Im Hause Justvan gibt es künftig eine neue Sehenswürdigkeit: „Der kommt dahin, wo ihn jeder sieht“, sagte Julian Justvan grinsend und natürlich auch mächtig stolz. Der, das ist der Spielball. Der Neuzugang des 1. FC Nürnberg war am Freitagabend beim 8:3-Spektakel im fränkisch-oberpfälzischen Zweitliga-Vergleich gegen den SSV Jahn Regensburg der überragende Mann. Drei Mal traf er, zwei Mal bereitete er vor. Sofort schnappte er sich dafür als Trophäe den Spielball als Geschenk, was mittlerweile für dreifache Torschützen in der Branche üblich ist. „Mein erster Ball“, sagte er fast schon liebevoll. Der Offensivmann, der in der Umgebung von Dingolfing groß geworden ist, hatte ihn sich redlich verdient.
Bis vergangene Saison spielte der 26-Jährige bei der TSG Hoffenheim in der Bundesliga, konnte sich dort nicht durchsetzen. Auch in Nürnberg lief es anfangs nicht ganz nach Wunsch. „Aber jetzt bin ich fit und kann marschieren.“ Das tat er gegen den SSV Jahn nahezu unermüdlich. „Ich mag die Bälle antreiben und die Stürmer füttern.“ Zusammen mit Mahir Emreli, dem aserbaidschanischen Nationalspieler, und dem jungen, erst 18-jährigen Griechen Stefanos Tzimas bildete er ein gut funktionierendes Offensivbereich, das – so ehrlich muss man auch sein – desöfteren von der Regensburger Abwehr nur unzureichend gestört wurde. Justvan fütterte aber nicht nur seine Nebenmänner, sondern stillte eben auch seinen Torhunger mit seinen drei Toren selbst. „Heute ist mir aber auch alles gelungen.“
Zudem muss man in Nürnberg auch vorsichtig sein, einzelne Spieler gleich allzu hochzujubeln. Das wurde bei Benjamin Goller, Taylan Duman und Lukas Schleimer auch getan, die derzeit kaum eine Rolle spielen.
Justvans Trainer Miro Klose wurde für seine Verhältnisse aber fast schon überschwänglich: „Julian hat ein phantastisches Spiel gemacht“, adelte er seinen Zehner. Und es ging sogar noch mehr: „Er ist ein absoluter Ausnahmespieler.“
Schnell setzte der Club-Coach aber wieder sein übliches Gesicht auf, an dem man nicht erkennen konnte, ob er nun eine Nullnummer oder ein 8:3-Spektakel analysiert. „Ich bin auch nicht ganz zufrieden.“ Über eine Stunde war die Partie nämlich nahezu ausgeglichen, kippte erst nach dem 4:3 vollends auf die Club-Seite. „Wenn man 2:0 in Führung geht, muss man es einfach souveräner herunterspielen“, konnte Klose wie auch die Club-Fans unter den 36000 Zuschauern die Aussetzer in der Abwehr nicht verstehen. “ Seine Jungs hätten die ein oder andere Situation unterschätzt. Die Innenverteidiger Finn Jeltsch oder Robin Knoche wackelten einige Male. Letzterer meinte ebenfalls, dass man den Gegner nach der frühen Führung unnötig ins Spiel zurückgeholt habe.
In ein Spiel, das vor allem Julian Justvan viel Spaß machte. Wie auch die letzten Wochen. Drei Spiele, neun Punkte, 15:5Tore – der Club hat in der Liga einen enormen Zwischenspurt hingelegt . Am Mittwoch (20.45 Uhr) geht’s in der zweiten Runde des DFB-Pokals – nach Hoffenheim. Die Frage an Justvan hätte man sich sparen können: „Also ich werde topmotiviert sein.“ Allerdings ist dann nicht davon auszugehen, dass er wieder einen Spielball mit nach Hause nehmen wird.













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