15.04.2019 - 17:47 Uhr
NürnbergSport

Palikuca will den Erfolg mit dem Club

Mittelfristig will er den 1. FC Nürnberg in der Bundesliga fest etablieren: Der neue Sportvorstand beim Club, Robert Palikuca, lässt dabei offen, mit welchem Trainer die Reise weitergeht.

Der 40-jährige Robert Palikuca ist der neue Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Seine Miene ist ernst und er überlegt lange, bevor er antwortet. Robert Palikuca macht einen sehr entschlossenen Eindruck. Der erste Arbeitstag des neuen Sportvorstands beim 1. FC Nürnberg begann bereits morgens um 6 Uhr in Düsseldorf. Dann ging es in die neue sportliche Heimat, um sich der Mannschaft und in der Geschäftsstelle vorzustellen. "Endlich kann ich anfangen", sagt der 40-Jährige.

In den kommenden Tagen wolle er vor allem erst einmal viele Gespräche führen. Mit einzelnen Spielern über deren Verträge, aber auch mit den Mitarbeitern im NLZ, denn das verantwortet Palikuca ebenfalls. Noch weiß der Sportvorstand nicht, für welche Liga er planen muss oder darf. "Eine solche Situation ist 100 Mal besser als schon abgestiegen zu sein." Für seine Planungen bedeute das nichts Negatives. "Im Gegenteil." Gerade nach dem vergangenen Spieltag bestehe "viel Hoffnung, noch sieben Pflichtspiele" bestreiten zu dürfen. Fünf in der Rückrunde und zwei in der vom Tabellenvorletzten ersehnten Relegation.

Rosiger sieht es bei seinem ehemaligen Arbeitgeber aus: Düsseldorf und Nürnberg trennen in der Tabelle 19 Punkte. Am Wochenende haben die Rheinländer den Klassenerhalt perfekt gemacht. Dabei sahen Experten vor Saisonbeginn die beiden Aufsteiger auf Augenhöhe. Was lief im Rheinland anders? "Ich möchte nicht die handelnden Personen der Vergangenheit kritisieren." Aus der Ferne beobachtete Palikuca manch einen "interessanten Transfer" des Club. Dann aber nahm Düsseldorf eine "nötige Entwicklung", zog am Club vorbei. "Wenn man das Selbstvertrauen hat, sieht man Ergebnisse." Möglicherweise hätten die Franken eine Phase gehabt, wo sie zu lange ohne Punkt geblieben seien. Die Mannschaft habe seit der Demission von Trainer Michael Köllner aber eine "positive Entwicklung" genommen und zeige eine andere Körpersprache.

Wichtig sei es, dass der Club das, was er schon hat, richtig einsetzt. "Man wird nicht immer eine 100-prozentige Transfertrefferquote haben." Man müsse eben jene Spieler identifizieren, die Qualität besäßen. Dann brauche es einen Trainer, der das Potenzial herausholt. Ob das übrigens in Zukunft Interimstrainer Boris Schommers sein wird, ließ Palikuca offen. Fest steht indes für den neuen Mann, der sich selbst als Teamplayer bezeichnet, dass er sich einen Kaderplaner und Chefscout holen möchte. "Ich bin ein großer Freund davon, sich mit guten Leuten breit aufzustellen. Es müssen meinungsstarke Menschen sein, die hier unbedingt Erfolg haben wollen. Workaholics."

Potenzial sieht der Ex-Düsseldorfer aber bereits am Valznerweiher. "Der Club ist ein großer Traditionsverein mit viel Emotionen und Leidenschaft. Die Erwartungshaltung in der Region ist, dass sich der Club mittelfristig in der Bundesliga etablieren sollte." Mit dem steten Auf und Ab sei er jedoch aus der Düsseldorfer Zeit vertraut.

Zur Person:

Der 40-jährige ehemalige Abwehrspieler, der unter anderem beim FC St. Pauli und bei Fortuna Düsseldorf gekickt hat, beendete 2010 seine Laufbahn als Profifußballer. Er wechselte daraufhin in den Marketing-Bereich von Fortuna Düsseldorf, zuletzt war er als Manager der Lizenzmannschaft in der Abteilung Scouting und Kaderplanung tätig. Palikuca ist Vater von drei Kindern. Seine Familie wird in einem Jahr, wenn der Wechsel seiner Kinder in eine andere Schule ansteht, wieder zusammenfinden. "Meine Aufgabe hier verlangt es, vor Ort zu sein." Solange werden seine Liebsten "viele Flugmeilen sammeln oder eine Bahncard besorgen", um die Zeit zu überbrücken, sagt er.

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