15.12.2019 - 19:40 Uhr
NürnbergSport

Talfahrt des 1. FC Nürnberg hält unvermindert an

Ist das noch Pech? Wie gegen Heidenheim verspielt der Club zu Hause einen Zwei-Tore-Vorsprung und kassiert wie gegen Jahn Regensburg den Ausgleich in allerletzter Sekunde. Keeper Dornebusch ruft den Abstiegskampf aus.

Der Nürnberger Robin Hack (links) war am Sonntag gegen Holstein Kiel fast nur mit unlauteren Mitteln zu bremsen. In dieser Szene klammert sich der Kieler Phil Neumann an den wieselflinken Club-Flügelstürmer.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Trotz einer 2:0-Führung hat es der 1. FC Nürnberg auch am Sonntag gegen Holstein Kiel verpasst, nach neun sieglosen Spielen in Serie mal wieder einen Dreier zu landen. Asger Sörensen (38.) und Robin Hack (67.) hatten die Weichen nur scheinbar auf Sieg gestellt. Janni Serra (77.) und der Ex-Fürther Stefan Thesker (90.+3) retteten den „Störchen“ doch noch einen späten Zähler. „Wir befinden uns mitten im Abstiegskampf, da brauchen wir gar nicht mehr drumherum reden“, sagte Keeper Felix Dornebusch, der kurz nach dem Traumfreistoß von Sörensen zum 1:0 einen schwach getretenen Foulelfmeter von Salih Özcan (41.) mit den Füßen pariert hatte. Nachdem Hack, der auffälligste Club-Akteur, einen Konter über Nikola Dovedan und Fabian Schleusener mit einem humorlosen Hammer unter die Latte erfolgreich vollendet hatte, schien der Negativlauf der Nürnberger ein Ende zu finden. Die Kieler waren zwar klar feldüberlegen und verzeichneten knapp zwei Drittel Ballbesitz, doch die Club-Defensive ließ bis dato wenig bis gar nichts zu. „Die Mannschaft hat heute richtig gefightet. Das ist genau das, was man in unserer Situation machen muss. Am Ende fehlt uns dann auch etwas das Glück momentan“, lobte Trainer Jens Keller (holte nur zwei Zähler aus vier Spielen) den Auftritt seiner Jungs.

Nur mit Pech ist das Nürnberger Abrutschen in den Zweitliga-Keller aber nicht erklärbar. Die umtriebigen Offensivkräfte Dovedan, Hack und Michael Frey spulten etliche Kilometer ab – machten dabei aber auch viele unnötige Wege – und waren nach 80 Minuten völlig ausgelaugt. Der alles entscheidende dritte Treffer wäre gegen eine entblößte Kieler Verteidigung mehrmals möglich gewesen, doch fehlten besagten Akteuren entscheidende Körner. Oder anders formuliert: Trainer Keller verpasste es, rechtzeitig von der Bank für frische Kräfte in der vordersten Reihe zu sorgen.

Und nach der starken Einzelaktion von Serra zum Anschlusstreffer, wackelte das Nürnberger Nervenkostüm doch wieder bedenklich. Rückpässe und defensives Denken prägten plötzlich wieder das Club-Spiel. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt“, analysierte Keller. Und so bettelte der Club in den letzten Sequenzen der Partie förmlich um den Ausgleich, der dann mit der finalen Aktion auch fiel. Thesker vollstreckte aus kurzer Distanz per Kopf.

„Es tut sehr weh. Natürlich kann man das besser verteidigen, aber es ist eine 50:50-Situation“, haderte Kapitän Hanno Behrens mit dem Verharren auf Relegationsplatz 16. Und so erhält das letzte Spiel des Jahres eine Brisanz, die vor der Saison kaum jemand für möglich gehalten hätte: Der fränkische Bundesliga-Absteiger empfängt am Freitag das Schlusslicht Dynamo Dresden zum Zweitliga-Kellerduell.

Statistik:

1. FC Nürnberg - Holstein Kiel 0:0 (0:0)

1. FC Nürnberg: Dornebusch - Sorg, Sörensen, Mühl, Valentini - Geis (81. Jäger), Behrens - Schleusener (85. Zrelak), Dovedan (86. Gnezda Cerin), Hack - Frey

Holstein Kiel: Reimann - Thesker, Lee, Mühling, Özcan, van den Bergh, Iyoha (81. Porath), Ignjovski (62. Atanga), Serra, Wahl, Neumann (86. Baku)

Tore: 1:0 (38.) Sörensen, 2:0 (67.) Hack, 2:1 (77.) Serra, 2:2 (90.+3) Thesker - SR: Timo Gerach (Landau) - Zuschauer: 25275

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