim Club gefiel ihm schon in den ersten Tagen nach seiner Ankunft: "Ich habe ein Team gesehen, das viel arbeitet." Teilweise hätten die Trainingseinheiten mehr als zwei Stunden gedauert. Und obwohl am Sonntag beim Arbeitssieg gegen den Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück keine 30 000 Zuschauer im Stadion waren, war der Schweizer Frey vom Ambiente begeistert: "Die Stimmung war unglaublich. Da laufen die Beine von selbst." Wenn einer so viel läuft wie Frey, dann ist es den Fans auch egal, wenn es ein bisschen hölzern ausschaut.

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