29.10.2018 - 20:41 Uhr
NürnbergSport

Simon Rhein, die neue Club-Entdeckung

Mit ihm war nicht zu rechnen. Doch dann spielt beim 1. FC Nürnberg am Sonntag ein junger Bursche gegen die Eintracht groß auf. Einen, den nur Insider kannten: Simon Rhein.

Simon Rhein war gegen Frankfurt die Entdeckung im Club-Trikot.
von Josef Maier Kontakt Profil

Nach knapp einer Stunde löste er den Kapitän ab. Für Hanno Behrens kam Simon Rhein. Vor gut sechs Wochen durfte der junge Mittelfeldakteur beim Testspiel gegen Dukla Prag (4:0) in Seugast vorspielen. "Simon ist ganz nah dran an der Mannschaft", sagte Club-Trainer Michael Köllner damals im Kreis Amberg-Sulzbach nach dem Spiel, bei dem Rhein ordentlich Gas gegeben hatte.

Lange dafür gearbeitet

Jetzt ist Simon Rhein mittendrin. Am Sonntag stand der 20-Jährige überraschend gegen Eintracht Frankfurt beim 1:1 in der Startelf. "Er hat lange genug für diesen Augenblick gearbeitet", sagte Köllner, der wegen der Leistung des 20-Jährigen jetzt nicht groß euphorisch wurde: "Ich wusste, dass Simon das leisten kann." Er sei bescheiden und intelligent.

Als am Samstag klar war, dass Ondrej Petrak auf der Sechser-Position ausfallen würde, wäre eigentlich Patrick Erras erste Option gewesen. "Patrick ist noch nicht soweit. So ein Mörderspiel wäre nichts für ihn gewesen", erklärte der Oberpfälzer Trainer. Der Raigeringer Erras plagte sich zuletzt wieder mit muskulären Problemen herum. Köllner und sein Trainerteam kamen schnell auf den spielstarken Rhein. Routiniert machte er dieses Mal mit Behrens im defensiven Mittelfeld dicht, scheute keinen Zweikampf. Köllner beeindruckte die Coolness dann doch: "Er war null nervös."

Simon Rhein kam im Jahr 2017 aus Leverkusen, bei Bayer war er bis dahin fußballerisch ausgebildet worden. Den Tipp für Rhein bekam Köllner von FCN-Altstar Dieter Nüssing, der im Scouting-Bereich arbeitet. In der Regionalliga-Mannschaft wurde der Blondschopf schnell ein ganz wichtiger Bestandteil.

"Völlig ohne Druck"

Über seine Gefühle nach seinem tollen Bundesliga-Debüt konnte er nicht reden. Wie andere Clubs auch, versucht der 1. FC Nürnberg den Hype bei Nachwuchsspielern nicht allzu groß werden lassen. Da ist erst einmal Abschottung angesagt. Dafür sprachen aber andere über ihn: "Der Simon macht sich überhaupt keinen Kopf, er spielt völlig ohne Druck", sagte Torwart Christian Mathenia. Und Innenverteidiger Lukas Mühl kennt die Finten des Mittelfeldspielers ohnehin genau. "Er zeigt im Training immer wieder, wie gut er kicken kann." Das wissen jetzt auch die Frankfurter - und alle Club-Fans.

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